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Partinico Calcio trumpft auf - Sicilia erlebt einen sizilianischen Albtraum

Wenn 41.849 Zuschauer an einem kühlen Januarsamstag in Partinico ins Stadion strömen, ahnen sie wohl kaum, dass sie Zeugen eines Abends werden, der in der Klubchronik fett gedruckt bleiben wird. Partinico Calcio zerlegte den FC Sicilia mit 4:0 (1:0) - und das, obwohl der Ballbesitz am Ende sogar leicht zugunsten der Gäste ausfiel. Doch was nützen ein paar Prozent mehr Ballkontrolle, wenn man aus zwei kümmerlichen Torschüssen nichts macht und hinten die Scheunentore offenstehen?

"Wir wollten kompakt stehen, aber irgendwie haben wir wohl die Definition von ’kompakt’ missverstanden", knurrte FC-Sicilia-Trainer Mister Giacomo nach Spielende. Seine Mannschaft stand tatsächlich - aber zumeist Spalier.

Von Beginn an war klar, dass Partinico Calcio an diesem Abend etwas vorhatte. Schon in der zweiten Minute prüfte Jacob Donovan den gegnerischen Keeper mit einem strammen Schuss, und auch Asier Verdasco legte gleich nach. Sicilia wirkte überrumpelt, als hätte man den Anpfiff verschlafen.

Das 1:0 fiel folgerichtig in der 27. Minute: Mario Lupus flankte halbhoch in den Strafraum, Donovan setzte sich mit britischer Wucht durch und köpfte den Ball unhaltbar ins Eck. "Ich hab einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass er reingeht", grinste Donovan später - man glaubt ihm sofort.

Bis zur Pause blieb Partinico drückend überlegen, obwohl Sicilia nominell mehr Ballbesitz hatte. Doch die Gäste spielten, als wollten sie den Ball lieber streicheln als ihm wehtun. Ihre Taktik - defensiv, konternd, mit langer Ballstaffette - las sich auf dem Papier solide, auf dem Rasen jedoch wie eine Einladung für Partinicos Angreifer.

Nach der Halbzeit kam dann die Show des Pedro de Almeida. In der 56. Minute bekam er von Felipe Jorge einen Pass auf dem Silbertablett serviert, drehte sich einmal um die eigene Achse und drosch den Ball humorlos in die Maschen. 2:0, und der Widerstand der Sizilianer war gebrochen.

"Wir wussten, dass sie irgendwann aufmachen müssen", erklärte Partinico-Coach Meggi Ryana. "Aber ehrlich gesagt, sie haben gar nicht zugemacht."

Sicilia reagierte mit Gelben Karten statt mit Toren: Erst sah der junge Manuel Fiore Gelb (54.), später Giovanni Colussi (83.). Es war sinnbildlich - Frust statt Fußball. Währenddessen ließ Partinico nicht locker. In der 82. Minute sorgte Linksverteidiger Claudiu Muzsnay für den Moment des Abends: Nach einer butterweichen Flanke von Lionel Garcia zog er aus vollem Lauf ab - 3:0! Die Tribünen bebten. "Ich wusste gar nicht, dass ich so schießen kann", scherzte Muzsnay nach dem Spiel.

Nur zwei Minuten später das Sahnehäubchen: Wieder war es Garcia, diesmal als Passgeber für Donovan. Der Torjäger blieb cool und schob zum 4:0-Endstand ein (84.). Danach durfte Garcia runter, der junge Paolo Roggiano bekam noch ein paar Minuten und wohl den Auftrag, bloß keinen Ball zu verlieren - was ihm auch gelang.

Die Statistik liest sich wie ein Lehrbuch für Effizienz: 23 Torschüsse für Partinico, 2 für Sicilia. Ballbesitz zwar leicht bei den Gästen (52 %), doch die Tackling-Quote sprach Bände: 59 % gewonnene Zweikämpfe für die Hausherren, nur 41 % für die Gäste.

Nach dem Spiel wirkte Trainerin Meggi Ryana gelöst, aber nicht übermütig. "Vier Tore sind schön, aber was mich am meisten freut, ist, dass wir endlich mal zu null gespielt haben. Alfie im Tor hatte fast Langeweile - das ist selten genug." Torhüter Alfie Heighway nickte lachend: "Ich hätte fast die Zeitung gelesen. Aber dann kam doch noch ein Rückpass."

Auf der anderen Seite suchte Mister Giacomo nach Erklärungen: "Wir wollten auf Konter spielen, aber man braucht dafür auch... na ja... Konter."

Die Fans feierten ihre Mannschaft, als hätte sie den Scudetto gewonnen. Feuerwerk über dem Stadion, Sprechchöre für Donovan - und selbst der Platzwart grinste, als er die letzten Bierbecher aufsammelte.

Fazit: Partinico Calcio zeigte ein Offensivfeuerwerk alter Schule - mit langen Bällen, mutigem Pressing und einer Spielfreude, die man in dieser Liga nicht alle Tage sieht. Sicilia dagegen lieferte den Beweis, dass Ballbesitz keine Tore garantiert und dass man mit einer defensiven Grundordnung auch defensiv untergehen kann.

"Wir haben heute Fußball gearbeitet, nicht gespielt", meinte Ryana zum Schluss augenzwinkernd. Und das Ergebnis spricht für sie: 4:0, klare Sache - und ein Abend, an dem sogar der Mond über Partinico ein bisschen heller leuchtete.

22.02.643987 03:15
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Es war toll, es war klasse, es war wie ein Albtraum.
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