Diarios de Futbol
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River Plate zittert sich ins Copa-Libertadores-Hauptfeld

Buenos Aires - 56.425 Zuschauer im ehrwürdigen Monumental-Stadion sahen ein Spiel, das so typisch südamerikanisch war, dass sogar der Rasen zwischendurch ins Schwitzen kam. River Plate gewann das Rückspiel der 2. Runde der Copa-Libertadores-Qualifikation mit 2:1 gegen AD Cristal - ein Ergebnis, das sich nüchtern liest, aber in Wahrheit eine kleine Oper aus Leidenschaft, Nervosität und einem Hauch Wahnsinn war.

Es begann furios - und aus Sicht der Gastgeber zunächst desaströs. Nach einer Viertelstunde, als sich die River-Abwehr noch gegenseitig über die Zuordnung stritt ("Ich dachte, du nimmst ihn!" - "Nein, du hast ihn doch gesehen!"), tauchte AD-Cristal-Verteidiger Herman Söderberg plötzlich im Strafraum auf. Ein Linksverteidiger, der sich dort verirrt, ist selten ein gutes Zeichen. Söderberg tanzte kurz, zog ab - 0:1. "Ich hatte einfach Lust, mal vorne mitzumachen", grinste der Schwede nach der Partie.

Doch noch während die Gäste jubelten, brach River Plate aus seinem kurzen Schockzustand aus. Eine Minute später, in der 16., kombinierten sich Heinrich Beier und Christo Boschinow durch die rechte Seite, als wären sie in einem Tanzkurs für Doppelpässe. Beiers Hereingabe fand Boschinow, der trocken ins lange Eck abschloss - 1:1. Der Jubel war so laut, dass selbst der Schiedsrichter kurz die Pfeife verlor. "Das war der Moment, in dem wir das Spiel wieder gespürt haben", sagte River-Trainer Eduard Hahn, der sich demonstrativ die Krawatte richtete, als wolle er sagen: Jetzt läuft’s.

Und tatsächlich, es lief. In der 29. Minute zirkelte Tyler Gage einen Ball butterweich in den Strafraum, wo Jacinto Fernandes mit der Gelassenheit eines Mannes traf, der schon viele solcher Situationen erlebt hat. 2:1. River hatte das Spiel gedreht - und das Publikum sang sich in Ekstase. "Ich hab’ nur den Fuß hingehalten", behauptete Fernandes bescheiden, während er nach dem Spiel mit einem Augenzwinkern hinzufügte: "Aber wenn’s so einfach wäre, hätten’s die anderen ja auch gemacht."

Danach wurde es ein Kampf. River Plate bestimmte das Spiel mit 58 Prozent Ballbesitz und 15 Torschüssen, aber AD Cristal blieb gefährlich - und stur offensiv. Trainer Dirk Spieler hatte sein Team auf Attacke getrimmt, was ihm in der Pause ein ungläubiges Lächeln bescherte: "Wir wollten River überraschen, aber sie haben einfach schneller überrascht als wir." Seine Jungs versuchten es mit langen Bällen, viel Herz und wenig Geduld. Ulf Berglund prüfte River-Keeper Hugo Coelho zweimal aus der Distanz (57. und 66. Minute), doch der Torwart parierte, als hätte er den Ball auf dem Einkaufszettel stehen.

In der Schlussphase wurde das Spiel wild. AD Cristal warf alles nach vorne, sogar Söderberg tauchte wieder im Strafraum auf - diesmal ohne Erfolg. River Plate konterte, verpasste aber die Entscheidung mehrfach. "Irgendwann dachte ich, der Ball will einfach nicht mehr rein", meinte Beier, der gleich drei Mal knapp scheiterte.

Die letzten Minuten fühlten sich an wie eine kleine Ewigkeit: Cristal presste, River betete, und Trainer Hahn nagte an seiner Wasserflasche. Doch es blieb beim 2:1, womit River Plate das Ticket in die nächste Runde löste. Der Schlusspfiff klang wie eine Erlösung.

Statistisch sah das Ganze so aus, als hätten sich zwei ungleiche Philosophien getroffen: River mit mehr Ballbesitz, sicherem Passspiel und kontrollierter Aggressivität - AD Cristal mit langen Bällen, roher Entschlossenheit und einer beeindruckenden Schussfreude (acht Abschlüsse, viele aus der Kategorie "Warum nicht mal probieren?").

Nach dem Spiel fasste Hahn das Geschehen trocken zusammen: "Wir wollten Fußball spielen, sie wollten gewinnen - am Ende haben wir beides geschafft." Sein Gegenüber Dirk Spieler konterte mit Galgenhumor: "Wenn man 15 Minuten führt und trotzdem verliert, ist das wie ein Date mit Happy End - nur halt für den anderen."

So endet ein Abend, an dem River Plate die Nerven behielt und AD Cristal trotz beherzter Leistung die Segel streichen musste. Die Zuschauer gingen zufrieden nach Hause, einige summten dabei schon: "So spielt nur River." Und selbst wenn das ein wenig übertrieben war - an diesem Abend stimmte es irgendwie.

Oder, wie es ein Fan auf der Tribüne formulierte, während er sein Mate trank: "Wir haben gezittert, geschrien und gefeiert - also alles wie immer."

17.03.643987 01:50
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