Heraldo de Mexico
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Pachuca zaubert spät - Delannoy köpft den Zauber-Sieg herbei

Was lange währt, wird endlich magisch: Deportivo Pachuca bezwingt Alacranes Durango mit 2:1, und das dank eines späten Doppelschlags binnen vier Minuten. 55.934 Zuschauer im Estadio Hidalgo erlebten einen Abend, der von zähem Ringen zu einem Fußballmärchen mutierte - inszeniert von einem jungen Innenverteidiger und einem Trainer, der nicht umsonst "The Wizard" genannt wird.

Die erste Halbzeit? Nun ja - sie lief, wie man so schön sagt, "unter Ausschluss der Ereignisse". Zwar schossen die Gastgeber alles, was sich rühren konnte, auf das Tor (15 Torschüsse insgesamt, gefühlt doppelt so viele Flanken), doch Alacranes-Keeper Vincent Antolin hatte offenbar Spinnenhände. Besonders Jamie MacLean wirbelte auf der rechten Seite, verzog aber dreimal knapp. "Ich dachte irgendwann, das Tor ist verhext", lachte er später, "aber dann erinnerte ich mich: Unser Trainer ist der Zauberer, nicht das Tor."

Durango, das Team von Manni Kaltz, hielt dagegen, wie man es von einem Außenseiter erwartet: zäh, kratzig, mit giftigem Konterspiel und vier Gelben Karten als Beweis. Francisco Gil prüfte Pachuca-Torhüter Pedro Carracedo schon in der siebten Minute, doch das war’s dann auch mit der Offensivlust der Skorpione - bis die Uhr auf 82 sprang.

Da nämlich schlich sich Humberto Varela, der bullige Linksaußen, in den Strafraum, bekam von Rui Bischoff den Ball in den Lauf und schob eiskalt zum 0:1 ein. Ein Raunen ging durchs Stadion, gefolgt von einem empörten Murmeln: "Nicht schon wieder so ein Spiel, wo wir alles machen und verlieren", rief ein Fan, während ein anderer trocken kommentierte: "Vielleicht sollte der Zauberer mal den Zauberstab benutzen."

Und siehe da - offenbar tat er’s. Nur eine Minute nach dem Rückstand, also in der 83. Minute, kam die Antwort: Jorge Maniche zog halblinks an, passte klug quer - und Herold Sutphen drosch das Leder humorlos ins lange Eck. 1:1, und die Arena bebte. "Ich hab einfach mal draufgehalten", grinste der 32-Jährige später, "das war keine Magie, das war Frust!"

Doch der Zauberabend war noch nicht vorbei. Drei Minuten später, in der 86., stieg Innenverteidiger Alexander Delannoy nach einer Flanke von Michael Densham höher als alle anderen - und wuchtete den Ball per Kopf zum 2:1-Sieg unter die Latte. Der 22-Jährige wurde von Teamkollegen fast erdrückt. "Ich hab gar nicht gesehen, dass er drin war", keuchte er nach dem Schlusspfiff, "aber als mich zehn Leute umarmten, hab ich’s mir gedacht."

"The Wizard" stand an der Seitenlinie, die Arme weit ausgebreitet, als wolle er den Jubel dirigieren. "Das war kein Zaubertrick", sagte er später mit einem verschmitzten Lächeln, "sondern einfach Glaube an das Spiel. Und ein bisschen Glück, das man sich erarbeitet."

Statistisch war es ein klarer Fall: 60 Prozent Ballbesitz, doppelt so viele Torschüsse - Pachuca dominierte. Aber Fußball wäre nicht Fußball, wenn Zahlen Tore garantieren würden. Durango verteidigte mit allem, was Beine hat - und manchmal auch mit den Ellenbogen. Drei Gelbe Karten in 20 Minuten (zwischen der 57. und 74.) zeigen, wie hitzig es wurde. "Unsere Jungs sind heißblütig", verteidigte Manni Kaltz sein Team, "aber lieber heiß als handzahm."

In der Schlussphase drückte Pachuca weiter, spielte plötzlich mit "Pressing: YES" - wie es wohl in der Statistik heißen würde - und hatte Durango komplett eingeschnürt. Der junge Delannoy, eigentlich Innenverteidiger, wurde zum Helden eines Spiels, das 80 Minuten lang nach einer Nullnummer aussah.

Als der Schlusspfiff ertönte, fiel Antolin auf die Knie, während Sutphen laut lachend den Ball in die Tribüne drosch. Ein kleiner Junge fing ihn und schrie: "¡Magia de Pachuca!" - Magie von Pachuca. Passender hätte man den Abend kaum zusammenfassen können.

Manni Kaltz nahm’s sportlich: "Wir waren sieben Minuten vom Punktgewinn entfernt. Dann kam der Zauberlehrling." Und The Wizard? Der grinste nur: "Wenn Delannoy so weitermacht, muss ich ihn bald von hinten nach vorne zaubern."

Ein Spiel, das erst spät seine Geschichte schrieb - aber dann gleich eine ganze Märchenstunde lang. Pachuca bleibt obenauf, Durango knirscht mit den Zähnen, und der Zauber von Hidalgo lebt weiter.

Schlusswort: Manchmal dauert es eben 82 Minuten, bis der Zauber wirkt. Doch wenn er kommt - dann leuchtet er heller als jedes Flutlicht.

29.03.643987 14:25
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Branco tanzt und ich grätsche. Das ist der Unterschied zwischen Kamerun und Norwegen.
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