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Pro Vercelli und Gela teilen die Punkte - und die Geduld der Zuschauer

Serie A | 10. Spieltag | 26.09.26 | Pro Vercelli - Gela 0:0

43500 Zuschauer sahen am Samstagabend in Pro Vercelli ein 0:0, das auf dem Papier unspektakulär wirkt, auf dem Rasen aber durchaus seine dramatischen Nebenhandlungen besaß. Beim zehnten Spieltag der Serie A trennten sich Pro Vercelli und Gela nach 90 Minuten plus Nachspielzeit torlos. Tore fielen keine. Chancen dafür umso mehr - zumindest auf einer Seite.

Gela hatte den besseren Start und offenbar beschlossen, das Tor von Matteo Giorgio früh auf seine Belastbarkeit zu prüfen. Bereits in der zweiten Minute tauchte Nikola Budan gefährlich auf, kurz darauf antwortete Pro Vercellis Anthony Guardia. Der 19 Jahre alte Linksaußen sollte in der ersten Hälfte noch mehrfach für Unruhe sorgen: in der 7., 16., 19. und 29. Minute zog Guardia ab. Das Tor blieb jedoch so unbeeindruckt wie ein italienischer Kellner bei der Frage nach einem schnellen Espresso.

"Wir wollten geduldig bleiben und die guten Chancen suchen", sagte Pro-Vercelli-Trainer Tominho Niruak nach dem Spiel sinngemäß. Geduld war zweifellos vorhanden. Bei sieben Torschüssen der Gastgeber vielleicht sogar ein wenig mehr, als den 43500 Fans lieb war.

Gela kam mit 56,44 Prozent Ballbesitz deutlich häufiger an den Ball und nutzte ihn vor allem über die Flügel. Die taktische Marschroute von Trainer Michael Müller war klar: offensiv ausgerichtet, breit angelegt, später mit aktivem Pressing. Auf dem Spielfeld bedeutete das: Budan, Alejandro Cascon und Caio Simao beschäftigten die Defensive, während David Martin und Niels Wegener aus dem Mittelfeld nachrückten.

Cascon war dabei der auffälligste Angreifer der Gäste. Zwischen der 30. und 76. Minute prüfte er Giorgio mehrfach, ehe er nach einer Verletzung ausgewechselt werden musste. Insgesamt brachte Gela 18 Torschüsse zustande - mehr als doppelt so viele wie Pro Vercelli. Das Problem war nur: Der Ball wollte partout nicht ins Netz. Man könnte sagen, Gela führte die Statistik, aber nicht die entscheidende Kategorie.

"Wenn man so oft abschließt, sollte irgendwann einer hineingehen", lautete Müllers sinngemäße Analyse nach Abpfiff. Eine Erkenntnis von beinahe philosophischer Schlichtheit, die im Fußball trotzdem erstaunlich oft neu erworben werden muss.

Pro Vercelli hielt mit großer Zweikampfhärte dagegen. Die Mannschaft von Niruak agierte ausgewogen, verzichtete weitgehend auf Pressing und setzte auf kontrolliertes Spiel. Filip Kisel wagte sich in der 79. Minute sogar aus der Innenverteidigung nach vorn und gab einen Schuss ab. Es war einer dieser Versuche, die dem Trainer gefallen und dem Ball weniger.

Dann wurde es hektisch. In der 82. Minute sah Pro Vercellis Innenverteidiger Julien Blanchett die Rote Karte. Die Gastgeber mussten die Schlussphase in Unterzahl überstehen - und bekamen nun endgültig Besuch in der eigenen Hälfte. Gela drängte, schoss und drängte noch einmal. Tiago Almeida versuchte es in der 85. und 90. Minute, Caio Simao in der 91., Vicente Peyroteo in der 92. Minute. Giorgio und seine Vorderleute hielten stand.

Auf der Tribüne dürfte sich der Dialog ungefähr so angehört haben: "Noch ein Angriff, dann fällt er." - "Das sagst du seit der 30. Minute." Der zweite Fan behielt recht.

So blieb es beim 0:0 (0:0). Gela nimmt einen Punkt mit, obwohl 18 Torschüsse und mehr Ballbesitz für einen Sieg sprachen. Pro Vercelli feiert einen Zähler, der nach langer Unterzahl fast wie ein kleiner Erfolg wirkt. Und die Zuschauer? Sie hatten zumindest etwas, worüber sie auf dem Heimweg reden konnten. Über Tore allerdings nicht.

26.09.2026 21:29
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Statistiken, Statistiken, für Statistiken habe ich mich schon früher nicht interessiert. Statistiken sind dafür da, um gebrochen zu werden.
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