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Pruszkow tanzt, St. Gallen stolpert - ein 4:0 mit Ansage

Es gibt Fußballabende, da merkt man schon nach fünf Minuten, dass das Drehbuch keine Überraschungen vorsieht. Der Rückspielabend in der Europaliga-Qualifikation zwischen SK Pruszkow und Brühl St. Gallen war genau so einer - allerdings mit einer Hauptrolle für die Polen und einer Statistenrolle für die Ostschweizer. 4:0 hieß es am Ende vor 42.206 Zuschauern, und ehrlich gesagt: Es hätte auch höher ausgehen können.

Schon in der zweiten Minute prüfte Grzegorz Chalaskiewicz den Schweizer Keeper Philippe Sonntag mit einem satten Distanzschuss. Trainer Stefan Petruck grinste später: "Ich dachte, der Ball fliegt gleich aus dem Stadion - aber Grzegorz hat wohl einen eingebauten Kompass." Der Kompass zeigte Richtung Tor, und die Richtung blieb den ganzen Abend dieselbe.

Nach 17 Minuten brach Christopher Preston den Bann. Der 21-jährige Flügelstürmer schob nach feinem Zuspiel von Chalaskiewicz überlegt ein - 1:0. Kaum hatte Brühl den Schock verdaut, stand es schon 2:0. Jerzy Zurawski, der alte Taktgeber im Mittelfeld, verwandelte in der 20. Minute nach Vorlage von Constantin Furtok. "Ich wollte eigentlich flanken", gestand Furtok nach dem Spiel schmunzelnd, "aber Jerzy hat beschlossen, dass das ein Torschuss war."

St. Gallen versuchte, den Ball laufen zu lassen, doch das Pressing blieb halbherzig. Trainer Thomas Sprecher hatte seine Elf offensiv eingestellt, aber die Offensivfreude verpuffte irgendwo zwischen Mittellinie und Strafraumkante. Ganze drei Torschüsse schafften die Schweizer - einer davon in der 46. Minute, als Sven Parent mit einem satten Linksschuss wenigstens den Ehrgeiz weckte.

Noch vor der Pause machte Amadeus Kowalik in der 37. Minute den Deckel auf die Partie. Nach schöner Kombination über Zurawski traf der Rechtsaußen trocken ins lange Eck - 3:0. Zur Pause sah man in der Gäste-Kabine mehr betretene Gesichter als in einem Mathematiktest ohne Taschenrechner.

Nach dem Seitenwechsel versuchte Sprecher es mit frischem Blut: Pekka Österberg kam für Michael Keller, später auch Erik Rochefort und Tom Bonnaire für die jungen Nolte und Oliphant. Doch der Wind blieb polnisch. Petruck wechselte ebenfalls und brachte drei 18-Jährige - Spizak, Mieciel und Ogaza - und das Experiment gelang. "Ich wollte sehen, ob die Jungs Lampenfieber haben", sagte Petruck. "Sie hatten - aber nur bis zum ersten Ballkontakt."

In der 52. Minute krönte Chalaskiewicz seinen Abend. Nach Vorarbeit von Preston zog er aus 20 Metern ab, Sonntag streckte sich vergeblich - 4:0. Der Jubel? Eher eine Mischung aus Erleichterung und Spielfreude. "Ich hab’s diesmal wirklich so gewollt", grinste Chalaskiewicz später.

Danach verwaltete Pruszkow den Vorsprung souverän, ohne in den Verwaltungsmodus zu verfallen. 54 Prozent Ballbesitz, 22 Torschüsse, eine solide Zweikampfquote von 58 Prozent - das liest sich wie eine Bewerbung für die nächste Runde. Nur eine kleine Schramme gab’s: Abwehrchef Kamil Niedzielan sah in der 74. Minute Gelb, nachdem er offenbar vergessen hatte, dass man beim Tackling auch den Ball treffen darf. "Ich hab nur den Ball gesehen - leider unter Svens Knien", entschuldigte er sich hinterher halbherzig.

Brühl St. Gallen stemmte sich in der Schlussviertelstunde noch einmal gegen das Unvermeidliche, Sven Parent kam sogar zu zwei ordentlichen Abschlüssen (82. und 93.), aber Torhüter Pedro Sousa im Pruszkower Kasten hätte wohl auch im Anzug gehalten - so wenig war los.

Nach dem Schlusspfiff fasste Thomas Sprecher das Spiel lakonisch zusammen: "Wir wollten mutig sein, sind es auch gewesen - vielleicht ein bisschen zu sehr." Petruck dagegen ließ sich zu einem seltenen Scherz hinreißen: "Wenn wir so weiterspielen, müssen wir bald Englisch lernen für die Gruppenphase."

Das Publikum ging zufrieden nach Hause, die Spieler klatschten sich ab, und irgendwo in der Kabine soll Zurawski gesagt haben: "Vier Tore sind schön, aber fünf wären ehrlicher gewesen."

Vielleicht. Aber ehrlich genug war der Abend auch so - ein klarer Sieg, ein souveräner Auftritt, ein Trainer, der nichts zu meckern hatte. Und wenn in Pruszkow heute Nacht jemand schlecht schläft, dann höchstens der Platzwart, der morgen 22 Löcher im Rasen stopfen darf.

06.03.643987 06:30
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