Sporski Journal
+++ Sportzeitung für Serbien +++

Pedro Ruiz lässt Belgrad jubeln - Banja Luka kämpft, aber verliert 1:2

59.000 Zuschauer im brodelnden Stadion von Banja Luka sahen an diesem frostigen Februarabend Fußball mit allem, was dazugehört: Leidenschaft, Drama, jugendliche Unbekümmertheit - und einen gewissen Pedro Ruiz, der offenbar beschlossen hatte, den Abend zu seiner persönlichen Show zu machen. Der 30-jährige Spanier im Trikot von Crno Belgrad erzielte beide Treffer beim 2:1-Auswärtssieg und ließ die Heimfans ratlos zurück.

Dabei fing alles recht hoffnungsvoll für Banja Luka an. Trainer Stojko Blombovic hatte seine Männer in einer offensiven Grundordnung aufs Feld geschickt, mit viel Druck über die Flügel. "Wir wollten Belgrad gleich zeigen, dass hier keiner einfach tanzt", sagte Blombovic später mit einem bitteren Lächeln. Und tatsächlich: In den ersten 20 Minuten wirbelte seine Mannschaft ordentlich. Miguel Deco prüfte Belgrads Torhüter Oscar Warriner früh, Adam Miller zog aus der Distanz ab, und das Publikum stand wie ein einziger roter Block hinter dem Team.

Doch wie so oft im Fußball kam der Dämpfer, als man gerade anfing zu träumen. In der 43. Minute ließ Ruiz seine Klasse aufblitzen. Nach feinem Zuspiel des quirligen Aristidis Triantafyllou zog er trocken ab - 0:1. Torwart Aleksandar Dordevic streckte sich vergeblich, der Ball zappelte im Netz. "Wenn du Ruiz so viel Platz gibst, kannst du gleich die Rückfahrt planen", meinte ein Belgrad-Fan in der Pause süffisant.

Kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, zeigte Banja Luka aber, dass sie sich nicht kampflos ergeben würden. Nur eine Minute nach Wiederanpfiff hämmerte Marco Andrade den Ball nach Vorarbeit von Abwehrmann Ranisav Tosic ins Tor - 1:1! Das Stadion explodierte, Bierbecher flogen, und Trainer Blombovic brüllte seine Freude in den Nachthimmel. "Da hat’s sogar in der Trainerkabine vibriert", grinste später ein Ordner.

Doch wer dachte, das Spiel kippe nun zugunsten der Hausherren, irrte. Wieder war es Pedro Ruiz, der im richtigen Moment am richtigen Ort stand. In der 61. Minute, erneut nach Vorlage von Triantafyllou, nagelte er den Ball aus spitzem Winkel unter die Latte. 2:1 für Belgrad, und diesmal blieb es dabei.

Banja Luka warf in der Schlussphase alles nach vorn - inklusive der beiden 18-jährigen Nachwuchskräfte Marko Jovanovic und Zvonimir Trkulja, die ihr Debüt gaben. Beide sorgten für frischen Wind, Jovanovic prüfte den Keeper sogar zweimal ernsthaft (79. und 89. Minute). Doch der Ausgleich wollte nicht fallen. "Wir hatten sie am Rand des Nervenzusammenbruchs", behauptete Andrade nach der Partie, "aber Fußball ist kein Wunschkonzert."

Belgrad spielte die Führung clever herunter, auch wenn es in den letzten Minuten noch gelbe Karten für Marko Jankovic (54.) und Lennard Mann (94.) hagelte. Trainer Cevo Icvic nahm’s gelassen: "Wenn du kämpfst, bekommst du halt mal eine Karte. Das ist kein Schach hier." Seine Mannschaft hatte ohnehin das Geschehen weitgehend im Griff - 55 Prozent Ballbesitz, 15 Torschüsse und eine bemerkenswerte Ruhe am Ball ließen kaum Zweifel, wer an diesem Abend die reifere Truppe war.

Banja Luka hingegen kämpfte mit Leidenschaft, kam auf immerhin zehn Torschüsse, aber zu selten in die gefährlichen Räume. "Wir haben zu kompliziert gespielt", räumte Mittelfeldmann Adam Miller ein. "Manchmal ist der einfache Pass der schönste."

Als der Schlusspfiff ertönte, blieb den Heimfans nur höflicher Applaus. Pedro Ruiz wurde von den Belgrader Anhängern gefeiert wie ein Rockstar - allerdings ohne Gitarrensolo, dafür mit zwei Toren, die Banja Luka noch eine Weile verfolgen dürften.

Trainer Blombovic verabschiedete sich mit einem Schulterzucken: "Wir waren nah dran, aber Ruiz war heute einfach besser. Vielleicht sollte ich ihm mal einen Vertrag anbieten."

Ein letzter Blick auf die Anzeigetafel - 1:2. Gerechtes Ergebnis, wenn man ehrlich ist. Und während die Flutlichter langsam erloschen, hallte ein Satz über die leeren Ränge, den man sich merken sollte: Fußball ist manchmal grausam - aber nie langweilig.

Und das ist ja schon fast ein Trostpreis.

25.04.643990 06:20
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