Anpfiff
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Remis mit Ansage - Pirmasens und Weddinghofen teilen sich die Punkte

Ein lauer Aprilabend, 3.513 Zuschauer im Stadion an der Husterhöhe, Flutlicht, Bratwurstduft - und zwei Teams, die sich gegenseitig nichts schenken wollten: FK Pirmasens gegen Weddinghofen, ein Spiel aus der Kategorie "Regionalliga, wie sie leibt und lebt". Am Ende stand ein 1:1, das keiner so recht wollte, aber beide irgendwie verdienten.

Schon in den ersten Minuten wurde klar, dass hier kein Abtasten angesagt war. Weddinghofens Innenverteidiger Amaury Pero kassierte bereits in Minute zwei eine Gelbe Karte - offenbar hatte er vergessen, dass der Rasen kein Tanzparkett ist. "Ich wollte nur zeigen, dass wir da sind", grinste Pero später in der Mixed Zone. Tatsächlich war er nicht nur da, sondern in der 32. Minute auch am richtigen Ort: Nach einer scharf getretenen Flanke von Emil Berbatow köpfte der Abwehrhüne den Ball wuchtig ins Netz - 0:1!

Das passte ins Bild der ersten Halbzeit, denn Weddinghofen dominierte knapp den Ball (53 Prozent) und schoss aus allen Lagen: zwölf Schüsse aufs Tor insgesamt, davon vier allein zwischen der 23. und 39. Minute. FK Pirmasens dagegen suchte noch den Rhythmus - und fand stattdessen meist die Hände von Gästekeeper Benjamin O’Leary.

"Wir haben uns in der Pause ordentlich die Meinung gesagt", verriet Pirmasens-Trainerin Gudrun Schweitzer später mit einem vielsagenden Lächeln. Ihre Worte zeigten Wirkung: Direkt nach Wiederanpfiff kam mehr Feuer ins Spiel. Schweitzer brachte frische Beine - Dani Tabenkin und Müjdat Öztürk raus, Vitorino Ramallo und Hugo Alves rein. Letzterer sollte sich gleich mehrfach in die Offensive einschalten.

In der 54. Minute folgte dann der Moment, auf den die Heimfans gewartet hatten: Rechtsverteidiger Marcel Baer, sonst eher für rustikale Grätschen als für filigrane Abschlüsse bekannt, fasste sich ein Herz und donnerte den Ball aus 20 Metern unter die Latte - 1:1! Das Stadion bebte. "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn man nicht schießt, kann man auch nicht treffen", sagte Baer danach mit einem Schulterzucken, als hätte er gerade die Wettervorhersage kommentiert.

Weddinghofen war sichtlich überrascht vom Mut des Gegners, blieb aber gefährlich. Der junge Lawrenti Malgin (19) drehte zweimal gefährlich auf, scheiterte in der 59. und 63. Minute jedoch am glänzend reagierenden Lucas Grantham im Pirmasenser Tor. "Der Junge hat Reflexe wie ein Flummi", lobte Schweitzer ihren Keeper - und grinste: "Manchmal auch dieselbe Frisur."

Die Schlussphase gehörte dann wieder den Gastgebern. Alex Coviello prüfte O’Leary in der 85. Minute, und in der Nachspielzeit (92.) verpasste Noah Specht den Lucky Punch um Zentimeter. Stattdessen sah Dani Tabenkin - inzwischen wieder mittendrin im Geschehen - in der 95. Minute noch Gelb, offenbar aus purer Frustration.

Weddinghofens Trainer Luca Pappagalo zeigte sich nach dem Abpfiff halb zufrieden, halb philosophisch: "Ein Punkt auswärts ist nie schlecht. Aber wenn dein Innenverteidiger das einzige Tor schießt, weißt du, dass irgendwas im Angriff zu tun ist." Sein Gegenüber Schweitzer konterte trocken: "Ich nehm den Punkt. Wir haben uns in der zweiten Halbzeit den Hintern aufgerissen."

Statistisch gesehen war’s ein Duell auf Augenhöhe: 9:12 Torschüsse, 47 zu 53 Prozent Ballbesitz, Zweikampfquote fast pari. Pirmasens begann offensiv, wurde nach dem Rückstand noch mutiger und endete schließlich mit einem defensiven Pressing, das den Punkt sicherte. Weddinghofen blieb konstant "balanciert", wie es wohl im Taktik-Tablet steht - aber ein bisschen zu brav.

Die Zuschauer gingen jedenfalls zufrieden nach Hause. Ein älterer Fan fasste es am Bierstand treffend zusammen: "War nix für die Galerie, aber besser als Tatort." Und so bleibt das Fazit: Zwei Teams, die kämpfen, ein Tor pro Seite, viel Schweiß und ein bisschen Dramatik - Regionalliga-Fußball in Reinform.

Oder, wie es Marcel Baer zum Abschied formulierte, während er sich die Stutzen auszog: "Schön, wenn’s mal wieder kracht - aber ein Sieg wär auch nicht schlecht gewesen." Da kann man schwer widersprechen.

22.10.643996 18:25
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Sex vor einem Spiel? Das können meine Jungs halten, wie sie wollen. Nur in der Halbzeit, da geht nichts.
Berti Vogts
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