Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Olympiokos zündet Feuerwerk auf Kerkira - 4:2-Auswärtssieg mit jugendlicher Wucht

Wenn man an einem windigen Freitagabend auf Kerkira sitzt, den Ouzo in der Hand und das Flutlicht flackern sieht, dann erwartet man selten ein Spektakel. Doch Olympiokos dachte sich wohl: Wenn wir schon 8500 Zuschauer im Stadion haben, dann liefern wir ihnen auch was. Und wie sie das taten! Mit 20 Torschüssen, vier Treffern und einer Offensivpower, die selbst Zeus von seinem Olymp applaudieren ließ, fegte der Gast die Inselkicker mit 4:2 vom Platz.

Dabei begann alles recht harmlos. Kerkira stellte sich "balanciert" auf - also weder Fisch noch Fleisch - während Olympiokos von Beginn an auf Angriff gepolt war, so offensiv wie ein griechischer Marktschreier kurz vor Ladenschluss. Schon in der 8. Minute klingelte es: Innenverteidiger Vikentios Sisinis (!) stand nach einer Ecke goldrichtig und nickte das Leder ein, vorbereitet vom 19-jährigen Veli Nurmela, der offenbar beschlossen hat, dem Begriff "linkes Mittelfeld" eine neue Bedeutung zu geben - nämlich "linke Zauberhand".

Kerkira versuchte, ruhig zu bleiben, aber Olympiokos rollte weiter. In der 22. Minute traf Dionysios Galitsios, der mit diesem Namen eigentlich Sänger einer Boyband sein müsste, zum 0:2. Wieder war es Nurmela, der die Vorlage lieferte. "Ich hab’ nur die Augen offen gehabt", grinste der 19-Jährige später. "Und Dionysios hat einfach draufgehalten. Easy."

Sieben Minuten später kam der Teenager selbst zu seinem Tor. Nach einem Pass des ebenfalls 19-jährigen Jacob Lithgow drosch Nurmela den Ball in die Maschen - 0:3, und die Kerkira-Fans begannen über den Rückfahrtverkehr nachzudenken. "Da war’s kurz still im Stadion", gab Heimsänger Maximilian Hess zu. "Ich dachte, vielleicht sollten wir uns einen anderen Sport suchen - Boccia zum Beispiel."

Doch dann, die 34. Minute: Kerkiras Stürmer Cesar Capucho, ein quirliger 22-Jähriger mit der Energie eines Espresso-Doppels, traf nach Vorlage von Hess zum 1:3. Das Publikum erwachte wieder, und für einen Moment roch es nach Aufholjagd.

In der Halbzeit sah man Olympiokos-Trainer Marius Münni mit verschränkten Armen an der Seitenlinie. "Ich hab’ ihnen gesagt, sie sollen weiter Gas geben. Offensive bleibt Offensive", erklärte er nach dem Spiel. "Pressing? Nein, das machen wir nicht. Wir schießen lieber."

Kerkira kam aus der Pause mit Wut im Bauch, aber wenig Fortune. In der 47. Minute sah Dalia Lapid Gelb, zwei Minuten später Gelb-Rot. "Ich hab ihn kaum berührt!", schimpfte sie - der Schiedsrichter sah das anders. Von da an spielten die Hausherren mit zehn Leuten, was gegen eine ohnehin anstürmende Offensive von Olympiokos ungefähr so angenehm ist wie ein Grillabend im Orkan.

In der 65. Minute machte der junge Rutger Ganesvoort den Sack zu. Wieder nach Vorlage von Lithgow - 1:4. Der 19-Jährige feierte ausgelassen, drehte sich zur Bank und rief: "Das ist mein erstes Profitor!" Trainer Münni lächelte väterlich: "Ich hab’ ihm gesagt, er soll sich das Trikot aufheben. Vielleicht will’s ja mal jemand bei eBay."

Kerkira kämpfte tapfer weiter, und tatsächlich gelang Capucho in der 68. Minute noch sein zweites Tor des Abends - diesmal nach Zuspiel von Artemios Messaris. Doch mehr als Ergebniskosmetik war das nicht. Olympiokos spielte die Partie locker zu Ende, ließ Ball und Gegner laufen - 50,2 Prozent Ballbesitz, aber gefühlt 80 Prozent Kontrolle.

Nach dem Schlusspfiff stand Münni lächelnd auf dem Rasen, während sein Gegenüber wortlos in die Kabine verschwand. "Ein gutes Spiel für uns, und ja, wir hatten Spaß", sagte Münni. "Wenn man vier Tore auswärts schießt, darf man auch mal zufrieden sein."

Cesar Capucho hingegen wirkte trotz seiner zwei Treffer nachdenklich: "Zwei Tore sind schön, aber ich hätte lieber gewonnen. Immerhin weiß ich jetzt, dass man gegen Olympiokos doppelt so viel laufen muss wie sonst."

Fazit: Olympiokos spielt wie ein Teenie-Konzert - laut, wild, ungestüm, aber mitreißend. Kerkira FC dagegen war bemüht, aber am Ende Opfer einer jugendlichen Sturmlust, die kaum zu zähmen war.

Und irgendwo auf den Rängen sagte ein alter Fan, während er den letzten Schluck Retsina nahm: "Früher hätten wir die weggeschossen." Vielleicht. Aber gestern war die Zukunft zu Gast - und sie trug rot-weiß.

21.04.643987 20:25
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