Sporski Journal
+++ Sportzeitung für Serbien +++

Rad Belgrad stolpert daheim - Celarevo schockt mit 2:1-Auswärtssieg

Der 6. Spieltag der serbischen Superliga hatte alles, was ein Fußballabend braucht: 59.000 Zuschauer, ein frühes Tor, eine rote Karte und ein Gastteam, das einfach nicht aufhören wollte, an sich zu glauben. Am Ende jubelte tatsächlich Pivara Celarevo über ein 2:1 in Belgrad - und die Heimfans fragten sich, ob sie gerade Zeuge eines mutigen Außenseiters oder eines selbstverschuldeten Desasters geworden waren.

Schon nach sieben Minuten sah alles nach einem gemütlichen Heimabend für Rad Belgrad aus. Diego Vazques, der erfahrene Argentinier auf der linken Seite, verwertete eine perfekte Flanke von Benjamin Boyle - 1:0, tosender Jubel. "Da dachte ich, das Ding läuft", sagte Trainer Thomas Kuzi später mit einem bitteren Lächeln. Es lief - aber in die falsche Richtung.

Denn Celarevo, das Team mit dem charmanten Brauereinamen, reagierte wie ein gutes Bier: spritzig und mit Nachdruck. Nur sieben Minuten später kombinierten sich Erland Thomassen und Fabio Antunes durch die linke Seite, und Antunes schob eiskalt zum 1:1 ein. Der Ausgleich kam so blitzschnell, dass selbst die Balljungen noch in der Jubelpose des 1:0 verharrten.

Von da an übernahm der Gast die Kontrolle. Pivara Celarevo hatte 56 Prozent Ballbesitz, wirkte ballsicher und geduldig. Belgrad hingegen rannte, ackerte, und schoss - 11 Torschüsse insgesamt - aber so, als hätten die Spieler ihre Zieloptik im Kabinengang vergessen.

In der 40. Minute wurde’s dann richtig bitter für Rad: Der flinke Rechtsaußen Ediz Sargun setzte sich auf dem Flügel durch, flankte halbhoch in den Strafraum, und Vladan Basa nahm den Ball direkt - 1:2. Torwart Ivica Ratkovic streckte sich vergeblich, und auf der Tribüne war plötzlich das Rascheln der Popcorntüten lauter als der Applaus.

"Wir haben einfach weiter Fußball gespielt", grinste Celarevos Trainer Andreas Go nach dem Spiel. "Ich habe den Jungs gesagt: Wenn ihr schon in Belgrad seid, dann nehmt wenigstens drei Punkte mit."

Die zweite Halbzeit stand dann unter dem Motto: Rad kämpft, Celarevo kontrolliert. Kuzi brachte zur 55. Minute Gustav Baier, der prompt Gelb sah, und später Dejan Jevtic, einen 18-Jährigen, der immerhin frischen Wind brachte. Doch nach 69 Minuten wurde’s noch schlimmer: Innenverteidiger Matthew McGowan, zuvor schon verwarnt, rauschte in Fabio Antunes hinein - Gelb-Rot. "Ich hab den Ball ganz klar gespielt", rief er Richtung Schiedsrichter, während er den Platz verließ. Der Ball lag allerdings etwa zwei Meter weiter.

Mit zehn Mann versuchte Rad, das Unmögliche möglich zu machen, und hatte tatsächlich noch Chancen. Diego Vazques prüfte Keeper Dirk Benz mit einem Distanzschuss in der 84. Minute, aber der Celarevo-Schlussmann war an diesem Abend ein Fels in der Brandung - oder, wie er selbst lachte: "Eher ein Betonmischer, so viel wie auf mich geflogen kam."

Die Gäste wechselten clever, brachten frische Beine - erst Albert Dukic, später Morgan Doyle - und spielten die Minuten eiskalt herunter. Selbst die späten Verwarnungen für Mason Saint-Pierre (75.) und Jose Conceicao (80.) konnten das Bild nicht mehr trüben: Pivara Celarevo war an diesem Abend schlicht das smartere Team.

In der Nachspielzeit humpelte Veljko Zigic noch verletzt vom Platz - sinnbildlich für den Zustand der Gastgeber. Trainer Kuzi sprach danach von einer "unnötigen Niederlage mit Lehrwert". Sein Gegenüber Go konterte trocken: "Lehrreich war’s sicher - für die anderen."

Die nackten Zahlen bestätigen, was das Auge sah: Celarevo mit 15 Torschüssen, Rad mit 11 - und einem Mann weniger. Ballbesitz 56 zu 44 Prozent für die Gäste, Zweikampfquote leicht zu ihren Gunsten.

Am Ende blieb den Belgrad-Fans nur Galgenhumor. Ein älterer Herr im Klubtrikot murmelte beim Verlassen des Stadions: "Früher haben wir hier gewonnen, heute gewinnen die, die Bier heißen."

Vielleicht ist das die einfachste Zusammenfassung dieses Abends: Rad Belgrad verlor gegen die, die den kühleren Kopf behielten - und vielleicht auch das bessere Gebräu im Blut hatten.

Und während Celarevo jubelnd in die Kabine verschwand, blieb über der Arena nur der bittere Nachgeschmack eines Spiels, das für Rad so gut begonnen hatte und mit einem Kater endete.

29.03.643987 13:56
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Ich denke, dass man stolz sein kann auf die Leistung von Schalke 04, wegen der Leistung.
Andreas Möller
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