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Rehovot führt, verliert, verzweifelt - Ramat PKI siegt dank Teenie-Sensation

Es war einer dieser Abende, an denen Fußball seine gesamte Dramatik entfaltet - und ein 19-Jähriger namens Ghalib Vilner zum Helden wird. Vor 40.000 Zuschauern im Rehovoter Stadion drehte Hapoel Ramat PKI ein 0:1 in ein 3:2 und ließ die heimischen Rehovot Blacks fassungslos zurück.

Dabei fing alles so vielversprechend an für die Gastgeber. Trainer Hhbb Hjj hatte seine Elf offensiv ausgerichtet, die Schwarzgekleideten pressten zwar kaum, dafür kombinierten sie gefällig. Bereits in der 7. Minute prüfte Adam Nolan den Gästekeeper Azmi Liwni mit einem wuchtigen Schuss - der Ball rauschte knapp über die Latte. Die Zuschauer raunten, Bierbecher schwappten, und man roch den Führungstreffer beinahe in der Luft.

Der kam dann in Minute 39: Georges Kinmont, der elegante Schotte im linken Mittelfeld, legte sich den Ball zurecht und traf nach Vorlage von Goran Koroman trocken ins Eck. 1:0 - und Hhbb Hjj riss die Arme nach oben, als hätte er gerade den Meistertitel gewonnen. "Wir hatten alles im Griff", knurrte er später, "bis wir dachten, wir hätten alles im Griff."

Doch Fußball wäre kein Fußball, wenn er nicht zur Halbzeit alles auf den Kopf stellen würde. Exakt mit Wiederanpfiff (46.) schlug Ramat PKI zurück. Der erst 19-jährige Ghalib Vilner, bis dahin eher unauffällig, nutzte einen Pass von Rechtsverteidiger Benjamin Sinclair, drehte sich um seinen Gegenspieler - und traf. 1:1, und plötzlich war das Stadion still.

Die Gastgeber verloren kurzzeitig den Faden, und so kam es, wie es kommen musste: In der 62. Minute war es wieder der junge Vilner, diesmal eiskalt nach einem Abpraller. Und nur drei Minuten später (65.) schnürte er seinen Hattrick - Vorlage vom eingewechselten Ghalib Cohen, und das 1:3 war perfekt. Drei Tore in 19 Minuten, alle vom gleichen Teenager - das nennt man wohl eine Visitenkarte.

"Ich hab einfach geschossen, weil ich dachte, schlimmer kann’s nicht werden", grinste Vilner nach dem Spiel, während sein Trainer Marco Maciadi daneben versuchte, professionell zu bleiben. "Wir wussten, dass der Junge Talent hat", sagte Maciadi, "aber dass er gleich drei macht, das wusste nur seine Mutter - und die hat’s uns nicht gesagt."

Rehovot kämpfte, doch die Luft war raus. Erst in der 72. Minute gelang Marc Doreste nach schöner Vorarbeit von Erem Ates der Anschlusstreffer zum 2:3 - Hoffnung glomm auf, doch Ramat PKI verteidigte nun mit allem, was Beine hatte. Gelbe Karten flogen (Israel Vilner und Yaniv Mitzna sahen jeweils Gelb), und Torwart Simon Andresen, frisch eingewechselt zur zweiten Hälfte, hielt in der Schlussphase zweimal glänzend gegen den verzweifelten Adam Nolan (86.).

"Wir haben mehr Ballbesitz gehabt, mehr Pässe gespielt, aber weniger Tore - das ist wohl das neue Mathe", kommentierte Doreste mit einem bitteren Lächeln. Tatsächlich sprachen die Zahlen eine trügerische Sprache: 53 Prozent Ballbesitz für Rehovot, 9:10 Torschüsse - doch entscheidend war, wer sie nutzte. Und das war eben der Teenager aus Ramat PKI, der mit jeder Minute größer wurde, während die Rehovoter Defensive immer kleiner wirkte.

Trainer Hhbb Hjj stapfte nach dem Schlusspfiff wortlos in die Kabine. Erst später, als die Journalisten schon ihre Laptops zuklappten, kam er zurück und murmelte: "Vielleicht sollten wir einfach defensiver spielen. Oder Basketball."

Für Ramat PKI hingegen war es ein Abend zum Einrahmen. Die Gäste, die in der ersten Halbzeit harmlos wirkten, fanden nach der Pause das perfekte Gleichgewicht zwischen Aggressivität und Effizienz. "Wir bleiben auf dem Boden", versicherte Maciadi, "aber wenn Ghalib weiter so trifft, müssen wir bald einen größeren Bus mieten für all die Journalisten."

Das Publikum verabschiedete seine unterlegenen Blacks mit höflichem Applaus - und einem ironischen Transparent: "Offensiv ist schön, Tore sind schöner." Es war einer dieser Abende, an denen man merkte, dass Fußball keine Gerechtigkeit kennt, aber dafür jede Menge Geschichten schreibt. Und die schönste schrieb diesmal ein 19-jähriger Stürmer, der vielleicht gerade seine Karriere begonnen hat.

Fazit: Rehovot führte, Ramat PKI jubelte - und irgendwo in der Rehovoter Kabine klang das leise Knistern von zerknülltem Taktikpapier wie das traurigste Lied des Abends.

29.03.643987 20:40
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