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Europaliga Qualifikation | 2. Runde - Rückspiel | 21.09.26 | Turun Palloseura - SK Pruszkow 1:2 Vor 35.400 Zuschauern begann die Partie um 19 Uhr mit einem kleinen finnisch-polnischen Abtasten - wobei beide Mannschaften offenbar vergessen hatten, dass Abtasten im Fußball normalerweise nicht bedeutet, sofort auf das Tor zu schießen. Nach vier Minuten prüfte Christopher Preston erstmals Mika Kuqi im Tor der Gastgeber. Turun antwortete mit Versuchen von Mikael Hyypiä und Sami Ukkonen. Es entwickelte sich ein offener Abend, bei dem die Abwehrreihen eher als höfliche Empfehlung denn als unüberwindbare Grenze auftraten. Pruszkow suchte zunächst über die Flügel und arbeitete mit langen Bällen. Turun blieb ausgewogen, wartete auf den richtigen Moment und wollte, taktisch gesprochen, erst dann Druck machen, wenn der Rückstand da war. Ein bemerkenswert ehrlicher Plan - und einer, der sich in der 43. Minute rächen sollte. Tomasz Mieciel nahm eine Vorlage von Grzegorz Chalaskiewicz auf und traf zum 1:0 für die Gäste. Kuqi war geschlagen, die mitgereisten Pruszkow-Anhänger waren plötzlich sehr wach, und auf den Rängen in Turku machte sich jene besondere Stille breit, die im Fußball meist bedeutet: Jetzt wird es unangenehm. "Wir wollten eigentlich ruhig bleiben", sagte Turuns Trainer Karl Heinz später mit jener Ruhe, die Trainer bevorzugen, wenn ihre Mannschaft gerade 77 Minuten lang einem Rückstand hinterherlaufen muss. "Das hat bis zum Gegentor hervorragend funktioniert." Turun kam nach der Pause energischer zurück. Die Gastgeber erhöhten nicht dramatisch das Risiko, aber doch spürbar den Einsatz. Ukkonen, Ari Rautiainen und Hyypiä suchten den Abschluss. Pruszkow blieb gefährlich, hatte durch Yves Schäfer und Zbigniew Spizak ebenfalls Chancen und verteidigte den Vorsprung mit einer Mischung aus Ordnung und gelegentlicher Panik. In der 60. Minute reagierte Heinz mit zwei Wechseln, später folgten weitere Veränderungen auf beiden Seiten. Das Spiel wurde körperlicher, ohne aus dem Rahmen zu fallen. Die Zweikampfquote sprach knapp für Pruszkow: 51,7 Prozent gegenüber 48,3 Prozent der Gastgeber. Statistisch war das Duell also ungefähr so ausgeglichen wie ein Streit darüber, wer den letzten Kaffee genommen hat. In der 85. Minute durfte Turku schließlich jubeln. Hyypiä traf nach Vorarbeit von Juhani Suhonen zum 1:1. Der Ausgleich war verdient, auch wenn Pruszkows Trainer Stefan Petruck danach angeblich trocken bemerkte: "Ich hatte gehofft, dass die Uhr auf unserer Seite spielt. Leider kannte sie offenbar die Regeln." Die reguläre Spielzeit endete unentschieden, und die Verlängerung begann. Beide Teams hatten bis dahin bereits neun beziehungsweise elf Torschüsse gesammelt - Pruszkow blieb in dieser Statistik knapp vorn. In der Verlängerung wurde aus Fußball endgültig Ausdauerprüfung. Spizak musste angeschlagen vom Feld, auf der anderen Seite erwischte es in der Schlussphase auch Rautiainen. Als sich alle bereits gedanklich auf ein Elfmeterschießen vorbereiteten, schlug Pruszkow in der 120. Minute zu. Robert Lewandowski erzielte nach Vorlage von Mieciel das 2:1. Turku hatte keine Antwort mehr. Kein Elfmeterschießen, kein weiteres Drama - nur noch Abpfiff und die Erkenntnis, dass Fußball manchmal bis zur letzten Sekunde wartet, bevor er sich entscheidet, wer nach Hause darf. Der Ballbesitz war nahezu exakt geteilt: 49,85 Prozent für Turun, 50,15 für Pruszkow. Gerechter kann man sich die Statistik kaum teilen. Das Ergebnis allerdings nicht. Dafür nahm SK Pruszkow den Sieg mit - und Turun vor allem müde Beine und eine lange Nacht. 22.09.2026 04:09 |
Sprücheklopfer
Ich kann nicht sagen, dass ich es nicht gesagt habe, weil ich es gesagt habe.
Mehmet Scholl