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Portland und Atlanta teilen sich die Punkte - und den Ärger

Major League | 1. Spieltag | 17.09.26 | Portland Greens - Atlanta Gorillas 1:1

30.756 Zuschauer sahen am Donnerstagabend in Portland ein Spiel, das vieles bot, nur keine Entscheidung. Die Portland Greens und die Atlanta Gorillas trennten sich am 1. Spieltag der Major League 1:1 (1:1). Ein Punkt für jeden, dazu ein Platzverweis in der Schlussminute - der Fußball hatte also immerhin dafür gesorgt, dass niemand völlig ereignislos nach Hause gehen musste.

Die Partie begann mit jener freundlichen Unordnung, die man am ersten Spieltag gern als "Abtasten" bezeichnet. In Wahrheit wusste zunächst niemand so recht, wer wen abtasten sollte. Atlanta war zunächst mutiger und schoss bereits in der 11. Minute zweimal auf das Tor. Der zweite Versuch saß: Innenverteidiger Vladimir Dubovsky stieg nach Vorarbeit von Garritt Knickerbacker hoch und brachte die Gorillas mit 1:0 in Führung. Ein Verteidiger als Torschütze - offenbar hatte Atlanta beschlossen, die Stürmer an diesem Abend ein wenig zu schonen.

Portland antwortete prompt. In der 17. und 18. Minute prüften Hjalmar Leth und Marko Betz den aufmerksamen Atlanta-Schlussmann Harvey Blanqui. Eine Minute später fiel der Ausgleich. Dylan Clancy traf für die Greens, Manuel Brito hatte den Angriff vorbereitet. Die 25.000-plus Fans jubelten, als wäre die Angelegenheit damit bereits geregelt. Sie sollten sich irren - und zwar gründlich.

"Wir wollten ruhig bleiben, aber nicht so ruhig, dass Atlanta sich häuslich in unserem Strafraum einrichtet", soll Portland-Trainer Eintages Besucher nach dem Spiel gesagt haben. Ein Satz, der ungefähr so klang, als hätte er während der gesamten ersten Halbzeit selbst versucht, Ordnung in einen überfüllten Werkzeugkasten zu bringen.

Nach dem 1:1 entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Portland hatte mit 53,5 Prozent etwas mehr Ballbesitz und kam insgesamt auf zwölf Torschüsse. Atlanta hielt mit neun Abschlüssen dagegen und blieb jederzeit gefährlich. Rafael Blanco versuchte es in der 37. Minute aus dem Zentrum, Alessio Fiumefreddo antwortete kurz vor der Pause. Tore fielen jedoch keine mehr - vermutlich, weil die beiden Mannschaften nach dem furiosen Auftakt kurz ihre Atemzüge zählen mussten.

Die Gäste gingen die Zweikämpfe auffällig robust an. Bereits in der 44. Minute sah Dubovsky Gelb, in der 59. Minute folgte Arnau Canalejas. Atlanta-Trainerin Anja Meister reagierte zur Stundenmarke mit einem Dreifachwechsel: Paul Davonport kam für Kai Haas, Harvey Stanton ersetzte Canalejas, und Bram Groot übernahm für Diego Zaera. "Wir wollten frische Beine bringen", erklärte Meister angeblich. "Am Ende waren es vor allem frische Diskussionen mit dem Schiedsrichter." Ganz ernst gemeint war das vermutlich nicht. Ganz falsch aber auch nicht.

Portland drückte nach der Pause stärker. Albert Escudero hatte in der 49. und 50. Minute zwei Möglichkeiten, Leth blieb bis zur 67. Minute aktiv. Auf der anderen Seite tauchte Knickerbacker mehrfach gefährlich auf, konnte Walter Konrad im Greens-Tor aber nicht überwinden. Mit zunehmender Spieldauer wurde aus dem Fußballspiel eine Art kollektives "Wer macht jetzt bloß keinen Fehler?". Die Antwort lautete: fast niemand - bis zur letzten Minute.

In der 86. Minute sah Portlands Swen Janssen Gelb, in der 90. Minute folgte die Gelb-Rote Karte. Die Greens beendeten die Partie damit in Unterzahl. Atlanta konnte den numerischen Vorteil jedoch nicht mehr nutzen. Nach 90 Minuten blieb es beim 1:1.

"Ein Punkt ist besser als gar keiner, auch wenn sich das heute nicht immer so angefühlt hat", sagte Trainerin Meister. Besucher sah es ähnlich: "Wir hatten mehr Ballbesitz und mehr Abschlüsse. Leider bekommt man dafür im Fußball noch keinen zweiten Treffer gutgeschrieben."

So endet der Auftakt mit geteilter Beute. Portland darf sich über den größeren Spielanteil freuen, Atlanta über den frühen Führungstreffer. Und beide Teams wissen nun: Für den ersten Sieg müssen sie beim nächsten Mal nicht nur schießen, sondern gelegentlich auch treffen.

18.09.2026 17:15
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