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Penkun siegt mit Plan - Alfter rennt vergeblich an

Ein lauer Maiabend, 20:15 Uhr, Flutlicht an, Bratwurstgeruch in der Luft - und 1.254 Zuschauer, die hoffnungsvoll in Richtung Heimkurve blickten. Doch wer auf eine Alfterer Gala gehofft hatte, bekam eher einen Lehrfilm in Sachen Spielkontrolle serviert. Penkuner SV gewann beim FC Alfter verdient mit 2:0 und ließ dabei kaum Zweifel, wer an diesem 12. Spieltag der Landesliga 26 das Kommando führte.

Bereits nach elf Minuten war der Plan der Gäste klar erkennbar: ruhiger Aufbau, Ball in die Mitte, kurzer Doppelpass zwischen Linksverteidiger Marc Villar und Mittelfeldmotor Liam Bayer - und zack, der Ball zappelte im Netz. Bayers trockener Flachschuss aus 16 Metern war so präzise, dass Alfter-Keeper Hanns Adam wohl heute noch überlegt, ob er überhaupt die Arme heben sollte. "Ich hab den Ball gesehen - und dann nicht mehr", murmelte der 19-Jährige hinterher mit einem gequälten Lächeln.

Alfter versuchte es daraufhin mit Engagement, aber ohne Fortune. Jose Enrique Mendez prüfte Penkuns Torwart Javier Helguera nach fünf Minuten, später auch noch einmal in der 70. - beide Male landete der Ball sicher in den Handschuhen des 18-jährigen Schlussmanns. "Ich bin jung, aber nicht blind", grinste Helguera nach dem Spiel.

Während Alfter rannte, kombinierte Penkun. Und das mit einer Ruhe, die fast unverschämt wirkte. In der 38. Minute setzte der flinke Jannik Schröter zu einem seiner typischen Flügelläufe an, tunnelte den verdutzten Yannik Kunze und legte quer auf Albin Brun. Der wiederum nahm Maß, und ehe man "Abseits!" rufen konnte, stand es 0:2. Trainer Josef Köhn schüttelte an der Seitenlinie nur den Kopf, als wolle er sagen: "Das war so nicht im Drehbuch."

Von da an war das Spiel eigentlich entschieden. Penkun hatte 60 Prozent Ballbesitz, 20 Torschüsse und zwei Gelbe Karten - eine Statistik, die zeigt, dass man es sich leisten konnte, gelegentlich auch körperlich dazwischenzugehen. Besonders Harald Schumann, der rechte Verteidiger mit dem Charme eines Betonpfostens, sah Gelb in der 82. Minute, nachdem er Mendez unsanft daran erinnerte, dass Fußball ein Kontaktsport ist.

"Wir haben heute das gemacht, was Alfter vorhatte", erklärte Penkuns Mittelfeldmann Bayer nach Schlusspfiff. "Sie wollten offensiv spielen, wir haben’s getan." Tatsächlich agierte Alfter laut Statistik offensiv, aber ohne Durchschlagskraft. 40 Prozent Ballbesitz, sieben Torschüsse - das liest sich wie ein Versuch, der in einer Seminararbeit mit dem Prädikat "bemüht" enden würde.

Trainer Köhn versuchte, das Positive zu sehen: "Wir haben uns Chancen erspielt, das Ergebnis täuscht über den Einsatz hinweg." Sein Kollege von Penkun, mutmaßlich mit einem Lächeln, das man im Dunkeln sehen konnte, konterte trocken: "Wenn Einsatz Tore schießt, gewinnen sie das nächste Mal sicher."

Die zweite Halbzeit verlief wie ein gepflegtes Trainingsspiel. Penkun verwaltete, Alfter suchte, fand aber nur den eigenen Frust. Einige Zuschauer versuchten, das Geschehen mit Humor zu nehmen. "Vielleicht haben sie die Tore in der Kabine vergessen", rief einer, als David Lauer in der 91. Minute den Ball über das Tor jagte.

Am Ende blieb es beim 0:2 - ein Ergebnis, das so klar war wie die Rollenverteilung auf dem Platz. Penkun spielte, Alfter arbeitete. Und wenn man ehrlich ist, war der Unterschied nicht die individuelle Klasse, sondern die Konsequenz. Penkun wollte gewinnen. Alfter wollte spielen.

Ein letzter Blick auf die Zahlen bestätigt das Gefühl: 20:7 Torschüsse, 60 zu 40 Prozent Ballbesitz, eine Zweikampfquote von 56 zu 44 Prozent - Fußball ist manchmal doch Mathematik mit Schweiß.

Als die Flutlichter erloschen und die letzten Bratwürste verglühten, blieb den Alfter-Fans die Hoffnung, dass es beim nächsten Mal besser läuft. Und vielleicht, ganz vielleicht, dass der Fußballgott dann wieder auf Offensivmodus schaltet.

Denn wenn man ehrlich ist: Verloren hat Alfter nicht an der Taktik - sondern an der Präzision. Oder, wie es Albin Brun beim Hinausgehen augenzwinkernd formulierte: "Wir hatten einfach mehr Lust auf Tore."

15.10.643999 17:39
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