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Primeira Liga | 1. Spieltag | 05.07.26 | SC Porto - FC Dao Nelas 2:3 Dabei fing alles nach Plan an: Schon in der 3. Minute zappelte der Ball im Netz der Gäste. Tiago Moutinho, Portos quirliger Linksaußen, zog aus 18 Metern ab, der Ball flatterte leicht - und Dao-Schlussmann Ingo Djalo griff daneben wie ein Mann, der gerade an die Einkaufsliste denkt. 1:0, Porto jubelte, Trainer Philipp Kobler ballte kurz die Faust und wandte sich dann schon wieder taktisch gestenreich an seine Abwehr. Doch Dao Nelas, ein Team, das sonst eher für rustikale Defensivarbeit als für filigrane Kombinationen bekannt ist, antwortete prompt. Nur vier Minuten später zirkelte Agemar Manuel einen Traumpass in die Schnittstelle, Michel Bernheim startete durch, blieb cool - und tunnelte Portos Keeper Callum Baker zum 1:1. "Ich dachte, er hebt den Ball - also blieb ich unten. War keine gute Idee", seufzte Baker nach dem Spiel. Danach wurde es ein offener Schlagabtausch. Porto hatte minimal mehr Ballbesitz (50,6 Prozent), Dao Nelas die etwas klareren Chancen (9 Torschüsse zu 8). Moutinho wirbelte weiter, Vitor Capucho prüfte Djalo mehrfach, aber die Gäste standen kompakt und konterten mit erstaunlicher Eleganz. Kurz vor der Pause kassierte Dao-Verteidiger Marcio Adao die erste Gelbe Karte wegen eines rustikalen Einsteigens - eine Art Vorahnung auf spätere Ereignisse. Nach dem Seitenwechsel schien Koblers Team die Kontrolle übernehmen zu wollen, doch Dao Nelas ließ sich nicht beeindrucken. In der 56. Minute flankte Bernheim butterweich von rechts, Marco Bischoff stieg hoch wie ein Basketballer und köpfte unhaltbar zum 2:1 für die Gäste ein. Trainer Graf Duencler grinste danach: "Wir hatten das vorher so geübt. Na gut, eigentlich nicht - aber es sah so aus." Porto antwortete mit Wut im Bauch, aber wenig Präzision. Zu allem Überfluss verletzte sich Silvestre Antunes (65.) und musste raus, was Kobler später als "Schlüsselmoment" bezeichnete. "Danach fehlte uns die Balance im Mittelfeld. Und vielleicht auch ein bisschen Glück - oder viel." Als wäre das alles nicht genug, legte Dao Nelas in der 70. Minute nach: Der junge Manuel Figo, eben erst für den müden Bischoff eingewechselt, nutzte seine erste Chance eiskalt. Wieder kam der Ball von Agemar Manuel, wieder war die Porto-Abwehr im Tiefschlaf. 3:1 - und im Gästeblock brach ungläubiger Jubel aus. Drei Minuten später keimte Hoffnung auf: Ralph Braun, eigentlich linker Verteidiger, fasste sich ein Herz und traf nach Vorarbeit von Lionel Figo (keine Verwandtschaft, betonte er später lachend) zum 2:3. Doch mehr sollte Porto nicht gelingen. In der 78. Minute flog Dao-Abwehrmann Marcio Adao mit Gelb-Rot vom Platz - ein Rempler zu viel. Die letzten zwölf Minuten waren ein einziges Belagerungsspiel auf das Tor der Gäste. Djalo, später durch den jungen Marek Mila ersetzt, hielt, was zu halten war, und die Dao-Verteidigung warf sich in jeden Ball, als hinge ihr Leben davon ab. "Ich hab irgendwann nur noch gebrüllt: Alles raus!", gestand Duencler hinterher. "Und die Jungs haben’s wörtlich genommen." Tatsächlich landete mancher Befreiungsschlag irgendwo in den Oberrängen - was den Trainer aber kaum störte. Als Schiedsrichter Ribeiro nach 94 Minuten abpfiff, lagen die Spieler des FC Dao Nelas sich in den Armen, als hätten sie gerade die Champions League gewonnen. Porto hingegen schlich vom Platz - konsterniert, überrumpelt, aber immerhin höflich genug, um den Gegner zu beglückwünschen. "Wir waren zu verspielt, zu nett, zu Porto", murmelte Kapitän Lionel Figo. "Nelas wollte den Sieg einfach mehr." Die Statistik spricht für ein ausgeglichenes Spiel - 50 Prozent Ballbesitz, nahezu identische Zweikampfquoten -, doch der Unterschied lag in der Konsequenz: Dao Nelas nutzte seine Chancen, Porto nicht. Trainer Kobler versprach Besserung: "Wir werden das analysieren. Und dann hoffentlich bald wieder Fußball spielen - und nicht nur schön aussehen." Ein Auftakt, der in Porto noch nachhallen wird: zu viele Fehler, zu wenig Durchschlagskraft - und ein Gegner, der einfach frech genug war, an den Sieg zu glauben. Dao Nelas beginnt die Saison mit einem Paukenschlag, Porto mit einer Lektion in Demut. Oder wie ein Fan beim Hinausgehen treffend sagte: "Schön gespielt, Porto. Aber Fußball ist kein Schönheitswettbewerb." 05.07.2026 22:15 |
Sprücheklopfer
Jetzt haben auch wir unser Unterhaching. Vielleicht wird das von irgendjemand gesteuert.
Mehmet Scholl nach Bayerns 0:1-Niederlage bei Unterhaching