Haaretz Sports
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Rehovot Reds retten sich spät ins 3:3 gegen Tirat Carmel FC

Ein Flutlichtspiel in Rehovot, 40.000 Zuschauer, Flutlicht, Spannung - und am Ende ein Ergebnis, das keinem so richtig schmecken wollte: 3:3 trennten sich die Rehovot Reds und Tirat Carmel FC am 8. Spieltag der 1. Liga Israel. Es war ein Spiel, das in seiner ersten halben Stunde mehr Chaos, Tore und Emotionen bot als so manch andere Begegnung in einer ganzen Saison.

Tirat Carmel begann wie ein Wirbelsturm. Offensiv eingestellt, aggressiv in den Zweikämpfen, mit Pressing, das an ein Rudel hungriger Hunde erinnerte. Und vor allem mit einem Mann, der offenbar beschlossen hatte, das Stadion im Alleingang zu erobern: Isidoro Oliveira. Der 26-jährige Mittelstürmer traf in der 17. und 18. Minute gleich doppelt - beide Male nach idealem Zuspiel von Bram Sleeper, der auf der linken Seite kaum zu bremsen war. "Ich habe einfach gespürt, dass heute was geht", grinste Oliveira nach dem Spiel und ließ sich vom Reporter die Matchstatistik zeigen. "20 Schüsse aufs Tor? Na gut, drei waren von mir drin, das reicht."

Doch wer dachte, damit sei die Partie entschieden, hatte die Rechnung ohne die Reds gemacht. Nur 60 Sekunden nach Oliveiras Doppelschlag schlug Xavier Gutierre zurück - ein satter Linksschuss aus 20 Metern, trocken ins Eck. "Ich hab’ einfach draufgehalten", lachte er später. "Der Ball wollte wohl auch mal jubeln." Das Stadion erwachte, die Fans der Reds sangen sich heiser, und die Partie wurde wilder.

Nur drei Minuten später egalisierte Asier Andrade nach einem Eckball von Meir Vilnai zum 2:2. Das Momentum schien zu kippen. Doch Oliveira hatte noch nicht fertig: In der 38. Minute vollendete er seinen Hattrick - diesmal nach einem Pass von Rechtsverteidiger Ricardo Gutierrez. 3:2 für Tirat Carmel zur Pause, und Trainerin Babsi Klemm verschwand mit einem Lächeln in der Kabine. "Wir hätten auch vier machen können", sagte sie später, "aber dann wäre ja die Spannung weg gewesen."

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild. Tirat Carmel blieb offensiv, aber die Reds übernahmen zunehmend die Kontrolle über den Ball - 55 Prozent Ballbesitz sprechen eine klare Sprache. Doch gegen die robuste Abwehr der Gäste, in der Robert Catalano trotz Gelber Karte kompromisslos aufräumte, fanden die Rehovoter lange kein Durchkommen. "Ich glaube, ich hab’ heute eher den Rasen als den Ball getroffen", gab Reds-Verteidiger Meir Vilnai selbstkritisch zu, der in der 61. Minute verwarnt wurde.

Dann kam die Schlussphase - und mit ihr das Drama. Während Tirat Carmel Chancen im Minutentakt vergab (Sigurd Carlsen hatte allein vier Schüsse in der zweiten Halbzeit), schwanden die Kräfte. Oliveira, der Held der ersten Hälfte, winkte in der 80. Minute erschöpft ab und forderte: "Wasser, viel Wasser!" Vom Pressing war da nicht mehr viel zu sehen.

Und so kam es, wie es kommen musste: 89. Minute, Flanke von Eduardo Gomes, und dort lauerte Andre Beaulieu. Der Kanadier nahm den Ball direkt und jagte ihn volley ins Netz - 3:3! Das Stadion explodierte. "Ich hab’ keine Ahnung, wie ich den getroffen hab’", sagte Beaulieu später grinsend. "Aber manchmal hat man einfach Glück - oder ein gutes Abendessen vorher."

Schiedsrichter Gilad Asher pfiff kurz danach ab, und beide Teams sanken ziemlich erschöpft auf den Rasen. 3:3, sechs Tore, zwei Gelbe Karten, zwei Verletzungen, 31 Torschüsse insgesamt - man könnte sagen: ein Spiel fürs Herz, nicht für die Statistik.

Trainerin Klemm wirkte zwiegespalten: "Wir haben dominiert, aber am Ende reicht’s nur zum Unentschieden. Vielleicht sollte ich mal das Pressing-Training verlängern." Ihr Gegenüber, der Reds-Coach (dessen Name die Vereinsleitung wohl noch geheim hält), grinste nur: "Wenn man dreimal zurückkommt, hat man Moral - oder einfach keine Lust zu verlieren."

Die Fans verabschiedeten ihre Helden mit Applaus, und irgendwo zwischen Bierbecher und Stadionwurst hörte man einen alten Mann sagen: "So ein 3:3 - das ist doch besser als jedes 1:0." Schwer zu widersprechen.

Fazit: Ein Fußballabend voller Irrsinn, Leidenschaft und kleiner Dramen. Wer das verpasst hat, dem bleibt nur der Trost, dass solche Spiele selten sind - und genau darum unvergesslich.

10.04.643987 03:46
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