L’Equipe
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Plabennecois tanzt St. Etienne schwindlig - Caneira krönt sich zum Publikumsliebling

Wenn 24.412 Zuschauer an einem Donnerstagabend im März den Weg ins Stadion von Plabennecois finden, dann ahnt man: Heute liegt etwas in der Luft. Und tatsächlich, was sich dann auf dem Rasen abspielte, hatte streckenweise den Charme einer Fußballlehrstunde - allerdings nur für eine Seite. Die Gastgeber fertigten den SC St. Etienne mit 3:0 ab, als sei das die natürlichste Sache der Welt.

Trainer Kersten Rittner hatte seine Elf von Anfang an offensiv ausgerichtet - "Wir wollten früh zeigen, dass das unser Platz ist", erklärte er hinterher trocken. Und seine Jungs nahmen ihn beim Wort. Schon in der zweiten Minute prüfte Valentin Henriksson den Gästekeeper Alain Lenentine mit einem satten Schuss - der erste von insgesamt 21 Abschlüssen der Hausherren. St. Etienne kam in 90 Minuten gerade einmal auf zwei.

Hugo de Freitas war der Mann, der die Geduld der Zuschauer belohnte. In der 28. Minute fasste sich der 32-jährige Mittelfeldstratege ein Herz - nach einem kurz ausgeführten Eckball von Vincent Anderson zog er aus gut 20 Metern ab. Der Ball flog wie an der Schnur gezogen ins rechte obere Eck. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste de Freitas später, "aber manchmal muss man den Ball einfach laufen lassen."

Das 1:0 zur Pause war hochverdient, auch wenn die Gäste den Ballbesitz leicht für sich verbuchten (52 Prozent). Doch was half das viele Querpassen, wenn man dabei ständig den eigenen Mut verlor? St. Etienne spielte "balanciert", wie es im Taktikblatt so schön heißt - was in der Praxis hieß: zurück, quer, und ab und zu mal planlos nach vorn.

Kurz nach Wiederanpfiff wurde es kurios: Torhüter Julio Barreda musste raus, Ersatzmann Isidoro Bernal kam. "Ich hatte was im Auge - wahrscheinlich den Sieg schon vorhergesehen", witzelte Barreda später. Der Wechsel brachte keinen Bruch, im Gegenteil: Plabennecois blieb druckvoll.

In der 55. Minute dann der nächste Stich: Der junge Christian Piccard, gerade erst eingewechselt, marschierte über links, legte quer, und Diego Caneira verwertete eiskalt zum 2:0. Der Jubel war ohrenbetäubend. "Ich hab’ nur gehofft, dass er mich sieht", sagte Piccard. Er sah - und traf.

St. Etienne versuchte danach, etwas Struktur zu finden. Dorde Jovanovic hatte in der 70. Minute die einzige echte Gelegenheit, doch Bernal reagierte glänzend. Das war’s dann aber auch mit der Offensive der Gäste.

Währenddessen spielte Plabennecois weiter, als hätte man den Spaß am Kombinationsspiel neu erfunden. Die Fans auf der Haupttribüne skandierten schon den Namen ihres neuen Lieblings: "Caneira, Caneira!" Und der 31-Jährige ließ sich nicht lumpen. In der 89. Minute machte er den Deckel drauf - nach feiner Vorarbeit des agilen Ireneusz Fojut schob er zum 3:0 ein. Ganz abgeklärt, ganz cool, ganz Caneira.

Trainer Rittner war sichtlich zufrieden: "Das war erwachsen. Wir haben gezeigt, dass man auch mit 47 Prozent Ballbesitz ein Spiel diktieren kann." In der Kabine soll es danach Musik und Gelächter gegeben haben - und eine kleine Tanzeinlage des Doppeltorschützen, der grinste: "Ich tanze nur, wenn wir zu null spielen."

Auf der anderen Seite wirkte der Coach von St. Etienne wie ein Mann, der gerade seine Lieblingskrawatte verloren hat. "Wir hatten den Plan, ruhig zu bleiben", murmelte er, "aber irgendwann war der Ball einfach immer bei denen."

So endete ein Abend, der für Plabennecois-Fans als kleines Fußballfest in Erinnerung bleiben dürfte. 21 Torschüsse, drei Tore, kein Gegentreffer - und ein Publikum, das schon in der Nachspielzeit lautstark nach einer Ehrenrunde verlangte.

"Wir bleiben auf dem Boden", versprach Rittner beim Rausgehen, "auch wenn der heute ziemlich gut schmeckte."

Und so ging das Licht langsam aus im Stadion - der Rasen voller Bierbecher, die Herzen voller Freude. Manchmal ist Fußball eben ganz einfach: Einer will, der andere nicht. Und Plabennecois wollte - aber wie!

07.03.643994 06:28
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