Football Today
+++ Sportzeitung für England +++

Piraten entern das Etihad: Bristol schlägt Manchester 5:3

Das war kein Fußballspiel, das war eine Seeschlacht auf grünem Rasen. Die Bristol Pirates kaperten am Montagabend die "Manchester Blues" und verließen das Stadion mit einem 5:3-Sieg, der selbst die kühnsten Optimisten aus dem Westen Englands überrascht haben dürfte. 34.066 Zuschauer sahen eine Partie, in der Verteidigung offenbar als optional galt und beide Teams munter Feuer frei gaben.

Schon früh zeigten die Gäste, dass sie nicht zum Tee trinken gekommen waren. In der 19. Minute war es Hans Danielsen, der nach Pass von Jerome Pilat eiskalt abschloss. Der Ball zischte durch die Beine von Keeper Knud Gruber - 0:1. "Ich hab den Wind falsch eingeschätzt", murmelte Gruber nach dem Spiel, während er sich den Rasen von den Handschuhen klopfte.

Doch die Blues reagierten prompt. Nur vier Minuten später traf Jamie Anderson zum Ausgleich, und kaum hatte der Stadionsprecher seinen Namen zu Ende gerufen, jagte der junge Yannik Gancarczyk den Ball zum 2:1 unter die Latte. Trainer Daniel Kontsch ballte die Faust, rief seinem Assistenten zu: "So spielt man Flügelspiel!" - und sah dann, wie seine Abwehr kurz darauf kollektiv Kaffeepause machte. Roman Salenko nutzte das in der 35. Minute, um nach Vorarbeit des 19-jährigen Silvestre Makukula das 2:2 zu markieren.

Das war das Halbzeitergebnis, und ehrlich gesagt: Niemand wusste, wie. Bristol hatte mehr Ballbesitz (knapp 53 Prozent) und fast doppelt so viele Torschüsse (17 zu 9), Manchester aber das schönere Chaos.

Nach dem Seitenwechsel wiederholte sich das Muster: Anderson, der an diesem Abend mit zwei Treffern der beste Mann in Blau war, brachte Manchester in der 49. Minute erneut in Führung - diesmal nach feinem Zuspiel von Ophir Naot. Doch wer dachte, dass Bristol jetzt einknicken würde, kennt Trainer Phi Ung schlecht. Der Mann, dessen Vornamen viele Kommentatoren bis heute für ein Tippfehler halten, brüllte an der Seitenlinie: "Mehr Mut! Mehr Schüsse! Wenn ihr das Tor seht, schießt - auch wenn’s das eigene ist!"

Sechs Minuten später traf Reece Claude zum 3:3, und plötzlich kippte das Spiel endgültig. Die Pirates spielten jetzt, als hätten sie einen Schatz in der gegnerischen Hälfte vergraben. Jerome Pilat, der zuvor schon eine Vorlage geliefert hatte, erzielte in der 79. Minute das 4:3 - nach Vorarbeit von Salenko, der an diesem Abend überall zu sein schien. Nur drei Minuten später war es dann James Smith, der als frisch eingewechselter Rechtsverteidiger den Ball zum 5:3-Endstand ins Netz drosch.

Die letzten zehn Minuten waren ein wildes Durcheinander aus verzweifelten Pässen, halbherzigen Tacklings und einer gehörigen Portion Frust bei den Blues. "Das war kein gutes Verteidigen, das war ein Tag der offenen Tür", knurrte Trainer Kontsch. "Wir haben offensiv schön kombiniert, aber wenn du fünf kassierst, hast du keine Ausrede."

In der Mixed Zone standen die Spieler der Pirates dagegen mit breitem Grinsen. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte James Smith, der mit seinen 24 Jahren noch nie in einem Ligaspiel getroffen hatte. "Der Ball war rund, das Tor war da - und ich dachte mir: Warum eigentlich nicht?"

Statistisch gesehen war der Sieg der Pirates verdient. Mehr Ballbesitz, mehr Schüsse, mehr Aggressivität - und trotz dreier Gelber Karten in den ersten elf Minuten (Demirel, Donkow, Gagnon - die "Piraten der frühen Verwarnung") blieben sie mental stabil. Auch taktisch blieb Ung seiner offensiven Linie treu, während die Blues bis zum Schluss an ihrer ausgewogenen, aber etwas schläfrigen Flügelstrategie festhielten.

Die Fans der Blues gingen mit hängenden Köpfen, nur ein paar Kinder jubelten noch, weil sie wenigstens Tore gesehen hatten. Und davon gab es reichlich. "Ich wünschte, wir hätten weniger Spektakel geboten", sagte Jamie Anderson mit einem gequälten Lächeln. "Manchmal ist’s besser, wenn das Publikum gähnt und man 1:0 gewinnt."

So aber wird man sich dieses Spiel merken - als den Abend, an dem die Bristol Pirates in Manchester anlegten, die Fahne hissten und mit drei Punkten und breitem Grinsen wieder in See stachen.

Oder, wie ein Zuschauer beim Rausgehen trocken meinte: "Wenn das so weitergeht, sollten die Blues vielleicht den Hafenmeister einstellen."

06.03.643987 09:13
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wozu braucht meine Mannschaft Doping? Sie hat ja mich.
Otto Rehhagel
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager