Voetbal International
+++ Sportzeitung für Niederlande +++

Roda Kerkrade fliegt über die Flügel - Eindhoven zerbröselt in der zweiten Halbzeit

Ein Freitagabendspiel, Flutlicht, 54.208 Zuschauer und ein Trainer, der nach dem Abpfiff sichtlich zufrieden auf seine Uhr blickte: "Pünktlich Feierabend, und diesmal sogar mit Stil", grinste Lotthar Matthaeus, Coach von Roda Kerkrade. Sein Team hatte soeben PVC Eindhoven mit 4:1 (2:0) abgefertigt - und das auf eine Weise, die das Stadion zwischen Euphorie, Gelächter und ungläubigem Staunen schwanken ließ.

Von Beginn an war klar, wer hier den Ton angibt. Roda Kerkrade, taktisch wie gewohnt offensiv und mit Flügelspiel als Waffe, drückte aufs Tempo. Schon in der 13. Minute zappelte der Ball zum ersten Mal im Netz: Christoph Lefebvre, der zentrale Mittelfeldmotor, zog nach einem cleveren Pass von Abwehrchef Tom Van Wiele ab - 1:0. "Ich hab einfach mal draufgehalten, weil keiner kam", erklärte Lefebvre danach mit einem Schulterzucken, das irgendwo zwischen Bescheidenheit und Überheblichkeit oszillierte.

PVC Eindhoven, das seinerseits mit einer offensiven Grundordnung, aber langen Bällen und wenig Pressing agierte, kam kaum ins Spiel. Ihre beste Phase? Vielleicht die 20. bis 25. Minute, als Niclas Siebert zweimal gefährlich auftauchte - aber entweder am glänzend reagierenden Keeper Oleg Nowak oder an der eigenen Schusstechnik scheiterte.

Kerkrade hingegen spielte, als hätten sie die Winterpause im Fitnessstudio verbracht. In der 39. Minute folgte das 2:0: Wouter Van Tassel, der unermüdliche Rechtsaußen, traf nach Vorarbeit des eingewechselten Larry Osterhoudt. Dass Osterhoudt da eigentlich erst in der zweiten Halbzeit kam, verwirrte selbst die Statistikabteilung - aber Matthaeus winkte ab: "Der Junge war so heiß, der hat sich wohl schon in der Pause warmgeschossen."

Zwei Gelbe Karten - Van Wiele (9.) und Ostrander (42.) - bremsten Roda nur kurz. Mit 53 Prozent Ballbesitz und 13 Torschüssen blieb das Heimteam tonangebend. Eindhoven kam auf sieben Abschlüsse, doch meist ohne Wirkung.

Nach dem Seitenwechsel wechselte Matthaeus gleich doppelt: Osterhoudt kam tatsächlich ins Spiel, ebenso Juriaan Keese für den Torschützen Lefebvre. "Wir wollten frische Beine und ein bisschen Bruderliebe auf dem Platz", witzelte der Trainer, denn vorne lauerte Gerritt Keese - Juriaans jüngerer Bruder.

Und Bruderliebe zahlt sich aus: In der 71. Minute legte Juriaan einen feinen Pass in die Tiefe, Gerritt blieb eiskalt - 3:1. Nur eine Minute später der nächste Streich: diesmal flankte Philippe Prudhomme von links, Gerritt Keese stand wieder goldrichtig und nickte ein - 4:1. Doppelschlag, Doppel-Keese, doppelter Jubel. "Ich wusste gar nicht, dass ich so gut köpfen kann", lachte Gerritt später.

Dazwischen, in der 61. Minute, hatte Eindhoven kurz Hoffnung geschöpft: Niclas Siebert staubte nach einer Ecke ab, 2:1, der Anschluss. Doch die Freude hielt kaum zehn Minuten. Danach war es mehr ein Kampf um Schadensbegrenzung. "Wir haben das Spiel nicht verloren", versuchte PVC-Coach Markus Frey nach dem Abpfiff zu erklären, "wir haben nur die Kontrolle abgegeben." Ein Reporter hakte trocken nach: "Vier Tore klingen aber schon nach Verlust." Frey antwortete mit einem müden Lächeln: "Statistisch gesehen vielleicht."

Die Schlussphase? Ein gelbes Festival für Eindhoven: Lansing (76.), Nemeth (80.) und Saprykin (87.) sammelten Verwarnungen, als wäre es ein Sammelspiel. Die Zweikampfquote von 46 Prozent sprach Bände - zu spät, zu hart, zu unkoordiniert.

Kerkrade hingegen spielte die letzten Minuten mit sichtlicher Freude herunter. Die Fans klatschten, Matthaeus grinste, und selbst der Stadionsprecher klang, als wolle er am liebsten noch eine Zugabe ansagen.

"Ich hab der Mannschaft gesagt: Wenn ihr so weitermacht, bestell ich Montag keinen Kaffee, sondern Champagner", verriet Matthaeus nach dem Spiel. Ob das ernst gemeint war, weiß niemand - aber nach diesem Abend hätte es wohl keiner verübeln können.

PVC Eindhoven dagegen trat mit gesenkten Köpfen den Rückweg an. "Wir hatten unsere Momente", murmelte Siebert, "aber Roda war einfach… zu viel Roda."

Fazit: Ein souveräner, spielfreudiger Auftritt von Roda Kerkrade, der Lust auf mehr macht. Eindhoven dagegen muss sich fragen, ob Offensive ohne Pressing und mit langen Bällen im Jahr 2026 noch zeitgemäß ist.

Oder, wie es ein Fan auf der Tribüne trocken formulierte: "Wenn das Offensive ist, dann ist mein Kühlschrank ein Stürmer."

Ein Abend voller Tore, Tempo und Matthaeus’schem Charme - Kerkrade grüßt nach dem 2. Spieltag von weit oben.

22.02.643987 20:15
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Ich habe mit Erich Ribbeck telefoniert, und er hat zu mir gesagt, ich stehe für die Maltareise nicht zur Verfügung.
Andreas Möller
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager