Sporski Journal
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Patizan Belgrad zittert sich zum 2:1 gegen FK Bask - und feiert trotzdem

Belgrad, 15. Mai 2026 - 58.595 Zuschauer im ausverkauften Stadion sahen an diesem Freitagabend ein Spiel, das alles hatte: frühe Freude, späten Nervenkitzel und zwischendurch viel nervöses Ballgeschiebe. Am Ende durfte Patizan Belgrad jubeln - 2:1 gegen FK Bask, ein Ergebnis, das knapper klingt, als es lange Zeit aussah.

Schon nach neun Minuten bebte der Beton. Dragan Krstajic, der bullige Linksaußen mit dem Charme eines Straßenfußballers, traf nach feinem Zuspiel von Igor Stepanov zur frühen Führung. "Ich habe einfach draufgehalten", grinste Krstajic später. "Wenn der Ball rein will, dann will er. Heute wollte er wohl." Trainer Uwe Schumacher klatschte an der Seitenlinie so heftig, dass sein Notizblock in hohem Bogen über die Coaching-Zone segelte.

Belgrad ließ nicht locker, kombinierte gefällig, hatte mehr vom Spiel - und wurde belohnt. In der 39. Minute schickte Milan Rakic mit einem butterweichen Pass den jungen Awraham Galili steil. Der 21-Jährige blieb eiskalt und schob zum 2:0 ein. "Ich hatte kurz Angst, dass ich abseits bin", gestand Galili später lachend. "Aber der Linienrichter hat’s wohl nicht so genau gesehen."

Zur Pause sah alles nach einem gemütlichen Abend für die Heimfans aus. 2:0, 51,8 Prozent Ballbesitz, 19 Schüsse aufs Tor - Patizan dominierte, ohne zu glänzen. FK Bask hingegen wirkte wie ein Gast, der zu spät zur eigenen Party kommt. Trainer Ivan Murganovic musste in der Kabine laut geworden sein, denn die Basks kamen mit Wut im Bauch zurück.

Ab der 60. Minute drehte sich das Bild. Plötzlich standen die Schwarz-Weißen tief, verloren Bälle im Mittelfeld, und vorne herrschte Funkstille. "Wir haben ein bisschen zu früh den Verwaltungsmodus eingeschaltet", knurrte Schumacher nach dem Spiel.

Und dann kam Zvonimir Trkulja. Der junge Rechtsaußen von FK Bask, bisher eher unauffällig, schien sich in der 70. Minute zu denken: Wenn’s keiner macht, mach ich’s halt selbst. Nach einem langen Ball von Innenverteidiger Gabor Bodola zog er volley ab - und der Ball zappelte unhaltbar im Netz. 2:1, und plötzlich roch es wieder nach Drama.

Die letzten 20 Minuten wurden zur Zitterpartie. Trkulja hatte in der 81. Minute sogar den Ausgleich auf dem Fuß, doch Patizan-Keeper Ognjen Basta fischte den Ball in bester Torwart-Manier aus dem Eck. "Ich hab nur die Augen zugemacht und gehofft, dass er mich trifft", witzelte Basta später.

Belgrad konterte über Galili und Anicic, doch die Präzision war dahin. Mehrfach rauschten Schüsse knapp am Gehäuse vorbei. Auf der Tribüne rief ein älterer Fan: "Wir wollen kein Herzinfarkt-Fußball, Uwe!" Schumacher drehte sich kurz um, grinste und hob den Daumen.

Am Ende blieb es beim 2:1, ein Sieg, der in der Tabelle zählt, aber die Nerven der Heimfans strapazierte. FK Bask verließ den Platz erhobenen Hauptes. "Wir haben in der zweiten Halbzeit gezeigt, dass wir mitspielen können", sagte Murganovic. "Vielleicht war’s zu spät, aber wenigstens haben wir Patizan noch mal das Fürchten gelehrt."

Statistisch gesehen war das Spiel ausgeglichener, als es sich anfühlte: 51,9 Prozent Ballbesitz für Belgrad, 48,1 für Bask, eine Zweikampfquote von 53 zu 47 Prozent. Doch die klareren Chancen gehörten den Hausherren.

In der Mixed Zone scherzte Galili, der Torschütze zum 2:0: "Wenn wir so weiterspielen, brauchen wir bald alle Beruhigungstabletten. Aber Hauptsache drei Punkte."

Trainer Schumacher zog ein pragmatisches Fazit: "Wir haben gut angefangen, stark nachgelassen, aber gewonnen. Manchmal reicht das."

Und irgendwo auf der Tribüne seufzte ein alter Patizan-Fan, zog seine Mütze tiefer ins Gesicht und murmelte: "Früher haben wir schöner gespielt. Aber wenigstens haben wir jetzt Galili."

Ein Sieg also, der nicht nur Zähler brachte, sondern auch Gesprächsstoff - und vielleicht einen neuen Publikumsliebling.

Schlusswort? Vielleicht dieses: Fußball ist wie ein serbischer Espresso - stark, heiß, manchmal bitter, aber am Ende will man doch immer noch eine Runde.

02.03.644000 16:29
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