De Standaard
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Preußen Münster fliegt über die Flügel - Hamme schaut hinterher

Ein eiskalter Januarabend, 20.30 Uhr, Flutlicht im Hamme-Stadion. 20.000 Zuschauer hatten sich warm eingepackt, in der Hoffnung auf ein Fußballwunder. Am Ende aber gab es nur kalte Finger und einen heißen Auftritt der Gäste: Preußen Münster gewann am 5. Spieltag der 1. Liga Belgien verdient mit 3:1 (2:0) gegen den SV Hamme - und das Ergebnis schmeichelte den Hausherren fast noch.

Schon in den ersten Minuten wurde klar, wer hier den Ton angab. Münster spielte, Hamme schaute. Während die Gastgeber sich noch die Schuhe zubanden, feuerte Diego Puerta bereits in der 6. Minute den ersten Schuss aufs Tor ab. Der junge Spanier schien in Spiellaune - und bekam nach dem Spiel ein Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht: "Ich hatte das Gefühl, heute könnten wir drei Tore schießen, bevor Hamme überhaupt den Ball berührt." Ganz so schlimm kam es nicht, aber nah dran.

Nach einer kurzen Unterbrechung - Hammes Rechtsmittelfeldmann Malkolm Bengtsson verletzte sich bereits nach neun Minuten und musste vom Platz - übernahmen die Preußen endgültig die Kontrolle. Ballbesitz? 55 Prozent. Torschüsse? 18 zu 7. Und wer die Statistik kennt, weiß: Zahlen lügen selten.

In der 34. Minute fiel dann, was sich längst angedeutet hatte: Diego Puerta dribbelte sich auf links durch, bekam einen perfekten Querpass von Ersen Dilmen und schob eiskalt ein - 0:1. Trainer Waldemar Reger reckte die Faust gen Himmel, während Hammes Keeper Dorian Geldmeyer nur ratlos die Arme ausbreitete. "Der Ball war plötzlich weg - und dann schon drin", murmelte er später mit einem Schulterzucken.

Sechs Minuten später klingelte es erneut. Ruben Goncalves, der Rechtsaußen mit dem Schuss wie ein Presslufthammer, traf aus 16 Metern zum 0:2. Münster spielte in dieser Phase wie im Rausch: Flügelspiel wie aus dem Lehrbuch, kombiniert mit der Abgeklärtheit einer Mannschaft, die wusste, dass sie heute alles im Griff hatte.

Hamme hingegen suchte nach Antworten - und fand sie nicht. Nur Samuel Decraen (16.) und Benjamin Stack (21.) sorgten mit ihren Distanzschüssen für ein kleines Raunen im Publikum. Doch es blieb bei Versuchen. "Wir wollten ruhig bleiben, aber ehrlich gesagt: die waren einfach schneller, wacher, besser", gab Hammes Kapitän Thomas Busch später zu.

In der Pause musste man sich im Stadion die Frage stellen: Wird das noch spannend? Die Antwort kam früh - und sie lautete: nein. Münster spielte weiter munter nach vorne, Diego Puerta blieb ein ständiger Unruheherd. Hamme dagegen versuchte, mit Kampf dagegenzuhalten - und sammelte immerhin Gelbe Karten. Erst Julian Grimm (62.), dann Seppe Adriaenssens (84.) - beides klare Zeichen von Frust. "Ich wollte den Ball spielen", verteidigte sich Grimm später, "aber der Ball wollte nicht mich."

In der 90. Minute machte Münster dann endgültig den Deckel drauf. Der junge Belgier Ward Dewaele beschenkte sich praktisch selbst: Nach schöner Vorarbeit von Humberto Tonel traf er zum 0:3 - der Rest war Jubel in Schwarz-Weiß-Grün. Trainer Reger grinste breit: "Wir haben gesagt, wir gehen über die Flügel - und siehe da, wir sind geflogen."

Doch Hamme bekam wenigstens noch ein Trostpflaster. In der Nachspielzeit (93.) köpfte Innenverteidiger Thomas Busch nach Flanke von Rastislav Vencel zum 1:3 ein. Das Stadion jubelte, als wäre es der Siegtreffer gewesen - ein Moment, der zeigte, dass Fußball manchmal auch in der Niederlage schön sein kann. "Wenigstens haben wir getroffen", sagte Busch mit einem müden Lächeln.

Am Ende stand ein klares Ergebnis - und ein noch klarerer Klassenunterschied. Münster präsentierte sich ballsicher, laufstark und mit einem Plan. Hamme kämpfte, stolperte und verlor. 7 zu 18 Torschüsse, 45 Prozent Ballbesitz, zwei Gelbe Karten und eine frühe Verletzung - so liest sich das Protokoll einer bitteren Heimniederlage.

Vielleicht fasste es Hammes Trainer nach dem Spiel am ehrlichsten zusammen, als er in die Mikrofone sagte: "Manchmal ist Fußball wie ein schlechter Witz - nur dass man selber nicht lacht."

Ein Witz, der für Münster allerdings richtig gut endete. Und wer weiß - vielleicht schreiben sie in Hamme beim nächsten Heimspiel eine weniger traurige Pointe. Bis dahin bleibt nur, die Handschuhe auszuziehen und die Hände zu klatschen: für eine Mannschaft, die an diesem Abend einfach besser war.

18.03.643987 00:10
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Ich habe ihn liquidiert. Wenn er etwas will, soll er sich vorher seinen Ausweis anhängen, damit seine Mutter ihn nicht nur an der Blutgruppe erkennt.
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