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Regionalliga B | 12. Spieltag | 28.09.26 | FC Homberg - FK Pirmasens 0:3 "Wir wollten geduldig bleiben und auf unsere Momente warten", sagte Pirmasens’ Trainerin Gudrun Schweitzer nach dem Abpfiff. "Zum Glück kamen die Momente nicht erst in der Nachspielzeit." Die Gäste begannen zunächst defensiv, lauerten auf Konter und kombinierten mit kurzen Pässen. Homberg versuchte, offensiv und kontrolliert aufzutreten, verzichtete allerdings weitgehend auf aktives Pressing. Das führte zu einer interessanten Form von Ballbesitz: Die Gastgeber hatten den Ball, Pirmasens hatte die besseren Ideen. Fußball kann manchmal erstaunlich höflich sein - einer hält den Ball, der andere nimmt die Punkte mit. Bereits nach drei Minuten prüfte Stefan Keller FC-Homberg-Torwart Simon Bartsch. Kurz darauf zielten Fabrizio Isca und Archie MacAlister ebenfalls auf das Tor. Homberg antwortete durch Doruk Bulut, Robin Metzger und Logan Satchmore, doch die Abschlüsse blieben ohne Folgen. In der 20. Minute machte es Keller besser. Nach Vorarbeit von Miljenko Kresic brachte der Mittelstürmer Pirmasens mit 1:0 in Führung. "Ich dachte kurz, der Ball wäre noch unterwegs und würde vielleicht wieder zurückkommen", soll Keller später mit einem Grinsen gesagt haben. "Dann war er plötzlich drin. Das ist natürlich die angenehmere Variante." Homberg blieb bemüht. Jonas Giese und Joan Zorrilla suchten den Abschluss, doch Pirmasens verteidigte konzentriert und zweikampfstark. Die Gäste gewannen 52,9 Prozent ihrer Zweikämpfe und ließen sich auch von kleinen Druckphasen nicht aus der Ruhe bringen. Zur Pause stand es 0:1 - ein Zwischenstand, der Homberg Hoffnung ließ, aber Pirmasens sichtlich nicht beunruhigte. Nach dem Seitenwechsel schaltete die Mannschaft von Schweitzer von defensiv auf offensiv. Das war kein vorsichtiges Drehen an kleinen Stellschrauben, sondern eher der Wechsel vom Regenschirm zum Sonnensegel. In der 47. Minute erhöhte Noah Specht auf 2:0, Lucas Dennehy lieferte die Vorarbeit. Nur elf Minuten später war Specht erneut zur Stelle. Nach Zuspiel von Dorinel Dumitru traf der rechte Angreifer zum zweiten Mal - 3:0. Auf der Tribüne wurde es daraufhin auffällig still. Ein Homberger Fan blickte auf die Anzeigetafel und sagte zu seinem Nebenmann: "Vielleicht zählt Ballbesitz ja am Ende doch nicht." Der Nebenmann nickte, als hätte er gerade eine taktische Grundsatzdebatte verloren. Homberg gab sich nicht auf. Zorrilla, Marko Beckmann und Bulut versuchten, den Anschluss zu erzwingen. Insgesamt kamen die Gastgeber auf neun Torschüsse. Pirmasens war mit 14 Abschlüssen jedoch gefährlicher und hätte die Führung in der Schlussphase sogar noch ausbauen können. Keller vergab weitere Möglichkeiten, Specht blieb aktiv, und auch Jacob Schumann sowie Alexander Satchmore sorgten dafür, dass die Homberger Defensive bis zum Abpfiff beschäftigt war. "Nach dem 0:2 war es schwer, aber wir haben weitergespielt", sagte ein Homberger Spieler sinngemäß nach der Partie. Das stimmte. Nur: Weiterzuspielen und zurückzukommen sind im Fußball leider zwei verschiedene Dienstleistungen. So blieb es beim 0:3. Keller eröffnete den Abend, Specht entschied ihn mit seinem Doppelpack. Pirmasens überzeugte mit Konsequenz, Homberg mit Einsatz - und einer Ballbesitzquote, die am Ende ungefähr so wertvoll war wie ein schön gefalteter Einkaufszettel. 28.09.2026 20:53 |
Sprücheklopfer
Wir müssen vor dem Tor einfach cooler sein, einfach heißer.
Thomas Doll