Sporski Journal
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Rad Belgrad siegt im Nervenkrimi von Banja Luka - 2:1 nach voller Leidenschaft

Ein kalter Januarabend, Flutlicht, 49.994 Zuschauer - und ein Spiel, das alles hatte, was der serbische Fußball verspricht: Kampf, Emotionen, ein bisschen Chaos und zwei Teams, die sich nichts schenkten. Am Ende jubelte Rad Belgrad über einen 2:1-Auswärtserfolg bei Banja Luka, der vor allem eines zeigte: Cleverness schlägt Einsatz - zumindest manchmal.

Von Beginn an war klar, dass hier niemand zum Winterspaziergang gekommen war. Banja Luka begann mit breiter Brust, angetrieben von den Flügeln. Coach Stojko Blombovic hatte seine Elf mutig aufgestellt, "wir wollten über die Außen kommen, schnell, direkt, mutig", erklärte er später, "aber dann kam dieser eine Moment, der alles kippen ließ." Der besagte Moment ereignete sich in der 29. Minute: Rad Belgrads Mittelfeldmotor Gustav Baier schickte den wieselflinken Sasa Zdravkovic mit einem butterweichen Pass in die Tiefe - und der Stürmer brachte den Ball eiskalt im Netz unter. 1:0 für die Gäste, kalte Dusche für Banja Luka.

"Ich hab einfach draufgehauen", grinste Zdravkovic nach dem Spiel. "Wenn ich zu viel nachdenke, geht er sowieso drüber." Ein Zitat, das seine Trainer Thomas Kuzi vermutlich nicht gerne hört, aber an diesem Abend alles andere als ärgerte.

Banja Luka ließ sich nicht hängen. Im Gegenteil: Die Gastgeber rannten, kämpften, kombinierten - und kamen nach der Pause zurück. Kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, da zappelte der Ball auch schon im Belgrader Netz. Joel McLeod, der unermüdliche Rechtsaußen, traf nach wunderbarer Vorarbeit von Vicente Dominguez zum 1:1 (47.). Das Stadion bebte. "Ich hab nur gehofft, dass er nicht abpfeift", sagte McLeod lachend. Blombovic riss die Arme hoch, die Fans sangen, man roch die Wende.

Doch Fußball hat seine eigene Logik - und die kennt keine Gerechtigkeit. Nur elf Minuten später schlug Rad Belgrad erneut zu. Dieses Mal war es der rechte Mittelfeldspieler Helmut Strauss, der nach feiner Kombination über Veljko Zigic das 2:1 erzielte (58.). "Ich hab einfach gewartet, bis alle anderen müde waren", witzelte Strauss, der sein Tor mit ausgestrecktem Zeigefinger Richtung Gästeblock feierte.

Danach wurde es wild. Banja Luka hatte mehr Ballbesitz (51,8 Prozent), mehr Torschüsse (14:10), mehr Zweikämpfe gewonnen (52,3 Prozent) - aber weniger Glück. Aleksandar Stankovic prüfte den gegnerischen Keeper Ivica Ratkovic gleich dreimal, Jorge Costa traf nur das Außennetz, und in der 92. Minute köpfte der eingewechselte Srdan Zigic haarscharf vorbei. "Das war Millimeterarbeit - leider in die falsche Richtung", knurrte Blombovic nach Abpfiff.

Die Schlussphase hatte fast Slapstick-Charakter: Blombovic wechselte in der 90. Minute gleich dreimal, unter anderem brachte er einen neuen Torwart (Sulejmani für Dordevic), "nur um sicherzugehen, dass wenigstens einer heute nichts falsch macht", scherzte er später halb ernst, halb resigniert.

Auf der anderen Seite blieb Kuzi erstaunlich ruhig. "Wir wussten, dass sie über die Flügel kommen würden", erklärte er. "Aber wir haben das Zentrum dicht gemacht und auf unsere Momente gewartet." Ganz der Taktiker: Belgrad stand kompakt, blieb aggressiv (wie die Statistik es auch verriet) und nutzte die Chancen eiskalt.

Kurz vor Schluss sah Gustav Baier noch Gelb - die logische Folge seiner rustikalen Spielweise. "Alles im Dienste der Mannschaft", meinte er mit einem Grinsen, das eher wie ein Geständnis wirkte.

Als der Schlusspfiff ertönte, lagen Emotionen und Enttäuschung dicht beieinander. Banja Luka, trotz vollem Einsatz, steht mit leeren Händen da. Die Zuschauer verabschiedeten ihr Team mit Applaus - und leichtem Kopfschütteln. "Wir hätten heute mindestens einen Punkt verdient", murmelte McLeod, während er den Rasen verließ.

Am Ende steht ein 1:2, das nüchtern betrachtet knapp, aber verdient war. Belgrad war kaltschnäuziger, routinierter, abgebrühter. Banja Luka dagegen leidenschaftlicher, kreativer - aber ineffizient.

Oder wie ein älterer Fan auf der Tribüne seufzte: "Schön gespielt, aber das bringt dir nur Punkte im Herzen, nicht in der Tabelle."

Vielleicht das treffendste Fazit eines Abends, der zeigte, dass Fußball manchmal mehr Drama als Mathematik ist - und dass selbst 51,8 Prozent Ballbesitz keine Garantie auf Glück sind.

06.03.643987 09:38
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Da sieht man die Kunst der Ärzte. Zu meiner Zeit wäre eine Amputation nötig gewesen.
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