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Roda zaubert - Hogwarts verliert die Magie

Man hätte meinen können, 59.000 Zuschauer seien nach Kerkrade gekommen, um Zeugen eines Zauberduells zu werden: Roda Kerkrade gegen die Hogwarts Wizards - der Name allein versprach Magie. Doch am Ende war es kein Besenflug, sondern ehrlicher, niederländischer Fußball, der den Unterschied machte. Roda gewann ihr Auftaktspiel der Champions-League-Gruppenrunde mit 3:1 (1:1). Und während Trainer Lotthar Matthaeus begeistert applaudierte, murmelte Hogwarts-Coach Pete Heffernan nach Schlusspfiff nur: "Unsere Zauberstäbe waren heute wohl im falschen Gepäck."

Dabei begann alles verheißungsvoll für die Gäste. Die Wizards hatten mehr Ballbesitz (56 Prozent) und ließen den Ball zunächst laufen, als wären sie im Zauberunterricht für Ballkontrolle. Doch Roda antwortete früh - und wie! In der 9. Minute setzte sich Gerritt Keese, der bullige Mittelstürmer, nach Vorarbeit von Vincent Shuck durch und traf mit einem Schuss, der wohl auch einen Drachen in die Knie gezwungen hätte. 1:0 - und das Stadion bebte.

"Ich hab einfach draufgehalten", grinste Keese später. "Wenn du zu lange nachdenkst, ist der Ball schon wieder weg. Und ich denke bekanntlich nicht lange."

Doch Roda hatte kaum Zeit zum Feiern. In der 20. Minute glich Hogwarts durch Tyler Ruthven aus, der eine butterweiche Flanke von Logan Murray per Kopf ins Netz setzte. Keeper Gaspar Hirzer blieb ohne Chance - und das Publikum staunte, dass die Gäste tatsächlich zaubern konnten. "Das war ein magischer Moment", kommentierte ein Fan augenzwinkernd. "Leider blieb’s der einzige."

Denn danach übernahm Kerkrade das Kommando. Zwar hatte Hogwarts mehr vom Ball, aber Roda war schnörkelloser, zielstrebiger - und effizienter. 16 Torschüsse gegenüber 9 der Gäste sprechen für sich. Lotthar Matthaeus, an der Seitenlinie in seinem gewohnten Dauerlaufmodus, dirigierte, fuchtelte, kommentierte lautstark. "Wir wollten offensiv über die Flügel kommen, aggressiv, mutig - und das war’s dann auch", sagte er später mit sichtlicher Zufriedenheit.

Nach der Pause schlug Keese erneut zu. In der 49. Minute kombinierte sich Roda über rechts durch, wieder war es Shuck, der die Vorlage gab. Keese schob eiskalt ein. 2:1 - Doppelschlag des Torjägers, der an diesem Abend alles traf, was sich bewegte. "Gerritt war heute einfach on fire", lobte Matthaeus. "So einen brauchst du, wenn du gegen Zauberer spielst."

Die Gäste reagierten hektisch, Evan Brodie holte sich kurz nach Wiederanpfiff Gelb ab - wohl aus Frust, dass auch Magier mal Foul spielen müssen. Und als Oscar Nicholson in der 75. Minute ebenfalls verwarnt wurde, hatte Schiedsrichter van Dijk alle Hände voll zu tun, Ordnung in den Zauberkessel zu bringen.

Roda blieb indes eiskalt. Einwechslungen von Matthaeus saßen: Ricardo Domingos kam in der 80. Minute für den ausgepumpten Tenbrook - und machte gleich auf sich aufmerksam. In der Nachspielzeit sprintete der Rechtsverteidiger die Linie entlang, flankte butterweich nach innen, wo Didier Letourneur den Ball mit der ganzen Routine seiner 34 Jahre über die Linie drückte. 3:1 - Deckel drauf.

"Ricardo hat gesagt, er bringt frischen Wind", lachte Matthaeus nach dem Spiel. "Er hat vergessen zu erwähnen, dass es gleich ein Tornado wird."

Bei den Wizards hingegen herrschte betretenes Schweigen. Coach Heffernan suchte nach Erklärungen: "Wir hatten mehr Ballbesitz, aber Fußball ist kein Schönheitswettbewerb. Manchmal reicht ein bisschen niederländischer Pragmatismus, um deine Magie zu neutralisieren." Ruthven nickte daneben, während Brodie murmelte: "Ich hab gedacht, wir könnten sie verhexen. Aber die haben uns einfach niedergepresst."

Und tatsächlich: Roda spielte mit starkem Pressing, aggressiv und kompromisslos. 52 Prozent gewonnene Zweikämpfe, drei Gelbe Karten, aber unbändiger Wille - Matthaeus’ Männer setzten ein Zeichen.

Kurz nach Abpfiff stimmte das Stadion "Roda, Roda!" an, und während die Hogwarts-Spieler enttäuscht in die Kabine schlichen, feierte Kerkrade seinen Helden Keese. Der grinste, schüttelte Hände, hob drei Finger in die Höhe - für jedes seiner Tore? "Nee", sagte er, "für die drei Punkte. Tore zählen nur, wenn’s hilft."

Ein Satz, den man sich merken sollte - auch in Hogwarts.

Am Ende blieb der Eindruck eines Spiels, das alles hatte: Einsatz, Emotion, eine Prise Wahnsinn und ein bisschen Magie. Nur eben nicht die aus dem Zauberbuch, sondern die aus Leidenschaft, Laufbereitschaft und einem bulligen Mittelstürmer namens Gerritt Keese.

Oder, wie Lotthar Matthaeus es formulierte, während er den Blick über das jubelnde Stadion schweifen ließ: "Fußball ist kein Zaubertrick. Aber manchmal fühlt es sich genauso an."

08.04.643987 19:12
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