Football Today
+++ Sportzeitung für England +++

Reacock trifft früh - Midlands Villa zittert sich zum 1:0 gegen die Spurs

Es gibt Spiele, die beginnen mit einem Feuerwerk - und hören danach abrupt auf. So wie dieses: Nach nicht einmal drei Minuten bebte das Midlands-Stadion, als der 18-jährige Callum Reacock den Ball per Direktabnahme in den Winkel schweißte. Vorlagegeber war Rechtsverteidiger Xavi Vasquez, der später noch die Gelbe Karte sah - offenbar der Preis für übermäßige Aktivität. Das 1:0 blieb das einzige Tor des Abends, aber Langeweile? Von wegen.

24.626 Zuschauer sahen ein Duell, das irgendwie alles gleichzeitig war: wild, jugendlich, unpräzise, aber mit Herzblut. Trainer Ron Li von Midlands Villa hatte seine Mannschaft, wie gewohnt, offensiv eingestellt. Schon in den ersten 20 Minuten feuerte Villa auf das Tor der London Spurs, als gäbe es Punkte für Zielwasserverbrauch: 17 Schüsse aufs Tor standen am Ende zu Buche. "Wir wollten früh zeigen, dass wir keine Angst haben - und dann haben wir’s wohl etwas zu wörtlich genommen", grinste Li nach Abpfiff.

Das frühe Tor hatte die Spurs sichtlich aus dem Konzept gebracht. Trainer Claus Kohl gestikulierte bereits in der vierten Minute wild in Richtung seiner Abwehrreihe, die den Ball wie ein heißes Eisen behandelte. Seine Spieler wirkten überrascht, dass das Spiel schon begonnen hatte. "Wir waren wohl gedanklich noch beim Aufwärmen", kommentierte Mittelfeldmann Leon Ackland trocken, der immerhin zweimal auf das gegnerische Tor schoss - beide Male eher zur Erheiterung des Heimblocks.

Ballbesitzmäßig war es erstaunlich ausgeglichen - 51 zu 49 Prozent zugunsten der Gäste -, doch die Statistik lügt in diesem Fall wie ein schlecht frisiertes Pressestatement. Villa spielte direkter, bissiger und riskanter, während London zwar den Ball hatte, aber selten wusste, was es damit anfangen sollte. Die vier Torschüsse der Spurs wirkten wie höfliche Versuche, den Torwart Tyler Clancy auf Betriebstemperatur zu testen. Mehr als ein warmes Händchen war aber nicht nötig.

Die zweite Halbzeit begann mit demselben Muster: Midlands Villa rannte, kombinierte und schoss - nur das Netz wollte partout nicht mehr wackeln. Harvey Longfellow, ebenfalls zarte 18 Jahre jung, prüfte den Spurs-Keeper Ralf Jensen gleich viermal, scheiterte aber jedes Mal knapp. "Ich dachte, irgendwann geht der Ball schon rein, aber das Tor schien beleidigt zu sein", sagte Longfellow später mit einem Grinsen, das fast so breit war wie sein Anlauf.

In der 54. Minute sah Xavi Vasquez Gelb - ein klassischer Fall von "zu viel Einsatz, zu wenig Timing". Trainer Li kommentierte das süffisant: "Ich hab ihm gesagt, er soll den Gegnern auf die Füße steigen, nicht auf die Nerven." Kurz darauf durfte der junge Keeper Salvador Berjon mit 19 Jahren sein Debüt geben, nachdem Clancy wohl ein leichtes Ziehen verspürte. Die Zuschauer klatschten höflich, als wäre es ein Theaterapplaus für den Nachwuchs.

Von London kam in der Schlussphase kaum noch etwas. Kohl wechselte nicht spektakulär, sondern gar nicht - vielleicht in der Hoffnung, dass sich das Spiel von selbst dreht. Tat es aber nicht. In der 91. Minute holte sich Linksverteidiger Alexander Benett noch Gelb ab, als er einen Spurs-Konter rustikal beendete. "Ich wollte nur freundlich guten Abend sagen", verteidigte er sich schmunzelnd im Kabinengang.

Nach dem Schlusspfiff wirkte Ron Li zufrieden und abgekämpft zugleich: "Ein frühes Tor, ein sauberer Sieg, keine Verletzten - was will man mehr? Vielleicht ein bisschen weniger Herzklopfen in den letzten Minuten." Claus Kohl dagegen stand mit verschränkten Armen in der Mixed Zone und murmelte: "Wir haben den Gegner stark aussehen lassen. Das war unsere größte Leistung heute."

So bleibt Midlands Villa mit diesem 1:0 im Tabellenmittelfeld, während die London Spurs weiterhin auf der Suche nach einer Idee sind, wie man Fußballspiele auch mal gewinnt. Der Abend gehörte eindeutig den Youngsters - Reacock, Longfellow, Vasquez -, die mit jugendlichem Übermut und einem Hauch Naivität auftrumpften.

Und irgendwo in den Midlands wird Callum Reacock heute Nacht wohl noch einmal diesen Moment in der dritten Minute träumen - als das Netz zitterte, das Stadion tobte und selbst der erfahrene Günther Kaiser auf der Bank leise murmelte: "Der Bengel hat’s drauf."

Ein Tor, drei Punkte, viele Geschichten - manchmal braucht Fußball nicht mehr als das.

14.09.643993 16:25
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wir haben heute in Adrenalin gebadet.
Oliver Kahn nach einem 6:2 gegen Dortmund
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager