// Startseite
| Haaretz Sports |
| +++ Sportzeitung für Israel +++ |
|
|
|
Premier League | 5. Spieltag | 15.08.26 | Tirat Carmel FC - Hapoel Ramat PKI 1:2 Dabei begann die Partie am Samstagabend um 20.30 Uhr durchaus munter. Tirat Carmel kam durch Rasmus Clausen bereits in der ersten Minute zum ersten Abschluss, kurz darauf probierten es Sigurd Carlsen und Isidoro Oliveira. Die Hausherren hatten zunächst etwas mehr Schwung, aber nicht zwingend mehr Kontrolle. Hapoel Ramat PKI hielt dagegen, ohne sich in übertriebene Hektik zu verabschieden. Der Gast spielte offensiv, setzte aber auf gepflegte Chancen statt auf das beliebte Prinzip "irgendwann wird schon einer reingehen". "Wir wollten ruhig bleiben und nicht jeden Ball behandeln, als wäre er der letzte des Lebens", sagte Hapoels Trainer Marco Maciadi nach dem Abpfiff. Eine bemerkenswert vernünftige Idee für ein Fußballspiel, in dem Vernunft bekanntlich gelegentlich als taktischer Betriebsunfall gilt. Tirat Carmel hatte in der ersten Hälfte mehrere Möglichkeiten. Oliveira tauchte gleich dreimal gefährlich auf, Carlsen und Clausen sorgten ebenfalls für Unruhe. Doch Hapoels Torwart Tibor Tataru blieb aufmerksam. Auf der anderen Seite musste auch Georg Danielsen nicht untätig herumstehen: Nikolaj Grigorenko, Tal Rosenthal und Arik Tabenkin prüften den Schlussmann der Gastgeber. Nach 45 Minuten lautete die Bilanz dennoch: keine Tore, aber bereits genügend Schüsse, um ein kleineres Statistikbüro in Alarmbereitschaft zu versetzen. Nach der Pause ging es dann plötzlich schnell. In der 54. Minute schlug Hapoel zu: Der erst 19-jährige Mittelstürmer Arik Ariav traf nach Vorarbeit von Amir Ben-Shushan zum 1:0. Ein sauberer Angriff, ein klarer Abschluss - und auf der Tribüne die übliche kurze Stille, in der Heimfans kollektiv überlegen, ob sie gerade wirklich so viel Hoffnung investiert hatten. Die Antwort von Tirat Carmel folgte nur vier Minuten später. Jaime Sancho glich in der 58. Minute aus, vorbereitet von Rasmus Clausen. Der linke Angreifer nahm die Einladung dankend an und stellte auf 1:1. "Ich habe nur gesehen, dass der Weg frei war", sagte Sancho. "Dann bin ich gelaufen." Fußball kann manchmal erstaunlich kompliziert aussehen, obwohl der entscheidende Plan offenbar aus zwei Sätzen besteht. Danach wurde die Partie härter. Tirat Carmel spielte aggressiv, wie es die taktischen Vorgaben bereits angekündigt hatten, und blieb im Pressing eher abwartend. Hapoel setzte auf ausgewogene Angriffe und geduldiges Passspiel. In der 69. Minute wurde es für die Gastgeber allerdings teuer: Leandro Djalo sah nach seiner zweiten Verwarnung die Gelb-Rote Karte. Tirat Carmel musste die Schlussphase in Unterzahl bestreiten. Hapoel nutzte den Vorteil. In der 73. Minute erzielte Tal Rosenthal nach Zuspiel von Nikolaj Grigorenko das 2:1. Rosenthal war bereits zuvor auffällig gewesen und belohnte seinen unermüdlichen Auftritt mit dem entscheidenden Treffer. Tirat Carmel gab sich trotz Unterzahl nicht geschlagen. Insgesamt kamen die Gastgeber auf zwölf Torschüsse, Hapoel auf elf. Beim Ballbesitz lag der Gast mit 52,24 Prozent knapp vorne - kein übermächtiger Unterschied, aber ausreichend, um am Ende den statistischen Fuß in der Tür zu haben. "Wir haben Charakter gezeigt", sagte Tirat-Carmels Trainer Babsi Klemm. "Leider hat uns nach dem Platzverweis ein bisschen Luft gefehlt." Auf der Tribüne soll ein Fan daraufhin trocken geantwortet haben: "Und vielleicht ein Tor." So blieb es beim 1:2. Hapoel Ramat PKI nimmt drei Punkte mit, Tirat Carmel immerhin die Erkenntnis, dass zwölf Torschüsse und 47,76 Prozent Ballbesitz noch lange keine Garantie gegen einen fröhlichen Heimweg des Gegners sind. 15.08.2026 21:15 |
Sprücheklopfer
Wenn man mir die Freude am Fußball nimmt, hört der Spaß bei mir auf!
Thomas Häßler in seiner Dortmunder Zeit