Anpfiff
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

Pfullinger Last-Minute-Wunder: Caron köpft Lautern ins Tal der Tränen

Es war einer dieser Abende, an denen Fußballromantiker feuchte Augen bekommen und Statistiker ratlos auf ihre Zettel starren. 4171 Zuschauer im schmucken Schönbergstadion von Pfullingen erlebten am 4. Spieltag der Regionalliga C ein Drama in drei Akten - mit Happy End für die Gastgeber, die den favorisierten 1. FC Kaiserslautern mit 2:1 (0:1) niederkämpften.

Die Rollen schienen vor Anpfiff klar verteilt: Pfullingen, taktisch defensiv eingestellt von Trainer Günter Thiede, wollte das Unheil vom eigenen Strafraum fernhalten, während die jungen Wilden aus Kaiserslautern unter Trainerin Laura Hellström anrollten wie ein ICE ohne Bremsen. Schon in der ersten Minute prüfte Eri Böhme den Pfullinger Keeper Antonio Eusebio, der den Ball mit einem Reflex parierte, als habe er drei Hände.

"Ich dachte nach zehn Minuten, wir spielen gegen zwölf", schnaufte Thiede später. Kein Wunder: Die Gäste feuerten insgesamt 15 Torschüsse ab, doch lange fehlte die Präzision. Bis zur 27. Minute - da schlug das Teenager-Duo der Pfälzer zu. Linksverteidiger David Heise flankt, der 17-jährige Dennis Jones zieht trocken ab: 0:1. Ein Tor wie aus dem Lehrbuch, und die Lauterer Bank jubelte, als wäre der Aufstieg schon fix.

Doch Fußball hat bekanntlich die unangenehme Angewohnheit, Drehbücher umzuschreiben. Pfullingen kam nach der Pause besser ins Spiel, während Hellström gleich dreifach wechselte - jugend forscht: Johannes Klein, Uwe Beyer und Ivan Posavec kamen. "Wir wollten das Tempo hochhalten", erklärte die Trainerin nach dem Spiel, "aber manchmal hält die Realität nicht mit."

Der VfL, in der ersten Hälfte noch zaghaft, begann plötzlich, mutig nach vorne zu spielen. Besonders der 19-jährige Alfie Argyll drehte auf. In der 70. Minute setzte er sich am linken Flügel durch, bekam den Ball von Mathias Schubert serviert - und traf mit links zum 1:1. Das Stadion explodierte. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Argyll später, "und gehofft, dass der Ball nicht auf der B27 landet."

Kaiserslautern antwortete wütend, Yannick Walther prüfte Keeper Eusebio gleich mehrfach, doch Pfullingen verteidigte mit Herz, Hirn und gelegentlichem Verzweiflungsschlag. Die Gäste kassierten Gelb für Hofmann (55.) und den eingewechselten Beyer (83.), was die Nervosität nur steigerte.

Dann kam die Nachspielzeit - Minute 91. Noch ein letzter Angriff der Hausherren. Wieder Schubert, diesmal über links, eine butterweiche Flanke in den Strafraum. Und dort stieg - man glaubt’s kaum - Rechtsverteidiger Marcel Caron hoch und köpfte den Ball unhaltbar ins Eck. 2:1. Die Lauterer verteidigten wie eingefroren, während Caron jubelnd Richtung Fanblock rannte. "Ich wusste gar nicht, dass ich so hoch springen kann", lachte der Torschütze später.

Trainer Thiede umarmte seine Spieler, die Ersatzbank stürmte das Feld, und selbst der Stadionsprecher klang, als hätte er gerade im Lotto gewonnen. "Das war Leidenschaft pur", brüllte Thiede in die Mikrofone. "Wir haben vielleicht nicht den schönsten Fußball gespielt, aber den effektivsten!"

Die Statistik erzählte eine andere Geschichte: 49,5 Prozent Ballbesitz für Pfullingen, 50,5 für Lautern, dazu 6:15 Torschüsse - eigentlich ein klarer Fall. Aber während Lautern Chancen sammelte wie Briefmarken, traf Pfullingen zweimal ins Schwarze. "Wir waren zu brav", räumte Hellström ein. "Manchmal muss man eben auch mal einen Ball ins dritte Stockwerk dreschen, wenn’s sein muss."

Das Publikum verabschiedete die Mannschaften mit stehenden Ovationen. Ein älterer Herr auf der Haupttribüne fasste das Geschehen treffend zusammen: "So ein Spiel siehst du nur, wenn du eigentlich schon heimgehen willst."

Und tatsächlich: Wer nach 89 Minuten noch an ein Pfullinger Wunder glaubte, dürfte in der Minderheit gewesen sein. Doch Caron machte das Unmögliche möglich - ausgerechnet der Verteidiger, der bis dahin hauptsächlich durch seine Einwürfe aufgefallen war.

Ob der VfL mit diesem Sieg nun zum Geheimfavoriten avanciert? Trainer Thiede winkte ab: "Wir bleiben auf dem Teppich - aber der ist heute ziemlich weich."

Ein Abend also, an dem der Fußball wieder einmal zeigte, warum er der schönste Unsinn der Welt ist. Kaiserslautern fährt enttäuscht nach Hause, Pfullingen träumt weiter. Und irgendwo in der Kabine summte jemand: "So schön kann ein Montag sein."

(Word count: ca. 635)

05.03.643987 20:05
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Die Hitze kann für die deutschen Spieler sogar ein Vorteil sein. An einem Urlaubsort sieht man in der Mittagshitze auch immer nur Deutsche draußen, also kommen wir mit der Temperatur sogar besser zurecht.
Erich Ribbeck
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager