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Rehovot Reds und Tel Aviv Orange teilen sich die Nullnummer

Premier League | 9. Spieltag | 19.08.26 | Rehovot Reds - Tel Aviv Orange 0:0

29.681 Zuschauer, Flutlicht, 20.30 Uhr und die große Hoffnung auf einen Fußballabend mit etwas mehr Dramatik als im Warteraum einer Behörde: Am 9. Spieltag der Premier League trennten sich die Rehovot Reds und Tel Aviv Orange 0:0. Es war ein Unentschieden, das vor allem den Torhütern, den Torpfosten und der erstaunlichen Hartnäckigkeit des Zufalls zu verdanken war.

Dabei begann die Partie durchaus munter. Nach gerade einmal einer Minute prüfte Rehovots Pinchas Rabin den Gästekeeper John Huxley. Tel Aviv antwortete umgehend: Robert Davoli und Jakub Zdebel kamen in der dritten und vierten Minute zu den ersten Orange-Chancen. Es war schnell zu erkennen, dass die Gäste ihre Angriffe nicht mit der Brechstange, sondern mit einer gut sortierten Werkzeugkiste vortrugen.

Zdebel entwickelte sich dabei zum Hauptdarsteller des Abends - allerdings eher in der Kategorie "unermüdlicher Versuch" als "Torschütze". Der linke Angreifer schoss insgesamt bemerkenswerte siebenmal auf das Tor der Reds, unter anderem in der 30., 35., 37., 41., 43., 87. und 90. Minute. Der Ball aber blieb konsequent unbeeindruckt. "Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen", soll Zdebel nach dem Abpfiff gesagt haben. "Der Torwart wahrscheinlich auch. Er musste ja nichts tun."

Tel Aviv war die aktivere Mannschaft. 18 Torschüsse standen am Ende für die Gäste zu Buche, Rehovot kam auf acht. Auch beim Ballbesitz hatten die Orange leicht die Nase vorn: 52,97 Prozent gegenüber 47,03 Prozent. Dennoch blieb der Ertrag überschaubar. Die Gäste spielten über weite Strecken ausgewogen, suchten sichere Abschlüsse und verzichteten auf aggressives Pressing. Rehovot hielt taktisch dagegen, ebenfalls ausgewogen, ebenfalls mit dem erklärten Ziel, gute Chancen herauszuspielen. Ein Plan, der auf dem Papier vernünftig klang und auf dem Rasen vor allem bedeutete: Niemand wollte den entscheidenden Fehler machen.

Die Reds hatten ihre besseren Momente zu Beginn. Rabin versuchte es erneut in der 19. Minute, Knud Schulz kam in der 14., 46. und 72. Minute zum Abschluss. Später prüften Eli Warschawski und Andrew Breadalbane den Gästekeeper. Doch Huxley blieb ebenso souverän wie Manuel Izquierdo auf der anderen Seite. "Wir hätten gerne gewonnen", erklärte der Reds-Trainer sinngemäß. "Aber immerhin haben wir kein Gegentor bekommen. Das ist im Fußball ungefähr die höfliche Art zu sagen, dass vorne heute die Ideen fehlten."

Nach der Pause erhöhte Tel Aviv den Druck, ohne in echte Hektik zu verfallen. Dieter Heine schoss in der 59., 60., 71. und 89. Minute, Zdebel blieb ohnehin im Dauereinsatz. In der 58. Minute musste Tel Avivs Adam Connolly verletzt vom Feld; Adam Dewey kam für ihn ins Spiel. Dewey sammelte später nicht nur Spielpraxis, sondern in der 65. Minute auch eine Gelbe Karte - Souvenir und Einsatznachweis in einem.

Rehovot verlor in der Schlussphase zudem Yehudit Naot. Die Linksverteidigerin sah in der 78. Minute Gelb und musste nach einer zweiten Verwarnung in der 88. Minute vorzeitig gehen. Tel Aviv konnte die Überzahl jedoch nicht nutzen. "Wir hatten einen Mann mehr und trotzdem keinen Treffer", soll Gästetrainer trocken bemerkt haben. "Das ist die Art von Statistik, die man lieber nicht auf ein T-Shirt drucken lässt."

So blieb es bei einem 0:0 (0:0), obwohl Tel Aviv 18-mal anklopfte. Die Tür ging nicht auf. Rehovot darf sich über den Punkt freuen, die Orange über die Erkenntnis, dass auch der 18. Torschuss keinen Anspruch auf ein Tor besitzt. Der Fußballabend endete damit exakt so, wie er begonnen hatte: mit einer Null - nur deutlich später.

19.08.2026 21:15
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