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3. Bundesliga (1. Div) | 24. Spieltag | 04.09.26 | TSV Reichenbach - Weiler im Allgäu 1:2 Dabei begann der Abend für die Gäste nicht etwa vorsichtig, sondern mit der Eleganz eines Einbrechers, der den Schlüssel bereits besitzt. Nach fünf Minuten gab Robert Demo den ersten Warnschuss für Reichenbach ab. Drei Minuten später schlug Weiler zu: Jürgen Linke traf in der achten Minute zur Führung, vorbereitet vom erst 17 Jahre alten Dieter Völker. Der Mittelfeldspieler hatte offenbar beschlossen, den erfahrenen Mitspielern gleich einmal zu zeigen, wie man einen Abend eröffnet. Reichenbach antwortete prompt. In der elften Minute erzielte Demo den Ausgleich, Joseph Linney lieferte die Vorlage. Für einen kurzen Moment schien die Partie wieder ordentlich sortiert - ein Irrtum, wie sich herausstellen sollte. "Jetzt bitte nicht schon wieder", hätte mancher Zuschauer auf der Tribüne wohl gern gerufen. Im Fußball ist das ungefähr so wirkungsvoll wie ein Regenschirm gegen einen Wasserwerfer. In der 24. Minute stellte Tomasz Stoll den alten Abstand wieder her. Wieder war Völker beteiligt, diesmal als kreativer Unruhestifter im Hintergrund. Stoll, der zuvor bereits gefährlich auf das Tor von Gabriel Long abgeschlossen hatte, ließ sich die zweite Gelegenheit nicht entgehen. 2:1 für Weiler, und das sollte zugleich der Halbzeitstand sein. Die Statistik erzählte derweil eine durchaus widersprüchliche Geschichte. Reichenbach hatte 52,9 Prozent Ballbesitz und kam auf 14 Torschüsse. Weiler brachte es auf 11 Abschlüsse. Die Hausherren hatten also mehr vom Ball und schossen häufiger - nur eben nicht häufiger ins Glück. Weiler spielte offensiv, blieb im Passspiel ausgewogen und wartete geduldig auf seine Chancen. Reichenbach agierte ebenfalls kontrolliert, verzichtete aber über weite Strecken auf aktives Pressing. Das wirkte gelegentlich so, als hätte die Mannschaft dem Ball höflich angeboten, selbst den Weg nach vorn zu finden. Nach der Pause drängte Reichenbach. Aitor Valdez, der zur Halbzeit für Demo kam, beschäftigte die Gästeabwehr sofort und tauchte mehrfach gefährlich auf. In der 53., 63., 70., 73. und 90. Minute suchte er den Abschluss. Auch Ingo Sanchez, Brynjar Gottskalksson und Joseph Linney versuchten ihr Glück. Doch Weilers Torhüter Tom De Bilde und seine Vorderleute hielten stand. Trainer Lutz Köhler reagierte weiter: David Schmitt kam für Gottskalksson, Nico Schulte ersetzte später Tiburtius Sigurvinsson. Weiler wechselte ebenfalls mehrfach und musste in der 68. Minute den verletzten Linke aus dem Spiel nehmen. Eine Minute später hätte der Abend für die Gäste beinahe noch unangenehmer werden können, doch Reichenbach fand trotz aller Bemühungen nicht den entscheidenden Abschluss. In der 76. Minute sah Reichenbachs Innenverteidiger Tore Bjornebye die Gelbe Karte. Ansonsten blieb die Partie bemerkenswert diszipliniert. Weiler verteidigte mit großem Einsatz, Reichenbach rannte an - und rannte am Ende der eigenen Belohnung hinterher. So blieb es beim 1:2 (1:2). Mino Raiolas Gäste nehmen drei Punkte mit, Lutz Köhler muss erklären, warum 14 Torschüsse und knapp 53 Prozent Ballbesitz diesmal nicht für mehr reichten. Die Antwort dürfte ungefähr so kompliziert sein wie Fußball selbst: Der Ball muss nicht nur oft Richtung Tor fliegen. Er muss gelegentlich auch hinein. 04.09.2026 21:24 |
Sprücheklopfer
Wenn kein Sprit im Tank und die Birne leer ist, läuft nichts.
Rainer Calmund