Sporski Journal
+++ Sportzeitung für Serbien +++

Rad Belgrad siegt in Smederevo: Effizienz schlägt Leidenschaft

Ein kalter Februarabend, Flutlicht, 37.480 Zuschauer - und ein Spiel, das alles hatte, was der serbische Fußball so liebt: Kampf, Emotionen und eine Prise Chaos. Am Ende durfte Rad Belgrad jubeln, nach einem 2:1-Auswärtssieg beim FK Smederevo, der sich zwar mutig wehrte, aber an der Kaltschnäuzigkeit der Gäste scheiterte.

Smederevo begann furios. Schon in der 3. Minute prüfte der 18-jährige Stanko Sulejmani den Belgrader Keeper Tomas Zak aus spitzem Winkel - ein Warnschuss, der das Stadion aufweckte. Nur wenige Minuten später zeigte sich, dass Trainer Osteroder FC seine Mannschaft auf schnelles Umschaltspiel eingestellt hatte. "Wir wollten Rad früh unter Druck setzen und mit langen Bällen hinter die Kette kommen", erklärte er später. Und tatsächlich: In der 17. Minute führte genau so ein Konter zum Erfolg. Innenverteidiger Nelio Bosingwa drosch den Ball weit nach vorne, Miroslav Raickovic startete durch, nahm die Kugel technisch fein mit und vollendete eiskalt zum 1:0.

Das Stadion kochte, Bierbecher flogen, und die Rad-Abwehr sah kurzzeitig aus, als würde sie lieber wieder in den Bus steigen. Doch wer Rad Belgrad kennt, weiß: Die geben nicht klein bei. Nach einer halben Stunde kam das Team von Trainer Thomas Kuzi immer besser ins Spiel, auch weil der bullige Mittelstürmer Veljko Zigic von Minute zu Minute gefährlicher wurde - selbst wenn er in der ersten Halbzeit mehr Schüsse neben das Tor setzte, als andere in einer ganzen Saison.

In der 38. Minute fiel dann der Ausgleich: Helmut Strauss, sonst eher als robuster Arbeiter auf der rechten Seite bekannt, zimmerte den Ball aus gut 20 Metern flach ins linke Eck. Torwart Jakub Drizdal streckte sich vergebens. "Ich habe einfach mal draufgehalten", grinste Strauss nach dem Spiel. "Der Ball wollte’s so."

Smederevo wankte, und kurz vor der Pause kam der nächste Schlag: Sasa Zdravkovic, der bis dahin alles versucht hatte - meist mit mäßigem Erfolg -, traf nach einer schönen Kombination über die rechte Seite zum 2:1 für Rad. Aus Sicht der Gastgeber ein psychologisch bitterer Moment, direkt mit dem Pausenpfiff.

Nach der Pause änderte sich am Spielverlauf wenig. Smederevo hatte zwar einen Tick mehr Ballbesitz (50,3 Prozent), aber Rad blieb gefährlicher. Ganze 18 Torschüsse verzeichneten die Gäste - ein Wert, der die Belgrader Überlegenheit unterstreicht. Zigic schoss weiter aus allen Lagen, während Kuzi an der Seitenlinie wild gestikulierte. "Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen", sagte der Trainer trocken. "Aber solange er trifft, beschwere ich mich nicht."

Getroffen hat Zigic am Ende zwar nicht, aber er arbeitete sich auf - und sorgte dafür, dass die Smederevoer Abwehr nie Ruhe fand. In der 63. Minute kassierte der eingewechselte Dorde Vukomanovic prompt Gelb, nachdem er etwas zu ungeschickt in einen Zweikampf ging. Kuzi nahm’s gelassen: "Wenn du jung bist, musst du lernen, wann du beißt - und wann du nur knurrst."

Smederevo versuchte in der Schlussphase alles. Der eingewechselte Bojan Ergic prüfte Zak in der 52. Minute, Sulejmani scheiterte kurz vor Schluss noch einmal knapp (88.), doch der Ball wollte einfach nicht mehr rein. Trainer FC reagierte mit drei Wechseln in der 90. Minute - Lazovic, Dragutinovic und Filipovic kamen - doch die Nachspielzeit reichte nicht mehr, um das Ruder herumzureißen.

Am Ende stand ein 1:2, das die Zuschauer mit gemischten Gefühlen nach Hause gehen ließ. "Wir haben alles gegeben", sagte Raickovic, der Torschütze des Abends aus Sicht der Gastgeber. "Aber Rad war cleverer. Die haben aus wenig viel gemacht."

Statistisch betrachtet war das gar nicht so falsch: Rad hatte zwar leicht weniger Ballbesitz, aber mehr Schüsse, die klareren Chancen und den kühleren Kopf. Smederevo dagegen kämpfte, rannte, foulte (und bekam Gelb durch Bosingwa in der 80. Minute), aber belohnte sich nicht.

Kuzi fasste das Spiel in seiner gewohnt lakonischen Art zusammen: "Ein schönes Spiel für die Zuschauer - und für meine Nerven eine Katastrophe."

Ein bisschen Wahrheit steckt in diesem Satz: Rad Belgrad machte es spannender, als nötig, aber am Ende zählen im Fußball eben Tore - und die schossen sie zwei, Smederevo nur eins.

So bleibt die Erkenntnis eines langen Abends an der Donau: Herz schlägt Taktik selten, und wer so viele Chancen zulässt wie Smederevo, der wird irgendwann bestraft. Oder, wie ein älterer Fan beim Hinausgehen murmelte: "Wir hätten den Zigic einfach nach Hause schicken sollen, bevor das Spiel anfing."

Charmant, ehrlich, serbisch.

13.07.643990 13:50
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