Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Odysseas Athen tanzt in Piräus - und Piräus schaut zu

Manchmal erzählt ein Fußballspiel seine Geschichte in den ersten zehn Minuten - und der Rest ist nur noch Verwaltung. So geschehen am Dienstagabend im altehrwürdigen Stadion von Piräus, wo Odysseas Athen den Hausherren mit 2:0 die Grenzen aufzeigte. 11.000 Zuschauer sahen eine Partie, die weniger von Spannung als von Einseitigkeit lebte - ein Fußballabend, an dem man sich fragte, ob Piräus FC überhaupt wusste, dass es um Punkte der 1. Liga Griechenland ging.

Schon in der 7. Minute fiel der erste Stich ins rot-weiße Herz: Innenverteidiger Imre Zsengeller (!) von Odysseas, eigentlich zuständig für Ordnung hinten, stolperte nach einem Eckball plötzlich selbst in die Geschichtsbücher. Nach einem präzisen Zuspiel von Jelle Deconinck drosch der Ungar den Ball aus kurzer Distanz in die Maschen. 1:0 - und das ausgerechnet durch einen Mann, dessen letzte Torbeteiligung vermutlich im Mannschaftstraining entstand. "Ich wollte eigentlich nur decken, aber dann lag der Ball halt da", grinste Zsengeller nach der Partie und zuckte die Schultern.

Piräus FC wirkte danach wie ein Tourist, der in der Metro die falsche Linie genommen hat: viel Bewegung, aber kein Ziel. Ganze zwei Torschüsse in 90 Minuten - das ist weniger Offensivdrang als eine höfliche Anmeldung beim gegnerischen Torwart. "Wir haben den Ball fast genauso oft gehabt wie sie", verteidigte sich Trainer Georgios Manolakis (der heute lieber unerwähnt bleiben wollte, aber wir erwähnen ihn trotzdem). Recht hat er: 49 Prozent Ballbesitz. Falsch hat er: Ballbesitz ohne Idee ist wie ein Gyros ohne Tzatziki - trocken und schwer zu ertragen.

Odysseas dagegen spielte, als hätte Otto "Rehakles" Rehakles persönlich den Olymp bestiegen. Die Athener kombinierten flüssig, attackierten mit voller Aggressivität (laut Statistik: "STRONG") und feuerten 22 Torschüsse ab - also elfmal so viele wie Piräus. Manchmal sah es fast nach Handball aus, so eng drängten sie die Gastgeber in den Strafraum.

Kurz vor der Pause musste Piräus dann noch einen weiteren Rückschlag verdauen: Abwehrchef Fotios Notara verletzte sich in der 33. Minute ohne Fremdeinwirkung. Beim Versuch, einen Ball zu klären, blieb er im Rasen hängen - und humpelte vom Platz. Sein Ersatz, Serafim Doxiadis, zeigte zwar Einsatz, aber das Piräus-Schiff war da längst leckgeschlagen.

Nach dem Seitenwechsel kam dann der endgültige Knockout. Nur drei Minuten nach Wiederanpfiff vollendete Odysseas-Stürmer Janne Sauso einen blitzsauberen Konter über die rechte Seite. Christian Flo hatte ihm den Ball perfekt in den Lauf gelegt, und Sauso brauchte nur noch den Fuß hinzuhalten. 2:0 - und damit war die Messe gelesen. "Ich hab’s gar nicht gesehen, ich hab’s nur gespürt", witzelte Sauso später, als er auf seinen Treffer angesprochen wurde.

Während Odysseas weiter munter nach vorne spielte - und sich noch eine Gelbe Karte für Deconinck (47.) und zuvor Abramson (14.) abholte - blieb Piräus bei seiner Taktik: "BALANCED", laut Datenblatt. Übersetzt: Wir tun so, als hätten wir einen Plan. Die Fans auf den Rängen hielten sich mit ironischem Applaus bei Laune und forderten irgendwann lautstark: "Schießt wenigstens einmal daneben!" - ein Wunsch, der immerhin erfüllt wurde.

In der 44. Minute nämlich prüfte Stylianos Grammozis den Athener Keeper Tamir Ben - allerdings so harmlos, dass der Ball eher als Rückpass durchging. Kurz darauf pfiff der Schiedsrichter zur Halbzeit, und man ahnte: Das wird nix mehr.

Odysseas wechselte in der 60. Minute gleich dreifach, unter anderem kam Espen Berthelsen für den Torschützen Sauso und Luke Cunningham ersetzte Giannopoulos. Auch der Torwart wurde getauscht - Tamir Ben machte Platz für Marcel Besson, der danach allerdings fast beschäftigungslos blieb. Piräus schaffte es bis zum Ende nicht, auch nur ansatzweise Gefahr zu erzeugen.

"Wir wollten unser Spiel aufzwingen, und das haben wir getan", erklärte Rehakles nach Abpfiff mit einem verschmitzten Lächeln. "Aber ehrlich gesagt, ich bin enttäuscht - 22 Schüsse und nur zwei Tore, das ist ineffizient." Auf der anderen Seite wirkte Piräus-Kapitän Vryzas weniger philosophisch: "Ich weiß nicht, was schlimmer war - unsere Ideenlosigkeit oder die Sonne im Gesicht."

Als der Schlusspfiff ertönte, stand ein 0:2 auf der Anzeigetafel, das genauso deutlich war, wie es klingt. Odysseas Athen marschiert mit Selbstvertrauen weiter, während Piräus FC dringend einen Plan B finden muss - oder wenigstens einen Plan A, der funktioniert.

Und so verließen die Zuschauer das Stadion mit einem Schulterzucken. Einer sagte beim Hinausgehen: "Naja, wenigstens war das Bier kalt." Mehr Positives war über diesen Abend wirklich nicht zu sagen.

17.03.643987 22:58
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