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Regionalliga C | 3. Spieltag | 13.08.26 | Pommern Stralsund - VfL Pfullingen 2:2 Die Gastgeber begannen, als hätten sie die Wartezeit auf den Anpfiff persönlich übelgenommen. Pommern trat offensiv auf, suchte den Abschluss und kam bereits in den ersten Minuten mehrfach gefährlich vor das Pfullinger Tor. Ethan Fairchild, Michel Bushnell, Friedrich Keller und Paolo Romaniello prüften die Gästeabwehr, die sich zunächst vor allem darin übte, den Überblick nicht vollständig zu verlieren. In der achten Minute war es dann so weit: Romaniello brachte Stralsund mit 1:0 in Führung. Jake Edgecomb hatte den Angriff vorbereitet, Romaniello vollendete. Der Jubel auf den Rängen war laut, vermutlich auch deshalb, weil zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnte, wie viel Rechenarbeit die Anzeigetafel später verlangen würde. Pfullingen antwortete mit dem Selbstbewusstsein einer Mannschaft, die sich von einem frühen Rückstand nicht den Abend verderben lässt. Antonio Miro sorgte in der 27. Minute für den Ausgleich, vorbereitet von Marwin Kirchner. Kurz darauf bekam Pommerns Ethan Fairchild die Gelbe Karte - ein kleiner Hinweis darauf, dass auch ein offensiver Abend gelegentlich mit dem Regelbuch Bekanntschaft macht. Stralsund ließ sich davon nicht beeindrucken. In der 39. Minute erzielte Edgecomb das 2:1. Friedrich Keller lieferte die Vorarbeit, Edgecomb selbst blieb vor dem Tor ruhig. Für einen 19-Jährigen eine bemerkenswert abgeklärte Angelegenheit - während auf der Tribüne vermutlich bereits erste Anhänger begannen, vorsichtig von einem "wichtigen Heimsieg" zu sprechen. Im Fußball ist das bekanntlich der Moment, in dem das Schicksal aufmerksam wird. Mit der knappen Führung ging Pommern in die Pause. Die Zahlen unterstrichen den Eindruck: 16 Torschüsse der Gastgeber standen am Ende neun der Gäste gegenüber, beim Ballbesitz lag Stralsund mit 51,64 Prozent knapp vorn. Kein erdrückender Vorteil, aber immerhin genug, um sich in der Halbzeitpause ein wenig größer zu fühlen, als es die Anzeigetafel erlaubte. Und dann kam die 47. Minute. Kaum war die zweite Hälfte eröffnet, schlug Pfullingen erneut zu. Danil Berjosin traf zum 2:2, Justin Albers steuerte die Vorlage bei. Der Ausgleich wirkte wie ein Weckruf - oder wie der ungebetene Nachbar, der genau dann klingelt, wenn man gerade die Füße hochgelegt hat. In der Folge blieb die Partie offen. Jake Edgecomb suchte mehrfach den Abschluss und war insgesamt einer der auffälligsten Stralsunder. Auch Romaniello kam noch zu Chancen. Auf der anderen Seite sorgten Kirchner, Miro und Justin Haag für Gefahr. Beide Teams blieben ihrer offensiven Grundhaltung treu, ohne in blindes Anrennen zu verfallen. Die Taktik war ausgewogen, das Pressing eher zurückhaltend - offenbar wollte niemand den Ball so sehr jagen, dass er am Ende noch beleidigt davonrollte. Pommerns Trainer Dennis Koch und sein Pfullinger Kollege Günter Thiede dürften mit dem Einsatz ihrer Mannschaften zufrieden gewesen sein, auch wenn beide am Ende wohl lieber zwei Punkte mehr auf dem Konto gesehen hätten. Ein fiktiver Dialog am Spielfeldrand hätte passend gelautet: "Noch ein Tor?" - "Gern, aber bitte für uns." So blieb es beim 2:2. Stralsund war über weite Strecken die aktivere Mannschaft, Pfullingen aber effizienter in den entscheidenden Momenten. Vier Tore, reichlich Abschlüsse und ein Punkt für jeden: Für einen Donnerstagabend war das durchaus unterhaltsam. Nur die Heimmannschaft wird sich fragen, warum eine Führung in dieser Liga offenbar nicht automatisch als Endstand gilt. 14.08.2026 16:54 |
Sprücheklopfer
Es war ein wunderschöner Augenblick, als der Bundestrainer sagte: 'Komm Steffen, zieh deine Sachen aus, jetzt geht's los.'
Steffen Freund