US Sports
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Rochester Horns und Atlanta Gorillas liefern sich ein wildes 3:3-Spektakel

Ein 3:3, das sich anfühlte wie ein 5:5 - so könnte man das Spiel der Rochester Horns gegen die Atlanta Gorillas am achten Spieltag der 1. Liga USA am besten beschreiben. 36.000 Zuschauer im ausverkauften Horns Stadium bekamen alles geboten, was der Fußball zu bieten hat: frühe Tore, späte Tore, kleine Dramen, große Gesten - und einen Torwart, der in der Nachspielzeit offenbar kurz seine innere Ruhe suchte.

Schon nach sieben Minuten bebte die Arena: Sadi Camdali, der flinke Rechtsaußen der Horns, drückte eine Vorlage von Ignacio Godino über die Linie. "Ich dachte zuerst, der Ball wäre zu scharf gespielt", lachte Camdali später, "aber dann hab ich einfach die Augen zugemacht und gehofft - hat funktioniert." Brisco Schneider, der Trainer der Horns, klatschte an der Seitenlinie zufrieden, während die Gorillas noch sortierten, wer eigentlich Camdali hätte decken sollen.

In der 28. Minute legte Jacob Blanchard nach - auch er mit einem Treffer aus dem Lehrbuch. Der 17-jährige Oliver Thuringer, der an diesem Abend so unerschrocken aufspielte, als hätte er schon 100 Ligaspiele auf dem Konto, flankte punktgenau. Blanchard nickte ein, 2:0. Die Horns schienen das Spiel im Griff zu haben, Atlanta wirkte wie eine Gorilla-Herde, die in der falschen Savanne gelandet war.

Doch in der Pause muss Anja Meister, Atlantas Trainerin, einen dieser berühmten "Kabinenblitze" gezündet haben. Nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff traf Kalman Zavadszky aus spitzem Winkel zum 2:1. "Ich dachte, der Ball geht ins Fangnetz", gestand Horns-Keeper Max Adams später, "aber das war wohl Wunschdenken."

Atlanta witterte Blut. Die Gorillas drehten auf, gewannen mehr Zweikämpfe (53 Prozent gegenüber 47 der Horns) und feuerten aus allen Lagen - 14 Schüsse aufs Tor, doppelt so viele wie die Hausherren. In der 58. Minute fiel folgerichtig der Ausgleich: Alessio Sosti verwandelte nach feiner Vorarbeit von Wilhelm Krämer. 2:2 - und plötzlich waren die Horns wieder in der Defensive, obwohl sie laut Statistik mit 53 Prozent Ballbesitz das Spiel kontrollierten.

Trainer Schneider tobte an der Seitenlinie, rief "Bleibt wach!", doch seine Spieler wirkten, als hätten sie gerade den Wecker auf Snooze gedrückt. Immerhin weckte sie Sadi Camdali in der 84. Minute wieder: Nach einem beherzten Lauf von Rechtsverteidiger Cesar Corona hämmerte Camdali den Ball aus 18 Metern in den Winkel. 3:2 - Jubel, Bierduschen, Umarmungen. "Da dachte ich, das war’s", grinste Camdali später.

Doch die Gorillas hatten noch ein Ass im Ärmel, oder besser: einen Wilhelm. Nur eine Minute später nutzte Wilhelm Krämer die Verwirrung in der Horns-Abwehr, traf nach Vorlage von Larry Comstock zum 3:3. "Ich hab einfach draufgehauen", sagte Krämer nach dem Spiel, "und gehofft, dass keiner im Weg steht - diesmal stand keiner."

Die Schlussphase war dann ein einziger offener Schlagabtausch. Atlanta drängte, Rochester konterte. Ein letzter Torschuss von Blanchard in der 91. Minute landete in den Armen von Gorillas-Keeper Alois Zemlik, der danach theatralisch zu Boden sank - ob vor Erleichterung oder aus Zeitspiel-Gründen, bleibt sein Geheimnis.

"Das war kein Spiel für schwache Nerven", meinte Atlantas Trainerin Anja Meister mit einem Lächeln, "aber wenn man 0:2 hinten liegt und 3:3 rausgeht, darf man ruhig stolz sein." Schneider hingegen knirschte mit den Zähnen: "Drei Tore daheim und trotzdem kein Sieg - das fühlt sich an wie ein verlorenes Match."

Unterm Strich war es ein Abend, der zeigte, warum man Fußball liebt: unberechenbar, dramatisch, manchmal ungerecht, aber nie langweilig. Die Horns behalten mit dem Punkt immerhin Platz fünf, Atlanta bleibt im Mittelfeld - aber moralisch dürfen sie sich als Gewinner fühlen.

Oder, wie ein Fan beim Hinausgehen trocken bemerkte: "Wenn das so weitergeht, brauchen wir bald eine Torversicherung."

Ein Satz, der wohl auch Brisco Schneider unterschreiben würde - sobald er wieder reden mag.

10.04.643987 01:38
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