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Regionalliga B | 3. Spieltag | 13.08.26 | FK Pirmasens - FC Östringen 7:0 Am Ende stand ein 7:0 gegen den FC Östringen. Das Ergebnis klingt nach einem Klassenunterschied, obwohl die Statistik zunächst ein anderes Drehbuch nahelegt: Östringen hatte mit 50,7 Prozent sogar etwas mehr Ballbesitz als Pirmasens (49,3 Prozent). Nur: Der Ballbesitz allein gewinnt bekanntlich keine Spiele. Sonst wäre der FC Östringen an diesem Abend vermutlich mit einem Punkt und einem besonders hübschen Kreisdiagramm nach Hause gefahren. Pirmasens begann unter Trainerin Gudrun Schweitzer offensiv, mit kurzem Passspiel und hoher Aggressivität. Die Gastgeber wollten den Ball nicht einfach besitzen, sondern ihn möglichst schnell in Richtung Östringer Tor befördern. Nach zwei Minuten prüfte Fabrizio Isca erstmals den gegnerischen Schlussmann Stefan Wiese. Östringen antwortete durch Luka Pan und Marc Eder, doch die vier Torschüsse der Gäste blieben letztlich die überschaubare Ausbeute eines Abends, an dem vor dem Pirmasenser Tor meist mehr Hoffnung als Gefahr herrschte. In der 13. Minute fiel das 1:0. Dani Tabenkin, auf der linken Seite ständig anspielbar und mit dem Gesichtsausdruck eines Mannes, der den Spielzug bereits zehn Sekunden vorher kennt, brachte Pirmasens in Führung. "Ich habe einfach darauf vertraut, dass der Ball irgendwann dort landet, wo ich ihn haben möchte", sagte Tabenkin später. Eine bemerkenswert entspannte Beschreibung eines Treffers, der Östringen immerhin bis zur Pause beschäftigte. Die Gastgeber hatten weitere Möglichkeiten: Archie MacAlister tauchte mehrfach gefährlich auf, Vitorino Ramallo versuchte es aus der Distanz, und Tabenkin kam in kurzer Folge erneut zum Abschluss. Doch zur Halbzeit blieb es beim 1:0. "Wir hätten da schon deutlicher führen können", sagte Schweitzer. "Aber ich wollte den Jungs nicht verbieten, es spannend zu machen." Eine Entscheidung, die sich aus Sicht des Publikums als mutig, aus Sicht der eigenen Nerven als unnötig erwies. Nach dem Seitenwechsel war die Zurückhaltung vorbei. In der 53. Minute erhöhte Ramallo auf 2:0, vorbereitet von Adam Thuringer. Östringen wirkte nun, als suche die Mannschaft den Ausgang aus einer Partie, in der längst sämtliche Türen verschlossen waren. Pirmasens blieb zielstrebig, obwohl der Ball weiterhin nicht ausschließlich den Gastgebern gehörte. Alex Coviello traf in der 73. Minute zum 3:0, nur eine Minute später legte Mario Krajcik nach. Der Mittelfeldspieler wurde von Mike Schön bedient und schob ein, als sei ein Tor in dieser Phase die normalste Nebensache der Welt. "Nach dem vierten Treffer wurde es leichter", meinte Krajcik. Das ist vermutlich die freundlichste Umschreibung für einen Gegner, der danach endgültig den Überblick verlor. Stefan Keller machte in der 82. Minute das 5:0. Zwei Minuten später traf Rechtsverteidiger Marcel Baer, vorbereitet von Archie MacAlister. Der hatte damit nicht nur im Mittelfeld Akzente gesetzt, sondern offenbar beschlossen, den Abend als persönlicher Torvorlagenbeauftragter zu beenden. In der 89. Minute setzte der 17-jährige Mike Schön den Schlusspunkt zum 7:0. 16 Torschüsse verbuchte Pirmasens insgesamt, Östringen nur vier. Spät schaltete der FK sogar noch ins aktive Pressing, während die Gäste darauf verzichteten. Trainerin Schweitzer durfte sich daher über einen Kantersieg freuen, ohne dass ihre Mannschaft dabei den Ballbesitz-Rekord brechen musste. Und so bleibt die Erkenntnis des Abends: Man kann den Ball knapp weniger haben - und trotzdem sieben Gründe zum Jubeln finden. 13.08.2026 20:52 |
Sprücheklopfer
Meine Unbekümmertheit wandelte sich in kontollierte Spontaneität.
Mehmet Scholl