Heraldo de Mexico
+++ Sportzeitung für Mexico +++

Pumas Nacional trotzt Cruz Azul - 2:2 in einem wilden Mexiko-Krimi

Ein lauer Februarabend in Mexiko-Stadt, 62.090 Zuschauer im Estadio Olímpico Universitario, und zwei Teams, die beschlossen hatten, dass Verteidigung offenbar optional ist: Pumas Nacional und CD Cruz Azul trennten sich am 21. Spieltag der 1. Liga Mexiko mit einem turbulenten 2:2. Ein Ergebnis, das beiden irgendwie schmeckt - und doch nach mehr riecht.

Schon in der Anfangsphase war klar, dass hier keiner zum Tee trinken gekommen war. Pumas begann offensiv, wie es Trainer Andy Nordlicht angekündigt hatte: "Wir wollten gleich zeigen, dass wir Bälle nicht sammeln, sondern schießen." Und das taten sie - früh, oft und manchmal sogar in Richtung Tor. Martin Djalo prüfte in der 4. Minute erstmals Cruz-Azul-Keeper Alkinoos Katranas, der sich wohl dachte, dass er heute keine ruhige Schicht haben würde.

Doch dann, kaum hatte die Heimkurve das erste "Puuuuumas" fertig gebrüllt, stach Cruz Azul eiskalt zu. In der 11. Minute traf Rene Simard nach schöner Vorarbeit von Linksverteidiger Emanuele Jacurso zur frühen Führung. "Wir trainieren solche Spielzüge nicht mal, das passiert einfach", grinste Cruz-Azul-Coach Chucky Mandu später.

Pumas schien davon kurz verwirrt, und die Gäste kontrollierten das Spiel - zumindest, was den Ballbesitz anging. 58 Prozent standen am Ende auf dem Statistikzettel für Cruz Azul, doch Zählbares blieb aus. Pumas dagegen lauerte auf Konter, ganz im Sinne der taktischen Marschroute von Nordlicht: offensiv, aggressiv, aber auf den Moment wartend.

Nach der Pause kippte das Spiel. Martin Djalo, der zuvor noch an sich und der Physik gescheitert war, machte in der 59. Minute alles richtig. Nach einem schnellen Angriff über rechts zog er trocken ab - 1:1. Das Stadion explodierte, und Djalo rannte jubelnd in Richtung Trainerbank. "Ich hab’ einfach draufgehalten", erklärte der 23-Jährige später, "und gehofft, dass der Ball dieses Mal nicht seine eigene Meinung hat."

Nur zwei Minuten später folgte ein weiterer Pumas-Moment, allerdings weniger erfreulich: Mittelfeldmotor Theo Hiliard sah Gelb, weil er laut Schiedsrichter "den Ball zu innig liebkoste". "Ich hab’ nur gesungen", verteidigte er sich mit einem Lächeln.

Doch die Wende war da. In der 71. Minute drehte der eingewechselte Marvin Klug tatsächlich das Spiel. Nach Vorlage von Hiliard traf er per Flachschuss zum 2:1. Nordlicht war außer sich - im positiven Sinne: "Marvin kam frisch rein, roch das Tor förmlich. Ich hätte ihn fast schon eher gebracht, aber er musste noch seine Schuhe finden."

Die Freude währte nur kurz. Cruz Azuls Innenverteidiger Manuel Rizzi, bis dahin eher unauffällig, nutzte in der 77. Minute eine Standardsituation und köpfte nach Flanke von Adam Munro zum 2:2 ein. Pumas-Keeper Corey Locklear streckte sich vergeblich, und Rizzi rief beim Jubel in Richtung Kamera: "Ich wollte eigentlich nur klären!"

Dann wurde es ruppig. Cruz Azuls rechter Verteidiger Marius Aas, bereits verwarnt, sah in der 66. Minute Gelb-Rot - ein klassischer Fall von "Ich wollte doch nur den Ball treffen". Chucky Mandu reagierte mit einem Schulterzucken: "Marius hat ein großes Herz - leider manchmal für die Schienbeine anderer."

In Unterzahl kämpfte Cruz Azul tapfer weiter. Pumas drückte, schoss 13-mal aufs Tor (gegenüber 12 Versuchen der Gäste), doch der Siegtreffer wollte nicht mehr fallen. In der Nachspielzeit versuchte es sogar Innenverteidiger Javi Bernal, doch Katranas fischte den Ball aus dem Winkel.

Am Ende blieb es beim 2:2 - ein Resultat, das der Intensität des Spiels kaum gerecht wurde. Beide Teams hatten ihre Phasen, beide hatten die Chancen, beide hatten Nerven aus Drahtseilen.

"Das war kein Spiel für schwache Herzen", bilanzierte Nordlicht, während Mandu daneben grinste: "Ich hab’ trotzdem noch eins." Die Statistik sprach leicht für Cruz Azul im Ballbesitz, aber Pumas hatte mehr vom Spektakel - und vielleicht auch mehr Spaß.

Ein Spiel, das zeigte, warum Fußball in Mexiko kein Sport, sondern Religion ist. Und wie immer gilt: Wer letzte Woche Pumas abgeschrieben hat, sollte seinen Stift lieber noch nicht wegwerfen.

Denn wenn Nordlichts Jungs so weitermachen, könnte das 2:2 bald nur noch die Aufwärmrunde gewesen sein.

28.01.643991 03:25
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