Noticiero VeneVision
+++ Sportzeitung für Venezuela +++

Nullnummer mit Unterhaltungswert - Guayana und Penta trennen sich 0:0

Ein 0:0 kann vieles sein: langweilig, taktisch, nervenaufreibend oder einfach nur eine Aneinanderreihung von vergebenen Chancen. Das Aufeinandertreffen zwischen CD Guayana und Penta Portugal im Rahmen des 6. Spieltags der 1. Liga Venezuela war ein bisschen von allem - vor allem aber ein Lehrstück darüber, wie man 90 Minuten lang alles versucht, ohne dass der Ball den Weg ins Tor findet.

Vor 30.009 Zuschauern im Estadio Guayana begann die Partie schwungvoll. Bereits in der 2. Minute prüfte Tiago Vaz aus spitzem Winkel den portugiesischen Keeper Denis Simin - ein Schuss, der eher an eine freundliche Begrüßung als an einen ernsthaften Versuch erinnerte. "Ich wollte ihn wachrütteln", grinste Vaz später. Simin nahm’s sportlich: "Hat funktioniert, danach war ich hellwach."

Beide Mannschaften wählten ihre Rollen klar. Guayana, unter Coach Ralf Minge gewohnt offensiv eingestellt, suchte den Weg nach vorn, während Robin Ritters Penta Portugal im defensiven Verbund lauerte - aggressiv, aber diszipliniert. In den ersten 20 Minuten entwickelte sich ein munteres Hin und Her: Fabio Oliveira, die portugiesische Dauerlösung im Sturm, prüfte Guayanas Schlussmann Roberto Bertran (4.), ehe Max Hathaway (18.) und Olafur Paulsson (21.) auf der Gegenseite für Gefahr sorgten.

Dann kam Harald Pederson - ein Rechtsverteidiger, der offenbar beschlossen hatte, seine Jobbeschreibung kreativ auszulegen. In der 27. Minute zog er einfach mal ab, zwang Bertran zu einer Glanzparade, und wiederholte das Kunststück acht Minuten später. "Ich dachte, ich bin kurz Lionel Pederson", lachte der Norweger nach dem Spiel.

Kurz vor der Pause wurde es unruhig: Penta verlor Jungspund Jacinto Domingo nach einer unglücklichen Verletzung (42.), Trainer Ritter reagierte sofort und brachte Pedro Gama. "Jacinto ist jung, der wollte den Ball mit der Seele verteidigen - leider auch mit dem Knie", kommentierte Ritter trocken.

Mit einem 0:0 ging’s in die Kabinen, aber langweilig war es bis dahin nicht. 7 zu 8 Torschüsse, 46 zu 54 Prozent Ballbesitz - die Statistik erzählte die Geschichte eines Spiels, das keine klaren Sieger, aber viele kleine Geschichten hatte.

Nach der Pause wurde’s ruppiger: Gleich zu Beginn sah Pentas Innenverteidiger Marcio Jordao Gelb (46.) - eine Farbe, die ihm offenbar gut stand, denn er grinste siegessicher in Richtung Schiedsrichter. Später gesellte sich CD-Verteidiger Hermann Eder (72.) in die Gelbliste. "Ich wollte nur zeigen, dass auch wir Karten sammeln können", meinte Eder mit einem Augenzwinkern.

Guayana wechselte in der 61. Minute den Torhüter - ein seltener, beinahe poetischer Moment: Der junge Roberto Bertran machte Platz für Latif Kaynak. "Roberto hatte etwas am Fuß, und Latif wollte sich beweisen", erklärte Trainer Minge. Kaynak tat das - besonders in der 81. Minute, als Laurent Gariepy mit einem wuchtigen Schuss fast das Netz zerriss, aber am glänzend reagierenden Keeper scheiterte.

In den letzten Minuten drängte Guayana noch einmal. Paulus Vidarsdottir (92.) und Adriano Martins (93.) prüften Simin, der beide Male sicher zupackte. Martins schlug sich danach lachend auf die Stirn: "Ich hätte den Ball auch einfach mal reinköpfen können. Aber wo bliebe da der Spannungsbogen?"

Als der Schlusspfiff ertönte, klatschten beide Teams erschöpft, aber respektvoll ab. Ein 0:0, das keineswegs leblos war. "Ich hätte lieber gewonnen, aber wenn man so kämpft, kann man auch mit einem Punkt leben", sagte Minge. Ritter nickte zustimmend: "Wir haben gezeigt, dass man auch mit Defensive Spaß haben kann."

Und tatsächlich, Spaß war da - auf dem Feld wie auf den Rängen. Die Zuschauer verabschiedeten ihre Teams mit Applaus, wohl wissend, dass man nicht immer Tore braucht, um unterhalten zu werden.

Vielleicht war es kein Spiel für die Geschichtsbücher, aber eines für die Kategorie "ehrliches Fußballhandwerk". Oder, wie ein älterer Fan auf der Tribüne es formulierte: "Wenn schon kein Tor fällt, dann wenigstens mit Stil."

Ein 0:0 also - aber eines, das man sich durchaus merken darf. Und wer weiß, vielleicht fällt beim nächsten Mal sogar ein Tor.

18.03.643987 02:22
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Hitlers Tagebuch. Das hat mich dann doch interessiert.
Stefan Effenberg auf die Frage, welches Werk der Weltliteratur ihn besonders geprägt habe
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager