Heraldo de Mexico
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Pumas Nacional zerlegt Atletico Toluca - 5:0 und ein Fußballabend zum Staunen

Wenn ein Spiel so früh entschieden ist, dass man in der 20. Minute schon beginnt, über die Kolumne für den nächsten Tag nachzudenken, dann war Pumas Nacional am Werk. Mit einem furiosen 5:0 (4:0) hat die Mannschaft von Trainer Andy Nordlicht am 8. Spieltag der 1. Liga Mexico Atletico Toluca vor heimischem Publikum regelrecht demontiert - und das, obwohl die Statistik mit 50,7 Prozent Ballbesitz für Toluca so aussieht, als wäre das Ganze ausgeglichen gewesen. War es aber nicht.

Schon nach sieben Minuten klingelte es das erste Mal: Martin Djalo, 22 Jahre jung, trifft aus kürzester Distanz nach Vorarbeit von Rechtsverteidiger Evan Houghton. "Ich hab einfach gespürt, dass der Ball zu mir kommt", grinste Djalo später. Kaum hatte das Stadion die Uhr auf Viertel nach acht weitergedreht, legte Marvin Klug nach - 2:0, Vorlage Theo Hiliard. Es sah kurz so aus, als wollten die Pumas an diesem Abend jedes Lehrbuch fürs Offensivspiel umschreiben.

Toluca wirkte zu diesem Zeitpunkt wie jemand, der in einer fremden Küche plötzlich den eigenen Herd nicht mehr findet. Zwar gab es den einen oder anderen zaghaften Versuch - Jiri Plisek prüfte den Gästekeeper in der 9. Minute - doch Pumas spielte da bereits in einer eigenen Liga. Klug (32.) erhöhte mit seinem zweiten Treffer nach schöner Kombination über Marcio Maniche, und zwei Minuten später durfte wieder Djalo jubeln, diesmal nach Flanke von Diego Meireles. 4:0 nach 34 Minuten - das Publikum in Toluca schwieg, wie man das sonst nur aus Bibliotheken kennt.

"Wir waren einfach zu brav", murmelte ein sichtlich bedienter Toluca-Mittelfeldmann Alejandro Costa nach dem Abpfiff. "Die haben uns überrannt, als hätten sie doppelt so viele Beine." Das fasste den Abend treffend zusammen: 26 Torschüsse der Pumas, nur 8 von Toluca. Und während die Gäste mit aggressivem Zug nach vorn spielten, blieb Toluca taktisch brav-balanced - also ausgeglichen zwischen Idee und Ratlosigkeit.

In der zweiten Hälfte schalteten die Pumas einen Gang zurück, ohne die Kontrolle abzugeben. Trainer Nordlicht hatte offenbar Mitleid: "Wir wollten das Tempo halten, aber auch ein bisschen experimentieren." So kam in der 60. Minute der junge Fabio Vidigal für Doppelpacker Klug, und Miguel Andrade ersetzte den routinierten Hiliard. Kaum zwei Minuten später machte Djalo mit seinem dritten Treffer (62.) den Deckel drauf - Vorlage Andrade inklusive. Ein lupenreiner Hattrick? Nicht ganz, aber nah dran.

Der Rest war Schaulaufen. Pumas spielte sich den Ball zu, als wollten sie prüfen, ob sie ihn überhaupt verlieren können. Toluca dagegen versuchte, wenigstens den Ehrentreffer zu erzwingen - vergeblich. Plisek, der emsige Linksaußen, scheiterte gleich dreimal (78., 80., 81.) an der eigenen Ungenauigkeit oder am glänzend aufgelegten Pumas-Keeper Corey Locklear. Der hatte zwar weniger zu tun, als ihm lieb war, aber als er gebraucht wurde, stand er goldrichtig.

Kurz Aufregung in der 61. Minute: Duarte de la Sota sah Gelb - die einzige Karte des Abends. "Ich wollte nur den Ball", verteidigte er sich lachend nach dem Spiel. Nordlicht grinste: "Ja, und der Ball war halt am Fuß seines Gegners."

Die 40.000 Zuschauer im Estadio Toluca erlebten schließlich eine Lehrstunde in Sachen Effizienz. Pumas Nacional kombinierte präzise, aggressiv und clever, während Toluca in Schönheit erstarrte. Dass sie nominell gleich viel Ballbesitz hatten, war eine statistische Kuriosität - wie ein Teller voller Bohnen, der trotzdem leer schmeckt.

Und so blieb den Heimfans am Ende nur höflicher Applaus für die Gäste. "Wir müssen uns das ganz genau anschauen", sagte Toluca-Kapitän Jordi Arroyo mit ernster Miene. "Vielleicht haben sie heimlich einen zwölften Spieler gehabt."

Ob es das war oder einfach nur ein Klassenunterschied, bleibt Ansichtssache. Sicher ist: Pumas Nacional hat an diesem Abend gezeigt, dass Offensivfußball nicht zwingend chaotisch sein muss - er kann auch gnadenlos präzise sein.

Ein Reporter-Kollege sagte beim Verlassen des Stadions trocken: "Wenn Toluca Glück hat, kriegen sie nächste Woche nur vier." Ein bitterer Scherz - aber einer, der nach diesem 0:5 leider ziemlich realistisch klingt.

10.04.643987 01:48
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