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Paris St. Michel zittert sich weiter - Barbosa trifft, Fredrikstad verzweifelt

Champions League Qualifikation | 1. Runde - Rückspiel | 06.07.26 | Fredrikstad BK - Paris St. Michel 0:1

Fredrikstad - 27.200 Zuschauer im Stadion, ein lauer Sommerabend, die Champions-League-Hoffnungen einer ganzen Stadt - und am Ende wieder dieses eine Tor, das die Träume platzen lässt. Fredrikstad BK unterlag im Rückspiel der ersten Qualifikationsrunde Paris St. Michel mit 0:1 (0:0). Es war ein Spiel, das alles hatte: Tempo, Kampf, gelbe Karten, aber leider auch diese bittere norwegische Ineffizienz vor dem Tor.

Schon in der ersten Minute zeigte der französische Favorit, dass er nicht zum Sightseeing gekommen war. Claudios Hogarth prüfte Fredrikstads Keeper Martin Flo mit einem Distanzschuss, der mehr ein Warnschuss als ein echter Versuch war. Doch die Hausherren antworteten sofort. Andres Rueda und der junge Kai Hangeland schossen innerhalb der ersten fünf Minuten gleich zweimal gefährlich aufs Tor - es blieb aber beim Versuch. "Wenn das Ding in der fünften Minute reingeht, reden wir hier über ein anderes Spiel", meinte Trainer Peter Lundekvam später mit einem vielsagenden Grinsen.

Fredrikstad spielte mutig, vielleicht sogar zu mutig. Simen Halvorsen kassierte nach elf Minuten Gelb, als er versuchte, Dylan Chisholm mit etwas zu viel nordischer Herzlichkeit vom Ball zu trennen. "Ich wollte nur, dass er merkt, dass er in Norwegen ist", scherzte Halvorsen hinterher - und grinste dabei, als hätte er gerade das Spiel gewonnen.

Die erste Halbzeit bot Chancen auf beiden Seiten. Paris St. Michel hatte mit 52 Prozent leicht mehr Ballbesitz, doch es war Fredrikstad, das kämpferisch glänzte. Kai Hangeland rackerte im Mittelfeld, Henning Halvorsen (19) sorgte über rechts für Betrieb, und hinten hielten Brede Hangeland und Carsten König den Laden dicht. Nur die Tore fehlten - wie so oft, wenn Leidenschaft auf Präzision trifft.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild kaum. Paris blieb ruhig, lauerte auf Konter - und einer davon saß. In der 53. Minute leitete Pierre Dubois einen schnellen Gegenangriff über rechts ein, flankte präzise in den Strafraum, wo Leandro Barbosa lauerte. Der 32-jährige Brasilianer nahm den Ball mit der Brust an und drosch ihn humorlos ins Netz - 0:1. Jubel bei den Gästen, betretenes Schweigen im Stadion. "Das war genau das, was wir trainiert haben - ruhig bleiben, kurz atmen, dann zuschlagen", erklärte Paris-Trainer Franz Huber später.

Fredrikstad versuchte alles, um zurückzukommen. Henning Halvorsen und Jorn Andersen gaben sich redlich Mühe, aber der Ball wollte einfach nicht rein. Elf Torschüsse standen am Ende für die Norweger zu Buche - keiner fand den Weg ins Tor. Paris hatte deren 16, und einer davon genügte.

In der 60. Minute wechselte Lundekvam den erschöpften Pascal Hathaway aus - Steffen Carew kam und brachte frischen Wind über links. Doch Paris verteidigte clever, manchmal auch mit der berühmten "französischen Gelassenheit", wie Huber es nannte. Alain Ouellet sah in der 71. Minute Gelb, nachdem er mit einer Grätsche eher den Rasen als den Ball traf. "Ich wollte die Linie markieren", sagte er lachend nach dem Spiel - ein Satz, der es wohl in die Kabinenwand schaffen wird.

Kurz vor Schluss wurde es noch einmal kurios: In der 90. Minute wechselte Lundekvam den Torwart - Daniel Mykland kam für Martin Flo. Eine Vorsichtsmaßnahme, wie der Coach erklärte: "Martin hatte ein Ziehen im Oberschenkel. Und vielleicht dachte ich, Daniel bringt uns Glück." Tat er nicht. Stattdessen gab’s noch eine Gelbe für Brede Hangeland, der seine Frustration nicht verbergen konnte.

Nach Abpfiff feierten die Pariser ausgelassen, während die Norweger erschöpft zusammensanken. "Wir haben gegen eine sehr disziplinierte Mannschaft gespielt", sagte Lundekvam, der trotz des Ausscheidens stolz wirkte. "Aber wir haben gezeigt, dass man auch mit Herz Fußball spielen kann. Leider gewinnt das Herz selten gegen Effizienz."

Leandro Barbosa, der Mann des Abends, fasste es pragmatischer zusammen: "Ein Tor ist ein Tor. Und weiter ist weiter."

Fredrikstad darf nun den Urlaub planen, Paris St. Michel hingegen reist in die nächste Qualifikationsrunde - mit einem Tor Vorsprung, aber vielen Schrammen. Denn leicht haben es die Norweger ihnen nicht gemacht.

Und irgendwo zwischen der 53. Minute und dem Schlusspfiff blieb der Eindruck, dass hier nicht nur ein Spiel verloren ging, sondern eine kleine Fußballromanze - jene zwischen Traum und Realität, die in Fredrikstad an diesem Abend 0:1 endete.

07.07.2026 18:27
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Sprücheklopfer
Eines möchte ich noch kurz anfügen. Auf der Homepage meines Kollegen Thomas Sobotzik habe ich gelesen, dass ich seinem Sohn so ähnlich sehe. Mit Frau Sobotzik habe ich aber schmunzelnd ausgemacht, dass an dieser Geschichte nichts dran ist.
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