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Rivic trifft früh, Tiago rettet Southampton - Gerechtes Remis in Tiverton

Ein nasskalter Dienstagabend, Flutlicht über dem Tiverton-Stadion, 34.853 Fans, die sich den Atem in die Hände hauchen - und am Ende ein 1:1, das beiden Mannschaften schmeckt wie lauwarme Brühe: nährend, aber kein Festmahl. Tiverton Town und der FC Southampton trennten sich im Duell des 6. Spieltags der 1. Liga England leistungsgerecht unentschieden.

Von Beginn an war klar: Tiverton wollte zeigen, dass man auch als Underdog Ballbesitzfußball spielen kann - und tatsächlich, mit 55 Prozent Spielanteilen sah das phasenweise richtig gefällig aus. Besonders der 19-jährige Davor Rivic, offenbar mit einem Espresso zu viel im Blut, wirbelte auf der rechten Seite, dass den Gästen schwindelig wurde. Schon in der 6. Minute prüfte er Keeper Mancuso mit einem satten Schuss, wenig später legte er nach. "Ich hab einfach draufgehalten, irgendwann muss der doch rein", grinste Rivic später.

Und tatsächlich - in der 23. Minute fiel das verdiente 1:0. Nach feinem Zuspiel von Jay Hannigan zog Rivic aus knapp 16 Metern ab, der Ball zischte flach ins lange Eck. Das Stadion bebte, und selbst Trainer Andi Lipa drehte sich für einen Augenblick von seiner Taktiktafel weg, um die Faust zu ballen. "Wir hatten sie da, wo wir sie wollten", sagte er später - und fügte mit einem Seufzer hinzu: "Leider wollten sie da nicht bleiben."

Denn der FC Southampton, zunächst mit viel Offensivdrang, aber wenig Präzision, kam nach der Pause zurück. Trainer Michael Böning hatte offenbar in der Kabine an den Pressingreglern gedreht, und plötzlich stand Tiverton kaum mehr über der Mittellinie. "Wir mussten das Gas finden - und dann draufbleiben", erklärte Böning mit breitem Grinsen. In der 56. Minute war es dann soweit: Billy Benett flankte aus dem linken Halbfeld, Manuel Tiago setzte sich geschickt ab und köpfte zum 1:1 ein. Ein klassisches "Das lag in der Luft"-Tor - und der gerechte Lohn für die Gäste, die fortan das aktivere Team stellten.

Die Partie nahm danach an Intensität zu, nicht aber an Zielgenauigkeit. Southampton kam auf neun Torschüsse, Tiverton auf stolze vierzehn, aber die Pfosten blieben unbeeindruckt. Rivic prüfte Mancuso erneut in der 65. Minute, während auf der anderen Seite Gabriel Beecroft zwei Mal gefährlich auftauchte. In der 74. Minute wechselte Böning den jungen Innenverteidiger Luca Grisolia ein, was ihn nicht daran hinderte, lautstark jeden Zweikampf seiner Kollegen zu kommentieren. "Er coacht mehr als ich", witzelte Böning, "aber wenn’s hilft, beschwer ich mich nicht."

Tiverton musste dagegen früh einen Rückschlag verkraften: Linksverteidiger Noe Costa verletzte sich in der 37. Minute und wurde durch Thomas Lockwood ersetzt. Der junge Ersatzmann machte seine Sache ordentlich, auch wenn er in der 56. Minute beim Ausgleich etwas zu weit vom Mann stand. "Er hat kurz die Sterne gezählt - leider nicht Tiago", frotzelte ein Fan nach dem Spiel.

Kurz vor Schluss wurde es noch einmal hitzig: Oscar Almond, Abwehrchef und Teilzeit-Philosoph, sah in der 89. Minute Gelb, nachdem er einen Konter etwas zu beherzt unterband. "Ich wollte nur das Spiel beruhigen", erklärte er mit einem Lächeln, das eher auf Adrenalin als auf Reue schließen ließ.

Statistisch war das Remis kaum zu beanstanden: Tiverton mit leichtem Ballbesitzvorteil, Southampton mit mehr Pressing und dem spürbaren Willen, das Spiel zu drehen. Beide Teams kämpften, niemand gab auf, und doch schien nach Tiagos Ausgleich jeder zu ahnen: Hier passiert nichts mehr.

Nach dem Abpfiff klopften sich Lipa und Böning gegenseitig auf die Schulter. "Ein Punkt ist besser als keiner", meinte Lipa trocken. Böning grinste: "Oder schlechter als drei." Beide lachten - und gingen ihrer Wege, wohl wissend, dass dieser Abend keiner für die Geschichtsbücher war, aber einer, der zeigte, dass Fußball manchmal einfach gerecht sein kann.

Ein Unentschieden, das keiner wirklich wollte, aber beide verdient haben - Tiverton Town bleibt damit im Mittelfeld, Southampton ebenfalls. Und irgendwo dazwischen, im Licht der Stadionlampen, stand Davor Rivic, der Held des ersten Tores, und blickte auf den Rasen. "Wenn wir so weitermachen", sagte er leise, "dann gewinnen wir das nächste." Man wollte ihm glauben - zumindest für diesen Abend.

18.03.643987 00:11
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