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Pirmasens schießt Bochum ab - 24 Torschüsse sprechen eine klare Sprache

Regionalliga B | 17. Spieltag | 03.10.26 | Blau Weiß Bochum - FK Pirmasens 1:3

Blau Weiß Bochum hatte den Ball. FK Pirmasens hatte offenbar den Plan. Und Tore. Am Ende gewann der Gast am Samstagabend am 17. Spieltag der Regionalliga B mit 3:1 (2:1) - vor 3917 Zuschauern, die sich um 20.15 Uhr auf einen Fußballabend eingestellt hatten und zumindest phasenweise eher an eine Lehrveranstaltung in effizienter Chancenverwertung gerieten.

Dabei begann Bochum durchaus ordentlich. 51,8 Prozent Ballbesitz standen am Ende für die Gastgeber zu Buche, die in einer ausgewogenen Grundordnung auftraten und sich beim Abschluss lieber auf "gute Chancen" beschränkten. Das Problem: Gute Chancen waren an diesem Abend ungefähr so häufig wie freie Parkplätze rund ums Stadion.

Pirmasens dagegen spielte offensiv, suchte den Konter und kombinierte sich mit kurzen Pässen immer wieder durch die Bochumer Ordnung. In der ersten Minute prüfte Noah Specht bereits die Heimabwehr, wenig später legte Silvestre Mocana nach. Das war kein höfliches Abtasten, eher ein freundliches Klopfen an der Tür mit dem Vorschlaghammer.

In der 15. Minute fiel das 0:1. Alex Coviello traf für den FK Pirmasens, vorbereitet von Fabrizio Isca. Bochum antwortete prompt: Nur zwei Minuten später glich Jesus Prinz nach Vorarbeit von Tikhon Kapustin zum 1:1 aus. Für einen Moment schien die Partie den Gastgebern zu gehören. "Nach dem Ausgleich dachte ich: Jetzt kippt das Spiel", soll Prinz später gesagt haben. Das Spiel dachte offenbar anders.

Denn Pirmasens blieb gefährlich und belohnte sich in der 29. Minute erneut. Isca, der zuvor noch als Vorbereiter geglänzt hatte, erzielte diesmal selbst das 2:1. Dorinel Dumitru lieferte die Vorarbeit. Bochum besaß zwar weiter mehr vom Ball, aber Pirmasens besaß die besseren Ideen - und vor allem die nötige Bereitschaft, sie auch in Richtung Tor zu tragen.

Nach der Pause setzte sich das Bild fort. Bochum blieb seiner ausgeglichenen, nicht übermäßig aggressiven Linie treu. Pirmasens erhöhte dagegen den Druck, gewann 59,1 Prozent seiner Zweikämpfe und kam insgesamt auf 24 Torschüsse. Bochum brachte es auf gerade einmal zwei. Ein Verhältnis, bei dem selbst der Statistikdienst kurz nach dem Taschenrechner gefragt haben dürfte.

In der 58. Minute fiel die Entscheidung: Innenverteidiger Miljenko Kresic köpfte oder schoss - die Daten verraten nur das Tor, nicht die Flugbahn - zum 3:1. Archie MacAlister hatte aufgelegt. Danach wurde es für die Gastgeber endgültig mühsam. Pirmasens blieb im Umschaltspiel gefährlich, während Bochum kaum noch Druck auf das Tor von Walter Kuehn entwickelte.

Trainerin Gudrun Schweitzer hatte ihre Mannschaft zunächst offensiv und mit starkem Zweikampfverhalten eingestellt. Später wurde das Pressing sogar aktiv forciert. "Wir wollten nicht schön aussehen, sondern erfolgreich sein", soll Schweitzer nach dem Abpfiff gesagt haben. Ein Satz, der in Pirmasens vermutlich bereits eingerahmt wird. In Bochum hingegen dürfte man sich an diesem Abend eher gefragt haben, ob Ballbesitz neuerdings auch dann zählt, wenn der Ball konsequent vom Tor wegbewegt wird.

Pirmasens musste dennoch einige Nadelstiche verkraften: Stefan Keller sah in der 65. Minute Gelb, Marcel Baer zehn Minuten später ebenfalls. Kresic musste wegen einer Verletzung ausgewechselt werden. Am Ergebnis änderte das nichts. Der FK Pirmasens blieb konzentriert, zielstrebig und erstaunlich unbeeindruckt.

Blau Weiß Bochum behielt den Ball. Pirmasens behielt die Punkte. Im Fußball ist das manchmal die unromantische, aber sehr zuverlässige Form der Wahrheit.

03.10.2026 20:52
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