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Copa Libertadores | Gruppenrunde - 1. Spieltag | 23.09.26 | Real Iquitos - Sporting Petare 0:0 Dabei begann die Partie keineswegs schläfrig. Real Iquitos, von Sven Schalnas offensiv eingestellt, suchte früh den Weg nach vorn. Noe Nene prüfte in der sechsten Minute die Aufmerksamkeit der Gäste, William Winston legte zwischen der 13. und 17. Minute zweimal nach. Sporting Petare blieb zunächst in seiner defensiven Ordnung, zeigte aber, dass Konter nicht zwingend langsam sein müssen: Jake Long tauchte in der 20. und 25. Minute gefährlich auf. "Wir wollten Druck machen, aber nicht kopflos werden", sagte Schalnas nach dem Abpfiff. "Am Ende waren wir vielleicht nur beim Kopfloswerden erfolgreich." Ein Satz, der vermutlich gleichzeitig als Analyse und als Versuch durchging, die Nerven der 59.000 Zuschauer zu schonen. Die erste Halbzeit entwickelte sich zu einem Duell zwischen Iquitos’ Vorwärtsdrang und Petare’ Abwehrdisziplin. Jefferson Farfan schoss in der 27. Minute, Javi Granados antwortete für die Gäste fünf Minuten später. Kurz vor der Pause durfte sich auch Petare-Verteidiger Jakub Vladyka versuchen, ehe Vicente Mourino in der 44. Minute noch einmal für die Hausherren abzog. Die Anzeigetafel blieb unbeeindruckt. 0:0 zur Pause - ein Ergebnis, das sich angesichts der Chancen beinahe unhöflich zurückhaltend anfühlte. Schalnas reagierte taktisch: Iquitos blieb offensiv, verlagerte das Spiel nach dem Seitenwechsel aber stärker über die Flügel und erhöhte später Einsatz und Pressing. Petare blieb zunächst tief und suchte den "sicheren" Abschluss. Sicher war an diesem Abend allerdings vor allem, dass keiner hineinging. In der 46. Minute feuerte Mourino erneut, kurz danach kamen Salvador Nani und Raphael Reich zu weiteren Abschlüssen. Nani versuchte es in der 51. und 61. Minute, Farfan in der 62. und 64. Minute. Es war nun endgültig ein Belagerungszustand - nur ohne den entscheidenden Einschlag. Torwart Josip Jertec und seine Vorderleute konnten sich über mangelnde Beschäftigung jedenfalls nicht beklagen. "Ich dachte bei jedem Schuss: Jetzt ist er drin", erklärte Iquitos-Mittelfeldspieler Sigmund Abramson später. "Dann war der Ball wieder irgendwo, nur nicht im Tor." Abramson selbst durfte in der 82. Minute antreten, sah jedoch ebenso wenig Grund zum Jubeln wie Vicente Mourino zwei Minuten später. Die Zahlen sprechen klar für Real Iquitos: 15 Torschüsse standen am Ende sieben von Sporting Petare gegenüber. Auch beim Ballbesitz lag der Gastgeber mit 54,1 Prozent leicht vorn. In den Zweikämpfen war das Bild ähnlich: Iquitos gewann 53,4 Prozent, Petare 46,6. Nur in der wichtigsten Statistik herrschte vollkommene Gleichheit. Petare wechselte mehrfach, unter anderem brachte Marcel Skupzig in der 75. Minute Jacques Gagne. In der Schlussphase warf auch Iquitos noch einmal alles nach vorne. Lionel Pauleta schoss in der 87. Minute, Nene versuchte es zwei Minuten später, für die Gäste prüfte Nelson Sandoval in der Nachspielzeit noch einmal die Nerven der Heimfans. Doch selbst die Nachspielzeit verweigerte den dramatischen Höhepunkt. "Wir haben defensiv sehr gut gearbeitet", bilanzierte Skupzig. "Offensiv hätten wir mutiger sein können." Das ist im Fußball eine elegante Umschreibung für: Der Ball war da, aber wir hätten ihn gern öfter in Richtung Tor bewegt. So blieb am Ende ein 0:0, das für Petare nach Auswärtspunkt klingt und für Iquitos nach vertaner Gelegenheit. 22 Torschüsse, vier Gelbe Karten, viel Einsatz - und kein Tor. Die Zuschauer gingen dennoch mit einer Erkenntnis nach Hause: Man kann ein Fußballspiel auch gewinnen, ohne ein Tor zu schießen. Man muss es nur dem Gegner ebenfalls verbieten. 23.09.2026 20:14 |
Sprücheklopfer
Man muss feststellen, dass der Spruch auch nicht mehr stimmt, dass der Schütze nicht selber schießen soll. Ich stelle fest, dass der Schütze sehr wohl den Elfmeter selber schießt.
Günter Netzer