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Europaliga | Achtelfinale - Rückspiel | 04.09.26 | Patizan Belgrad - Gela 2:1 Dragan Krstajic hatte offenbar beschlossen, die Begrüßungsphase abzukürzen. Nach dem Anstoß ging es über die linke Seite, Marcel Halstenberg legte auf, und Krstajic traf bereits in der ersten Minute. Die Tribünen explodierten, Gela schaute verdutzt - ungefähr so, als hätte jemand beim Brettspiel die ersten drei Züge übersprungen. "Wir wollten von Beginn an zeigen, dass wir nicht auf ein Wunder warten", sagte Partizans Trainer Uwe Schumacher später. "Dass es dann so früh klappt, war natürlich angenehm. Für meinen Blutdruck weniger." Gela ließ sich vom frühen Rückstand allerdings nicht einschüchtern. Die Gäste spielten offensiv, suchten immer wieder die Flügel und kamen zu deutlich mehr Abschlüssen. Insgesamt brachte Gela zwölf Torschüsse zustande, Partizan lediglich sieben. Auch beim Ballbesitz lagen die Gäste knapp vorn: 50,27 Prozent gegenüber 49,73 Prozent. Es war also keineswegs ein Belgrader Einbahnstraßenfußball, auch wenn das Publikum diesen Eindruck mit bemerkenswerter Lautstärke zu erzeugen versuchte. Alejandro Cascon tauchte mehrfach gefährlich auf, Ignacio Barbosa und Harvey Townsend probierten es ebenfalls. Partizan verteidigte mit großer Aggressivität, aber nicht immer mit großer Eleganz. Dusan Veskovac sah in der 29. Minute die Gelbe Karte und bewegte sich fortan mit jener Vorsicht, die man sonst von Menschen kennt, die gerade eine Vase umgestoßen haben. Auf der anderen Seite erhielt Gela-Verteidiger Jan Michalik kurz nach dem Seitenwechsel ebenfalls eine Verwarnung. Das Spiel blieb körperbetont, die Zweikämpfe waren umkämpft, und die taktischen Vorgaben waren deutlich: Partizan blieb ausgewogen, lauerte auf Umschaltmomente und hielt das Pressing zunächst zurück. Gela blieb offensiv ausgerichtet, später erhöhte Trainer Michael Müller den Druck deutlich. Doch bevor dieser Plan vollständig greifen konnte, schlug Partizan erneut zu. In der 54. Minute war es wieder Krstajic, der den Ball im Tor unterbrachte. Zwei Treffer, sieben Torschüsse insgesamt - der Mann arbeitete an diesem Abend mit bemerkenswerter Effizienz. "Ich habe heute nicht viel gerechnet", sagte Krstajic angeblich mit einem Grinsen. "Ich habe einfach geschossen, wenn der Ball in der Nähe war. Das ist manchmal die fortgeschrittene Form von Taktik." Gela gab sich nicht geschlagen. In der 73. Minute bediente Tiago Almeida den eingewechselten beziehungsweise gefährlich nachstoßenden Ignacio Barbosa, der zum 1:2 verkürzte. Fast zeitgleich musste Isidoro Garcia verletzt vom Feld; Francisco Dominguez kam für ihn. Für einen kurzen Moment wurde es im Stadion auffällig still. Danach übernahm wieder das Pfeifkonzert. Partizan brachte anschließend Branko Komljenovic, Igor Stepanov und Awraham Galili ins Spiel, um die Führung über die Zeit zu retten. Gela warf in der Schlussphase alles nach vorn und erhöhte das Pressing. Nikola Budan suchte in der 91. Minute noch einmal den Abschluss, doch der Ausgleich blieb aus. So gewann Partizan ein enges, keineswegs überlegenes, aber ausgesprochen entschlossenes Europapokalspiel. Gela hatte mehr Torschüsse, Partizan aber den effizienteren Krstajic und die bessere Ausgangslage auf der Anzeigetafel. Trainer Michael Müller soll nach dem Abpfiff trocken gesagt haben: "Wir hatten den Ball oft genug. Leider wollte er nicht immer dahin, wo wir ihn haben wollten." Der Fußball bleibt eben ein Spiel voller Überraschungen - besonders für den Ball. 04.09.2026 19:53 |
Sprücheklopfer
Leichte Bälle zu halten ist einfach. Schwierige Bälle zu halten ist immer schwierig.
Otto Rehhagel