// Startseite
| World Soccer |
| +++ Sportzeitung für internationale Wettbewerbe +++ |
|
|
|
Champions League Qualifikation | 1. Runde - Hinspiel | 05.07.26 | Victoria Guimaraes - Palilulac 0:1 Das Spiel begann mit dem erwarteten Sturmlauf der Portugiesen. Gunborg Söderberg prüfte schon in der sechsten Minute den gegnerischen Keeper Jorge Castro - ein erster Warnschuss, der aber mehr Staub als Gefahr aufwirbelte. Palilulac, von Trainer Peter Patrick defensiv eingestellt, lauerte auf Konter. "Wir wollten sie kommen lassen und dann zuschlagen", grinste Patrick nach dem Spiel, als hätte er gerade ein Schachspiel gewonnen. Und genau das taten seine Männer. In der zwölften Minute fand David Pelayo mit einem butterweichen Pass den startenden Callum Perlman, der den Ball mit der Gelassenheit eines Mannes verwertete, der schon beim Frühstück wusste, dass er heute treffen würde. 1:0 - und das auswärts! Die Heimfans verstummten, während Perlman mit ausgestreckten Armen gen Himmel zeigte. "Ich hab’ nur den Ball gesehen und gedacht: Warum eigentlich nicht?", lachte der 33-Jährige später im Interview. Victoria reagierte - wütend, aber kopflos. Schüsse von Pudil, Christow und Tarrega rauschten vorbei oder landeten in den sicheren Händen Castros. Trainer Andreas Godejohann gestikulierte wild an der Seitenlinie, als wolle er den Ball per Telepathie ins Tor lenken. "Wir hatten genug Chancen für zwei Spiele", knurrte er nach Abpfiff. "Aber Fußball ist kein Wunschkonzert." Zur Wahrheit gehört: Palilulac war einfach abgezockter. Mit 16 Schüssen auf das Tor (Victoria brachte es auf sieben) und einer Tackling-Quote von knapp 55 Prozent zeigten die Gäste, dass defensive Stabilität keine Schande ist. Ihre Spielweise war robust, mitunter rustikal - Mario Makukula sah Gelb für ein Foul, das in manch anderem Stadion wohl als landwirtschaftliche Tätigkeit durchgegangen wäre. Später folgte auch Teamkollege Silvestre Conceicao dem Beispiel. In der 29. Minute sorgte ein Schreckmoment für betretenes Schweigen: Palilulacs Billy Reid blieb nach einem Sprint liegen und musste verletzt raus. "Nichts Wildes", versicherte Trainer Patrick später, "er hat nur seinen Stolz verstaucht - und vielleicht die Wade." Ersatzmann Matias Herrero fügte sich nahtlos ein, als wäre er nie weg gewesen. Guimarães, das 53 Prozent Ballbesitz hatte, spielte weiter mit offenem Visier - und rannte doch immer wieder gegen die Abwehrwand der Gäste. Pablo Tarrega versuchte es in der 59. Minute mit einem sehenswerten Volleyschuss, der nur knapp über die Latte strich. Söderberg hatte in der Schlussphase zwei gute Möglichkeiten, scheiterte aber an Castro, der sich an diesem Abend als unbezwingbar entpuppte. In der 81. Minute hätte Tarrega den Ausgleich machen müssen - allein vor dem Tor, doch er schoss den Ball so hoch, dass er vermutlich noch in der nächsten Runde der Atmosphäre unterwegs ist. "Ich wollte zu platziert schießen", murmelte er später, und Godejohann legte ihm tröstend die Hand auf die Schulter. Palilulac verteidigte in den letzten Minuten mit allem, was Beine hatte. Das Team schaltete auf volles Pressing, blockte, grätschte, kämpfte - und holte so den knappen, aber verdienten Sieg über die Zeit. "Das war kein schöner Fußball", gab Patrick zu, "aber Schönheit gibt keine Punkte." Im Stadion blieb es nach Abpfiff still, nur die Gäste jubelten ausgelassen. Perlman herzte seinen Passgeber Pelayo, während Castro im Hintergrund die Faust ballte. Guimarães dagegen stand ratlos auf dem Rasen, als wollte man noch einmal prüfen, ob das Ergebnis auf der Anzeigetafel wirklich stimmte. Jetzt muss Victoria im Rückspiel ein kleines Wunder schaffen, um doch noch in die nächste Runde einzuziehen. "Wir glauben dran", sagte Kapitän Charlie Smith tapfer, "aber wir müssen mehr Tore schießen als der Gegner." Ein Satz, der so banal wie wahr ist - und doch die Essenz dieses bitteren Abends perfekt zusammenfasst. Am Ende blieb der Eindruck eines Spiels, das nicht durch Glanz, sondern durch Effizienz entschieden wurde. Palilulac war nicht besser, aber klüger. Und Guimarães? Die müssen sich fragen, warum man 40.000 Menschen ins Stadion ruft - und dann vergisst, sie jubeln zu lassen. Oder, wie ein fanfrustrierter Zuschauer beim Hinausgehen murmelte: "Wir hatten alles - außer einem Tor." 05.07.2026 21:02 |
Sprücheklopfer
Deutschland wird auf Jahre hin unbesiegbar sein.
Franz Beckenbauer nach dem WM-Titel 1990