Haaretz Sports
+++ Sportzeitung für Israel +++

Ramat Gan Reds feiern ein 4:0 der feinen (und frühen) Art

Wenn 56 058 Zuschauer an einem lauen Aprilabend ins Stadion von Ramat Gan strömen, dann ahnt man: Hier liegt was in der Luft. Und tatsächlich - kaum hatte Schiedsrichter Ben Levi zum Anstoß geblasen, da nahm die Mannschaft von Trainer John Porno das Publikum mit auf eine rotglühende Achterbahnfahrt. Am Ende hieß es 4:0 (3:0) gegen Tirat Carmel FC, und die Gäste aus der Küstenstadt wirkten über weite Strecken so, als hätten sie das Navi auf "Verkehrsberuhigte Zone" gestellt.

Schon nach sieben Minuten klingelte es zum ersten Mal: Massimiliano Di Paolo, der Mittelfeldmotor mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks (und dem Temperament eines Espresso doppio), versenkte den Ball nach Vorarbeit von Cesar Varela trocken zum 1:0. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Di Paolo später, "aber der Ball hatte andere Pläne." Zwei Minuten später ließ Joel Kilbane den Rasen beben - ein schneller Doppelpass mit Gustav Hübner, ein Haken, ein Schuss, 2:0. Die Reds spielten in dieser Phase, als gäbe es für jede gelungene Aktion einen Gutschein fürs Grillbuffet.

Tirat Carmel? Nun ja, sie waren technisch da, physisch anwesend, aber emotional irgendwo zwischen Haifa und dem falschen Drehbuch. Trainerin Babsi Klemm schimpfte an der Seitenlinie wie eine Grundschullehrerin ohne Pausenklingel: "Bleibt doch mal wach, Männer!" Wach wurden sie nicht - in der 33. Minute durfte Hübner selbst ran und traf nach elegantem Zuspiel von Fernando Sainz zum 3:0. Da war das Spiel praktisch entschieden, auch wenn die Reds danach noch 16 weitere Abschlüsse sammelten - 19 insgesamt, um genau zu sein, gegenüber bescheidenen fünf der Gäste.

"Wir wollten offensiv spielen", erklärte Klemm nach dem Spiel, "aber die Jungs haben das wohl mit ’offen wie ein Scheunentor’ verwechselt." Ihr Fazit: "Das war heute ein Lehrfilm in Sachen Konsequenz - leider nicht von uns gedreht."

Nach dem Seitenwechsel blieb das Bild ähnlich: Ramat Gan kontrollierte das Geschehen mit 51 Prozent Ballbesitz - also fast Gleichstand, aber in der Wirkung Welten entfernt. Der junge Deniz Undav ersetzte zur Pause den starken Jigael Scharanski und brachte frischen Wind, während Jose Linares nach einer Verletzung in der 57. Minute humpelnd vom Feld musste - nichts Dramatisches, wie Trainer Porno später versicherte: "Er hat mehr gelitten, weil er sein neues Haargel nicht ausspielen konnte."

Das vierte Tor fiel in der 65. Minute, wieder durch Kilbane, diesmal nach Pass von Dauerläufer Varela. Ein Musterangriff wie aus dem Lehrbuch: Pressing, Ballgewinn, Doppelpass, Tor - und irgendwo auf der Tribüne rief ein Fan: "Das ist keine Mannschaft, das ist Kunst!" Kilbane selbst nahm’s mit britischem Understatement: "Zwei Tore sind schön, aber ich hätte auch noch das Dritte nehmen können - wenn der Ball mal auf mich gehört hätte."

Die Schlussphase brachte noch ein paar gelbe Karten - Matan Rosenthal (76.) und Haluk Sismanoglu (87.) auf Seiten der Reds, Eugenio Conte (88.) bei den Gästen - sowie die Erkenntnis, dass Tirat Carmel trotz offensiver Ausrichtung (angeblich "über die Flügel") kaum Durchschlagskraft entwickelte. Sigurd Carlsen und Rahim Erkin sorgten für die wenigen Lichtblicke: zwei Schüsse aufs Tor, beide eher freundliche Grüße an Keeper Otto Uggla.

In der Mixed Zone nach dem Spiel wirkte Coach Porno (dessen Name die englischen Kollegen jedes Mal erröten lässt) zufrieden: "Wir haben stark angefangen, nicht nachgelassen und am Ende sogar noch Luft für einen Tanz gehabt. So soll’s sein." Auf die Frage nach seiner Taktik - durchgehend offensiv, mit hohem Einsatz und kräftigem Pressing - antwortete er augenzwinkernd: "Wenn man schon ’Reds’ heißt, sollte man auch rot sehen, oder?"

Für Tirat Carmel bleibt der Trost, dass auch ein 0:4 nur drei Punkte kostet. Und vielleicht die Hoffnung, dass Babsi Klemm beim nächsten Mal weniger schimpfen und mehr jubeln darf.

Zum Abpfiff standen die Fans der Reds auf, klatschten im Takt, und einer rief: "Das war Ramat Gan de Lux!" - Man konnte ihm kaum widersprechen.

Schlusswort? Vielleicht so: Wenn die Reds so weitermachen, wird die 1. Liga Israel bald nicht mehr wissen, was sie mit all den Gegentoren anfangen soll. Und Tirat Carmel? Die sollten sich dringend neue Flügel zulegen - ihre alten scheinen eingeklappt zu sein.

14.04.643997 11:02
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Gerade diesen Nike-Spot sehe ich sehr negativ. Es beginnt jetzt die Reisezeit. Stellen Sie sich nur vor, die Kinder beginnen jetzt auf den Flughäfen mit Bällen herumzudribbeln.
Berti Vogts
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager