Football Today
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Pirates holen nur ein 1:1 - Barrow trotzt Bristol mit zehn Mann

Ein lauer Februarabend, Flutlicht über Bristol, 58.152 Zuschauer - und am Ende ein Ergebnis, das niemandem so richtig schmecken wollte: Die Bristol Pirates kamen zum Auftakt der neuen Saison in der 1. Liga England nicht über ein 1:1 gegen den zähen Außenseiter Barrow AFC hinaus. Zwei frühe Tore, viele verpasste Chancen und eine späte Gelb-Rote Karte für Barrows Abwehrchef Thomas Fournier prägten ein Spiel, das eher durch Spannung als durch spielerische Glanzlichter überzeugte.

Dabei begann alles mit einem Paukenschlag: Schon in der 9. Minute zog Barrows Mittelfeldmotor Freddie Hannigan aus gut 20 Metern einfach mal ab - der Ball flatterte, Pirates-Keeper Servet Kaloglu war wohl noch beim Aufwärmen gedanklich, und plötzlich stand es 0:1. "Ich dachte, er sucht nur einen Mitspieler", grinste Hannigan später, "aber dann hab ich’s mir anders überlegt." Der Pass kam übrigens von Nelio Djalo, der als stiller Architekt im Hintergrund den Angriff einleitete.

Die Antwort der Pirates ließ nicht lange auf sich warten. Nur sechs Minuten später bediente Everhart Derrick mit einem butterweichen Pass den lauernden Javier Costinha, der aus spitzem Winkel eiskalt einschob - 1:1. Ein klassischer "Piratenüberfall", wie Trainer Phi Ung nach dem Spiel mit einem Schmunzeln sagte. "Wir haben sofort zurückgebissen - aber dann das Entern vergessen."

Was folgte, war ein offener Schlagabtausch zwischen zwei Teams, die unterschiedlicher kaum hätten auftreten können: Bristol mit 55 Prozent Ballbesitz, gepflegtem Kurzpassspiel und sichtbarem Drang nach vorne; Barrow dagegen kompakt, konterstark und mit jener stoischen Ruhe, die man nur von Mannschaften kennt, die wissen, dass sie leiden müssen.

Vor der Pause erspielten sich die Pirates ein Chancenplus - vor allem der auffällige Anselm Uggla prüfte Barrow-Keeper George Beecroft mehrfach (2., 24., 39., 41.), aber das Netz blieb stumm. "Wenn’s ein paar Zentimeter weiter links gewesen wäre, hätte ich wohl einen neuen Ball gebraucht", fluchte Uggla später mit einem Grinsen.

Nach dem Seitenwechsel wechselte Phi Ung gleich dreimal: Karaman, Hannigan und sogar Torschütze Costinha mussten runter, dafür kamen Donckers, Bruun und Makukula - ein klares Zeichen, dass der Trainer mehr Kontrolle im Mittelfeld wollte. Und tatsächlich übernahmen die Pirates das Kommando, doch Barrow blieb gefährlich: Cesar Vazquez und Arnau Mascarenhas starteten immer wieder blitzschnelle Gegenstöße, zwangen Kaloglu zu Glanzparaden (54., 58., 64., 69.).

In der 62. Minute dann das erste Zeichen von Überhitzung: Barrows Innenverteidiger Fournier sah Gelb nach einem rustikalen Einsteigen gegen Uggla. "Der Ball war da irgendwo, glaube ich", meinte Fournier lakonisch. Später, in Minute 85, kam’s noch dicker: Nach erneutem Foul - diesmal an Ersatzmann Silvestre Makukula - zückte der Schiedsrichter konsequent Gelb-Rot. Trainer Ingo Königs schüttelte an der Seitenlinie nur den Kopf. "Thomas wollte wohl sicherstellen, dass er die Dusche nicht in der Schlange nehmen muss", kommentierte er trocken.

Doch auch in Überzahl gelang den Pirates kein zweites Tor. Die beste Gelegenheit hatte Everhart Derrick in der Nachspielzeit, als er nach einer Ecke frei zum Kopfball kam - drüber. Auf der Tribüne hielt man kurz die Luft an, dann seufzte das ganze Stadion kollektiv. "So ist Fußball", murmelte ein älterer Fan mit Piratenhut in der dritten Reihe.

Am Ende stand ein 1:1, das beiden Seiten unterschiedliche Geschichten schreibt: Für Barrow ein kleiner Triumph, für Bristol ein Stolperstein gleich zum Auftakt. "Ich bin nicht unzufrieden", meinte Barrow-Coach Königs, "wenn man hier einen Punkt holt, darf man auch mal lächeln." Sein Kollege Phi Ung nahm’s sportlich: "Wir haben das Spiel kontrolliert, aber nicht entschieden. Vielleicht brauchen wir noch etwas mehr Gier - und weniger Kunst."

Statistisch war’s ein Duell auf Augenhöhe: 8:9 Torschüsse, 55 zu 45 Prozent Ballbesitz, Zweikampfquote fast ausgeglichen. Nur bei der Effizienz blieb Luft nach oben - auf beiden Seiten.

Fazit: Die Pirates segelten mutig los, Barrow hielt mit eiserner Disziplin dagegen. Ein gerechtes Remis, aber eines, das in Bristol noch eine Weile nachhallen wird. Oder wie ein Fan beim Hinausgehen sagte: "Ein Punkt ist besser als keiner - aber irgendwie fühlt sich’s an wie ein halber."

30.05.643990 00:51
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