Athlitiki Icho
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Panathinaikos rettet spät ein 1:1 gegen Messiniakos - und Athen seufzt kollektiv

Ein kühler Freitagabend in Athen, 20:30 Uhr, Flutlicht, 12.653 Zuschauer im Stadion, und man hätte fast meinen können, der Fußballgott habe sich einen gemütlichen Platz auf der Haupttribüne gesucht - mit Popcorn und einem Hang zur Ironie. Denn das 1:1 zwischen Panathinaikos und Messiniakos war ein Spiel, das alles wollte, aber am Ende vor allem eines war: ein Gleichstand im doppelten Sinne - auf der Anzeigetafel und in der Balance zwischen Genie und Wahnsinn.

Panathinaikos begann stürmisch, wie ein Team, das den Tabellenkeller endgültig verlassen will (oder zumindest so tut). Schon in der ersten Minute prüfte Patrik Kraft den Gästekeeper Georgios Lagonikakis, und der zeigte gleich, dass er heute nicht zum Sightseeing nach Athen gekommen war. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", grinste Kraft später, "aber offenbar wollte er einfach nur freundlich Hallo sagen."

Messiniakos ließ sich davon nicht beirren. Ruhig, kontrolliert, mit etwas mehr Ballbesitz (52,5 Prozent, aber wer zählt das schon?), warteten sie auf den richtigen Moment. Und der kam in der 27. Minute, als Stylianos Warzycha einen dieser butterweichen Pässe in die Tiefe spielte, die man nur mit mediterraner Lässigkeit hinbekommt. Simone Russo, 24, flink wie ein Espresso nach dem Mittagessen, zog davon und schob eiskalt zum 0:1 ein. "Ich wollte eigentlich flanken", gab er später mit einem Augenzwinkern zu, "aber der Ball hatte andere Pläne."

Die 12.653 im Stadion - ein ungeduldig murmelndes grün-weißes Publikum - begannen zu raunen. Trainer Marius Schicker stand an der Seitenlinie, die Hände tief in den Taschen, und rief: "Ruhig bleiben! Wir haben noch Zeit!" - was im Nachhinein fast prophetisch klang. Denn Panathinaikos hatte zwar 13 Torschüsse, aber zur Pause eben keinen Treffer.

Die zweite Hälfte begann, wie die erste aufgehört hatte: mit Offensivdrang der Hausherren und einem Messiniakos, der auf Konter lauerte. In der 52. Minute schließlich die Erlösung: Verteidiger Aigefs Venizelos, sonst eher für rustikale Grätschen bekannt, schickte einen Traumpass über 30 Meter auf Aggelos Tsiklitiras. Der nahm den Ball elegant mit der Brust und drosch ihn ins Netz - 1:1! Das Stadion explodierte, und Schicker brüllte so laut, dass man glaubte, seine Stimmbänder würden ihn für die nächste Woche im Stich lassen.

"Wir wollten zeigen, dass wir Charakter haben", sagte Tsiklitiras später, während er sich die Schweißperlen von der Stirn wischte. "Und ich wollte zeigen, dass ich nicht nur nach rechts laufen kann."

Messiniakos reagierte prompt - nicht mit Toren, aber mit Gelben Karten. Erst Aristodimos Messaris (67.), dann Enok Christiansen (77.) sahen Gelb, beide für Fouls, die in einem Rugby-Spiel vermutlich als zärtliche Umarmung durchgegangen wären. Panathinaikos konterte mit einer eigenen Verwarnung für Emmanouil Makris (79.), der offenbar vergessen hatte, dass Schubsen nicht zum Standardrepertoire gehört.

Statistisch gesehen war es ein Duell auf Augenhöhe: 13 Schüsse der Gastgeber, 12 der Gäste, Ballbesitz fast ausgeglichen, Zweikampfquote mit 50,8 zu 49,2 Prozent minimal zugunsten der Hausherren. Aber während die Zahlen Gleichgewicht suggerierten, war das Spiel ein Ritt auf der Rasierklinge. In der Nachspielzeit (94.) hätte Patrik Kraft beinahe den Siegtreffer erzielt, doch Lagonikakis hechtete - und das Stadion hielt den Atem an. "Ich schwöre, ich hab kurz aufgehört zu atmen", sagte Trainer Schicker nach Abpfiff lachend. "Und dann gemerkt, dass ich’s vielleicht besser lassen sollte."

Am Ende blieb es beim 1:1. Messiniakos-Coach - dessen Namen die Offiziellen offenbar lieber verschwiegen - nickte zufrieden: "Ein Punkt in Athen ist wie ein Gyros nach Mitternacht - man nimmt ihn gern mit, auch wenn man weiß, dass man’s morgen spürt."

Panathinaikos hingegen haderte ein wenig mit dem Ergebnis. "Wir hätten mehr verdient", meinte Venizelos, der Vorlagengeber, "aber vielleicht war das Ergebnis einfach gerecht. Mal gewinnt man, mal spielt man unentschieden, und manchmal wundert man sich, dass der Ball rund ist."

Ein Spiel, das keinen Sieger, aber viele Geschichten hatte. Ein Abend, an dem Leidenschaft auf Pragmatismus traf, und ein 1:1, das irgendwie alles sagte: nicht schön, aber ehrlich.

Oder, wie ein älterer Fan beim Hinausgehen murmelte: "Wenn wir schon nicht gewinnen, sollen wenigstens die anderen auch nicht glücklich sein." - Ein Satz, der wohl in Stein gemeißelt über den Eingängen vieler Stadien stehen könnte.

21.04.643987 17:20
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