La Razon
+++ Sportzeitung für Argentinien +++

Remis mit Drama: River Plate verschenkt Sieg gegen Halcon Florencio

Es war ein lauer Sommerabend im Monumental-Stadion, 56.594 Zuschauer schwitzten, fluchten und feierten - manchmal alles gleichzeitig. River Plate und Halcon Florencio trennten sich nach einem turbulenten Schlagabtausch 2:2. Ein Ergebnis, das beiden Trainern Falten auf die Stirn, aber wohl nur den neutralen Zuschauern ein Lächeln ins Gesicht zauberte.

Dabei sah es lange so aus, als würde River Plate das Spiel gemütlich nach Hause schaukeln. Schon in der 5. Minute zappelte der Ball im Netz: Yisrael Itzik, der quirlige Rechtsaußen, vollendete eine Vorlage von Luke Bancroft mit der Selbstverständlichkeit eines Mannes, der sein Frühstücksei blind köpft. Trainer Eduard Hahn brüllte ein knappes "Genau so!" in die Abendluft, während Florencios Coach Kaiser Pele nur stoisch in seinen Notizblock kritzelte - vermutlich das Wort "Abwehr".

River war tonangebend, hatte mehr Ballbesitz (53 %) und schoss doppelt so oft auf das Tor (15:9). In Minute 19 legte Thomas Prentiss nach, nachdem er von Innenverteidiger Aaron Robertson perfekt in Szene gesetzt wurde. 2:0 - der Ticker vibrierte, die Fans sangen, Hahn grinste. "Wir hatten das Spiel im Griff. Dachte ich zumindest", sagte er später mit einem bitteren Lächeln.

Doch Fußball wäre nicht Fußball, wenn es nicht diese kleinen Gemeinheiten gäbe. Halcon Florencio, die Gäste mit der taktisch gewagten Mischung aus Offensivdrang und Konterlust, schlugen in der 29. Minute zurück. Ausgerechnet Linksverteidiger Inigo Triguero drosch den Ball aus 20 Metern unter die Latte - das Stadion verstummte für zwei Sekunden, bevor die Gästebank explodierte. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Triguero hinterher zu, "aber manchmal ist der Fußball eben romantisch."

Kurz vor der Pause dann der erste Dämpfer für River: Yisrael Itzik verletzte sich nach einem Sprintduell und musste raus. Heinrich Beier kam, sah, aber traf nicht - obwohl er später zwei gute Chancen hatte. "Ich hab’s probiert, aber der Ball wollte wohl lieber zurück zur Mittellinie", erklärte Beier mit Galgenhumor.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag - allerdings auf der Bank. Hahn wechselte früh, brachte den erfahrenen Benjamin Warrington und dazu Torhüter Francois Ouellet für den angeschlagenen Muti Gülec. "Vorsichtsmaßnahme", versicherte Hahn. "Er hat nur gesagt, sein Knie fühle sich an wie Tango in Zeitlupe."

Auf dem Platz begann ein offener Schlagabtausch. Florencio witterte Morgenluft, River verlor die Kontrolle. In der 61. Minute fiel der Ausgleich: Branislav Stevic, der bullige Mittelstürmer, traf nach schöner Vorlage von Luke Corey. Ein Muster an Effizienz - zwei Pässe, ein Schuss, ein Tor. "Wir wussten, dass sie müde werden", grinste Stevic, "und dann haben wir zugestochen wie ein Falke - im Namen unseres Vereins."

Danach entwickelte sich ein Spiel mit Chancen hüben wie drüben. Christo Boschinow prüfte den Gästekeeper gleich mehrfach, aber Robert Edwards im Tor von Florencio hatte offenbar Spiderman-Gene. River drückte, Florencio konterte. Die Zuschauer hielten den Atem an, Bierbecher blieben unberührt - ein seltenes Phänomen in Buenos Aires.

Als Heinrich Beier in der 91. Minute noch einmal aus spitzem Winkel abzog, hielt Edwards den Punkt fest. Kaiser Pele, der Trainer der Gäste, riss die Arme hoch wie ein Mann, der gerade den Lottojackpot gewonnen hat. "Wir sind Halcon - wir fliegen nicht schön, aber wir landen sicher", sagte er später mit einem Augenzwinkern.

Eduard Hahn dagegen wirkte nachdenklich. "Wir haben das Spiel zweimal in der Hand gehabt und zweimal aus der Hand gegeben", murmelte er. "Vielleicht sollten wir weniger schön spielen und mehr hässliche Tore machen."

Die Statistik untermauert seine Frustration: 15 Schüsse aufs Tor, 53 Prozent Ballbesitz, 51 Prozent gewonnene Zweikämpfe - und trotzdem nur ein Punkt. Florencio dagegen mit neun Torschüssen und maximaler Effizienz: zwei Treffer, ein gestohlener Siegpunkt.

Als die Fans nach Abpfiff aus dem Stadion strömten, schüttelte ein älterer Herr den Kopf und sagte zu seinem Enkel: "Früher hätte River so ein Spiel 4:1 gewonnen." Der Junge antwortete trocken: "Früher gab’s auch noch Stürmer mit Bart."

Vielleicht ist das das Fazit dieses Abends: River Plate spielt schön, Halcon Florencio spielt schlau - und am Ende lachen die Falken.

Und irgendwo in der Kabine summt Eduard Hahn leise vor sich hin: "Ein Punkt ist besser als kein Punkt" - wohl wissend, dass er das niemandem laut sagen darf.

22.02.643987 09:27
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