Athlitiki Icho
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Odysseas Athen rettet sich spät - Ein 1:1 mit vielen Zwischentönen

Ein kühler Januarabend in Athen, 20:30 Uhr Anpfiff, und 16.397 Zuschauer wollten im Stadion von Odysseas Athen sehen, ob ihr Team endlich wieder drei Punkte holt. Am Ende gab’s nur einen - aber immerhin mit Drama, Gelben Karten und einem Tor, das die Lautsprecher fast überforderte.

Die Partie gegen Alexandroupoli, dem überraschend mutigen Gast aus dem Norden, begann ausgeglichen - so ausgeglichen, dass selbst die Ballbesitzstatistik (49,2 zu 50,7 Prozent) wie eine diplomatische Note wirkte. "Wir wollten kompakt stehen und dann eiskalt zuschlagen", erklärte Alexandroupolis Trainer Bart Simpson - ja, tatsächlich so im Spielberichtsbogen - mit einem Grinsen. Und in Minute 32 tat seine Mannschaft genau das: Ivica Dukic, der unermüdliche Mittelfeldmotor, traf nach einer kurzen Verwirrung in der Athener Abwehr zum 0:1. "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn du nicht schießt, triffst du nicht - das ist Physik", sagte Dukic später mit einem Schulterzucken.

Bis dahin war Odysseas Athen zwar bemüht, aber ungefährlich. Radovan Ctyroky hatte in der 20. Minute eine gute Gelegenheit, doch Alexandroupolis Keeper Jan Drsek pflückte den Ball herunter, als wolle er Äpfel im Garten ernten. Trainer Otto "Rehakles" Rehakles stand mit verschränkten Armen an der Seitenlinie, der Blick irgendwo zwischen antiker Statue und leichtem Vulkan. "Wir haben uns selbst eingeschläfert", murmelte er zur Halbzeit in Richtung Ersatzbank.

Nach Wiederbeginn änderte sich das Bild nur langsam. Alexandroupoli blieb gefährlich über die Flügel - besonders Nevio Santoyo, der in der 59. Minute beinahe das 0:2 erzielte, aber an Keeper Marcel Besson scheiterte. "Da hab ich kurz gedacht, der Ball hat was gegen uns", meinte Santoyo später lachend.

Dann kam die 60. Minute - und mit ihr der Wendepunkt. Rehakles wechselte gleich dreifach: Neuer Torwart Tamir Ben, Neuzugang Ktesias Giannopoulos und der Finne Janne Sauso kamen aufs Feld. Und Sauso brauchte keine Eingewöhnung: Nur Sekunden später schob er, nach schöner Vorarbeit von Gökay Akagündüz, den Ball überlegt ins rechte Eck - 1:1! "Ich hab Gökay nur zugerufen: ’Spiel mich an, Bruder!’ - und er hat’s gemacht", grinste Sauso nach dem Spiel. Das Stadion tobte, und der arme Stadionsprecher überschlug sich fast beim Versuch, den Namen korrekt auszusprechen.

Ab da entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Beide Teams feuerten weiter - Athen kam am Ende auf sieben Torschüsse, Alexandroupoli auf acht. Besonders auffällig: Sauso blieb bis zum Schluss der Aktivposten, prüfte Drsek in der 84., 85. und sogar in der Nachspielzeit (91.) noch einmal ernsthaft. Doch der Torwart mit dem Händchen für späte Reflexe rettete seinem Team den Punkt.

Die Gelben Karten häuften sich dabei wie Strafzettel nach einem Derby: Alfie Harte sah früh Gelb (16.), Cristobal Penas folgte (64.), Akagündüz (73.) und Deconinck (76.) auf Athener Seite ebenfalls. Als schließlich auch noch Torschütze Dukic (74.) verwarnt wurde, meinte Coach Simpson süffisant: "Das war unsere Art, den Rhythmus zu brechen - notfalls mit dem Schienbein."

Rehakles dagegen schnaubte nach dem Abpfiff: "Wir haben Charakter gezeigt. Und die neuen Spieler haben gleich funktioniert. Aber wir müssen lernen, dass Fußball keine Schönheitskonkurrenz ist." Sein Gegenüber konterte trocken: "Uns reicht’s, wenn wir am Ende nicht die Schönsten, sondern die Punktreichsten sind."

Die Statistik zeigte, wie eng die Partie wirklich war: Zweikampfquote 49,7 zu 50,3 Prozent, Torschüsse fast gleich verteilt, Ballbesitz ausgeglichen - ein Lehrbuchbeispiel für den Begriff "gerechtes Unentschieden".

In der 90. Minute, als sich die Zuschauer schon auf den Heimweg machten, raunte ein älterer Fan auf der Haupttribüne: "Früher hätten wir so ein Spiel noch gewonnen." Sein Enkel antwortete trocken: "Früher gab’s auch noch Drachmen."

So blieb es beim 1:1 - ein Ergebnis, das niemanden wirklich glücklich machte, aber immerhin Gesprächsstoff für den Montagmorgen bot.

Fazit: Odysseas Athen zeigt Moral, Alexandroupoli zeigt Disziplin, und die Fans zeigten Geduld. Nicht das spektakulärste Spiel des 5. Spieltags der griechischen Liga, aber eines mit Charme, Pfeffer und einem Schuss Ironie. Oder, wie Rehakles es später formulierte: "Wenn wir schon keine drei Punkte holen, dann wenigstens Geschichten, über die man schreiben kann."

06.03.643987 09:23
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