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Primera Division | 4. Spieltag | 08.07.26 | Real Caracas - Penta Portugal 1:1 Dabei begann alles wie gemalt. Schon in der ersten Spielminute prüfte Joaquin Domingos den portugiesischen Keeper Maor Liwni mit einem strammen Schuss - eine Szene, die sinnbildlich für den Abend stehen sollte: viel Einsatz, wenig Ertrag. Real Caracas spielte von Beginn an mit offenem Visier, offensiv ausgerichtet, Angriffe über die Flügel, Ballbesitz leicht unterlegen, aber dafür doppelt so viele Ideen im Kopf. In der 15. Minute dann endlich die Belohnung: Otto Nelsen eroberte am linken Flügel den Ball, flankte butterweich in die Mitte, und Domingos vollstreckte aus kurzer Distanz zum 1:0. Das Stadion bebte, Lui riss die Arme hoch, und ein älterer Herr auf der Tribüne schrie: "Endlich trifft er mal, der gute Joaquin!" - ganz so, als habe er jahrelang auf diesen Moment gewartet. Doch kaum hatte Caracas das Spiel im Griff, kam Penta Portugal plötzlich aus der Deckung. In der 28. Minute kombinierte sich der Gast durch die Mitte, Damian Hermenegildo legte clever auf Ophir Naot ab, und der zog trocken ab - 1:1. Torwart Asier Veloso war noch dran, aber der Ball rutschte unter ihm hindurch. "Ich hab den Wind falsch eingeschätzt", murmelte Veloso später, halb ernst, halb selbstironisch. "Vielleicht war es auch einfach mein Gewichtsschwerpunkt - oder der Ball wollte einfach rein." Nach dem Ausgleich änderte sich das Bild kaum: Caracas weiter mit viel Offensivdrang, 15 Schüsse aufs Tor, Penta Portugal gerade einmal drei. Doch jedes Mal, wenn Domingos, Pauleta oder Oliveira abzogen, war da dieser Maor Liwni, der Keeper aus Lissabon, der plötzlich zu einer Mischung aus Oktopus und Betonwand mutierte. "Der Typ klebt am Ball wie Tapetenkleister", fluchte Real-Verteidiger Goran Rakic nach dem Spiel. Trainer Frank-Michael Morgenroth von Penta Portugal sah das etwas anders: "Wir haben das gespielt, was wir können - kompakt stehen, clever kontern, und hoffen, dass Ophir mal wieder so einen Sonntagsschuss raushaut." Seine Mannschaft hatte über 52 Prozent Ballbesitz, doch das war eher Ergebnis des geduldigen Rückwärtsspielens als eines druckvollen Angriffs. King Lui reagierte in der 60. Minute mit einem Doppelwechsel: Sandoval kam für den blassen Diego Triguero, und Carles Ordono ersetzte Otto Nelsen, der nach seinem Assist sichtbar müde wurde. "Ich wollte frischen Wind bringen, aber der Wind blieb leider aus", kommentierte Lui trocken. In der Schlussphase drückte Real Caracas mit allem, was Beine hatte. Die Taktik wurde noch offensiver, Pressing auf Anschlag, Aggressivität auf "STRONG" - so jedenfalls würde es im Statistikheft stehen. Auf dem Rasen sah es eher nach Verzweiflung aus. In der 87. Minute noch einmal Domingos, freistehend vor Liwni, aber der Keeper fischte den Ball aus dem Winkel, als hätte er Magneten in den Handschuhen. Nach dem Schlusspfiff standen sich zwei Teams gegenüber, die beide das Gefühl hatten, mehr verdient zu haben - und vielleicht hatten sie sogar recht. Real Caracas wegen der Chancenflut, Penta Portugal wegen der Effizienz und des Nervenstahls. "Ein Punkt ist ein Punkt", meinte Morgenroth mit einem Schulterzucken, "und ein 1:1 auswärts in Caracas unterschreibt man blind." King Lui dagegen sprach von "zwei verlorenen Punkten und einer gewonnenen Erkenntnis: Wer das Tor nicht trifft, kann keine Spiele gewinnen." Die Fans verabschiedeten ihr Team trotzdem mit Applaus. Vielleicht, weil sie wussten, dass Leidenschaft manchmal mehr wert ist als drei Punkte. Oder weil sie ahnten, dass Joaquin Domingos beim nächsten Mal wieder trifft - vielleicht sogar zweimal. Und so endete ein Spiel, das alles hatte: Tempo, Emotion, Frust, Humor - nur eben keinen Sieger. Aber, wie ein Zuschauer auf der Pressetribüne murmelte, während er seinen Stift einpackte: "Wenn alle Spiele so laufen, wird wenigstens keinem langweilig." Ein Satz, dem man kaum widersprechen kann. 09.07.2026 05:37 |
Sprücheklopfer
Mann! Mehr Abseits geht nicht! Also ehrlich!
Christoph Daum zum Linienrichter