Sport-Blick
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Old Boys Basel siegen in turbulenter Nacht gegen Luzern mit 3:2

Es war einer jener Winterabende, an denen der Atem sichtbar ist, der Ball klirrt und 56.842 Zuschauer im Basler Stadion spüren: Hier könnte etwas passieren. Und tatsächlich - beim 3:2-Sieg der Old Boys Basel gegen Blau-Weiss Luzern am 11. Spieltag der 1. Liga Schweiz passierte so ziemlich alles, was ein Herz aus Leder höher schlagen lässt. Tore, Karten, Hitzköpfe - und ein Innenverteidiger, der sich als Torjäger entpuppte.

Schon in der 26. Minute zündete Shefki Hyypiä den ersten Funken. Der linke Mittelfeldmann der Old Boys zog nach einem schnellen Doppelpass in den Strafraum und schob eiskalt ein. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste er später in die Mikrofone, "aber der Ball hatte wohl andere Pläne." Ein Satz, der die Basler Glückseligkeit recht gut zusammenfasste.

Bis zur Pause blieb es beim 1:0, doch Basel ruhte sich nicht aus - 15 Torschüsse zeugen von unbändigem Offensivgeist. Trainer André Marsmann, ein Mann mit Kaffeetasse und taktischem Nerv, rief seinen Spielern zur Halbzeit zu: "Wenn ihr weiter so spielt, brauche ich keinen Herzschrittmacher, sondern ein Sauerstoffzelt!"

Kurz nach Wiederanpfiff sahen die Luzerner ihre Chance. Robert Mantovani, der bullige Mittelstürmer, traf in der 52. Minute zum 1:1 - nach feinem Zuspiel von Julien Achard. Der Ausgleich war verdient: Luzern hatte mit 50 Prozent Ballbesitz und zwölf Abschlüssen keineswegs die Statistenrolle gewählt. "Wir wussten, dass Basel wackelt, wenn man sie laufen lässt", meinte Luzerns Trainer Reinhard Wild später, "leider haben wir vergessen, das Ende mitzuspielen."

Denn kaum drei Minuten später schlug Basel zurück - und wie! Innenverteidiger George Shepherd, sonst eher für rustikale Grätschen bekannt, wuchtete nach einer Ecke den Ball in die Maschen (55.). "Ich hab einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass niemand im Weg steht", lachte Shepherd, sichtlich stolz auf sein erstes Saisontor.

Und als das Stadion noch jubelte, legte Olivier Duchesne nach. In der 59. Minute zirkelte er nach Pass von Dimas Miguel den Ball ins rechte Eck - 3:1. Der Jubel hallte noch, als die Partie einen schmerzhaften Knick bekam: Innenverteidiger Louis Patton, bereits verwarnt, sah nach einem ungestümen Tackling Gelb-Rot (60.). Marsmann brüllte "Louis! Was hab ich dir vor dem Spiel gesagt?!" - Patton hob entschuldigend die Hände, als wäre das eine Entschuldigung für den freien Raum in der Basler Abwehr.

Nur zwei Minuten später nutzte Luzerns rechter Flügel Robert Locklear die Lücke und traf nach Vorarbeit von Joseph Wendt zum 3:2. Die Old Boys wankten, aber sie fielen nicht. Mit einem Mann weniger verteidigten sie leidenschaftlich - und das Publikum stand hinter ihnen wie eine gelb-schwarze Wand aus Herzklopfen und kalten Fingern.

Marsmann reagierte mit zwei Auswechslungen: Sören Christensen kam für Duchesne, Olivier Duverger ersetzte den überragenden Shepherd, der ausgepumpt, aber lächelnd vom Platz trottete. Luzern brachte frische Kräfte, doch die Basler stellten auf Kampfmodus. Samuel Stanton, gerade 19, rannte in der Schlussphase wie ein Marathonmann auf Koffein - allein drei seiner Schüsse zwischen der 86. und 93. Minute zeugten von jugendlichem Übermut und einem gewissen Hang zur Selbstüberschätzung.

"Ich hab einfach gedacht, einer muss ja schießen", sagte Stanton später und grinste schief. Marsmann konterte trocken: "Ja, aber vielleicht nicht alle auf einmal."

In der Nachspielzeit hatte Mantovani noch zwei Großchancen (92., 95.), doch Basels Keeper Kevin Beer hielt, als ginge es um seine Ehre. Nach dem Abpfiff fiel er auf die Knie, die Faust in den Himmel gereckt.

"Das war kein Spiel für schwache Nerven", resümierte Marsmann mit heiserer Stimme. "Aber wenn du siehst, wie die Jungs mit zehn Mann fighten, weißt du, warum du Trainer bist." Reinhard Wild dagegen schüttelte nur den Kopf: "Wir haben zu spät gemerkt, dass man Tore nicht nur schön, sondern auch rechtzeitig schießen muss."

Basel feierte, Luzern fluchte, und irgendwo im Presseraum fragte ein Kollege augenzwinkernd: "Wer braucht schon Champions League, wenn man so etwas hat?"

Fazit: Ein wilder, ehrlicher Fußballabend, bei dem das Ergebnis - 3:2 für Old Boys Basel - fast nebensächlich wirkte. Aber nur fast. Denn am Ende zählte jeder Schuss, jede Grätsche, jedes Zittern. Und Basel ging mit drei Punkten nach Hause - und einer Geschichte, die man sich noch lange erzählen wird.

14.05.643987 21:12
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Der Jürgen Klinsmann und ich, wir sind ein gutes Trio. Ich meinte: ein Quartett.
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