Tuttosport
+++ Sportzeitung für Italien +++

Rodengo Saiano dreht das Spiel - und Verona schaut nur zu

Ein lauer Februarabend, Flutlicht über dem kleinen Stadion von Rodengo Saiano, und 7.494 Zuschauer, die noch nicht ahnten, dass sie Zeugen eines 15-Minuten-Feuerwerks würden. Am 10. Spieltag der 3. Liga Italien (1. Div) besiegte Rodengo Saiano den Gast Chevio Verona mit 3:1 (3:1) - ein Ergebnis, das deutlicher klingt, als es der Ballbesitz von 46 Prozent vermuten lässt.

Dabei begann alles wie ein Albtraum für die Hausherren. Bereits in der 9. Minute schlich sich Valentin Karlson, 34 Jahre jung und mit der Routine eines Mannes, der vermutlich schon mit einem Lederball geboren wurde, in den Strafraum. Ein kurzer Blick, ein Schuss - 0:1. Trainer Jan Beyer schlug die Hände vors Gesicht, der Stadionsprecher stotterte, und die Zuschauer murmelten etwas, das wie "nicht schon wieder" klang.

Doch Rodengo Saiano wäre nicht Rodengo Saiano, wenn es sich von so einem Rückstand beeindrucken ließe. "Ich hab’ ihnen gesagt: Wir spielen weiter. Der Ball ist rund, und Verona ist heute eckig", grinste Beyer später. Und tatsächlich: Zwischen der 20. und der 24. Minute verwandelte sich das Spiel in ein Lehrstück über Effizienz.

Zuerst war es Giacomo Morabito, der nach Vorlage von Davide Castello aus dem Rückraum trocken zum 1:1 traf. Keine 60 Sekunden später setzte der 21-jährige Alessandro Vegliaturo nach - ein Schuss, wie aus dem Lehrbuch, nach feiner Vorbereitung durch den 19-jährigen Domenico Roggiano. Das Publikum tobte, und noch ehe Verona wieder Ordnung fand, war Roggiano selbst zur Stelle: 24. Minute, 3:1. Drei Tore in vier Minuten - das war kein Fußballspiel mehr, das war Pyrotechnik mit Ball.

"Ich hab’ gar nicht verstanden, was passiert ist", gestand Veronas Trainer später kopfschüttelnd. "Wir hatten mehr vom Ball, aber sie hatten mehr vom Leben." Tatsächlich brachte es sein Team auf 53 Prozent Ballbesitz, doch nur drei Torschüsse fanden den Weg Richtung Torwart Niccolò Argusto. Der musste sich die Hände fast selbst aufwärmen.

Rodengo dagegen feuerte aus allen Lagen: 16 Torschüsse, ein Aluminiumtreffer, und eine Offensive, die manchmal eher an ein Improvisationstheater erinnerte - aber eines, das funktioniert. Besonders auffällig: der junge Gaetano Uffugo, 19, der gleich fünfmal gefährlich abschloss, leider ohne Torerfolg. "Ich schieß’ den nächsten rein, egal ob mit dem Fuß oder mit dem Kopf", versprach er nach dem Spiel, noch immer leicht außer Atem.

In der zweiten Halbzeit ließ es Rodengo ruhiger angehen. Beyer wechselte zur Pause den robusten Arnaldo Romaniello ein, später durfte Roggiano unter Applaus vom Platz - für ihn kam Lorenzo Cerva. "Ich wollte, dass der Junge mal hört, wie 7.000 Leute seinen Namen rufen", sagte der Coach mit väterlichem Stolz.

Chevio Verona versuchte es mit gepflegtem Kurzpassspiel, aber Rodengo stand sicher, manchmal vielleicht zu sicher. In der 79. Minute sah Luca Cariati Gelb, nachdem er ein bisschen zu leidenschaftlich in den Zweikampf ging. "Ich wollte nur den Ball", verteidigte er sich später, "aber der Ball wollte wohl nicht mich."

Die Schlussphase verlief dann wie ein gemütlicher Sonntagabend: Verona rannte, Rodengo verwaltete. Zwei Distanzschüsse von Cerva und Uffugo in der Nachspielzeit sorgten noch einmal für Raunen, doch am Ergebnis änderte sich nichts.

Statistisch betrachtet war das Spiel ein kleines Paradoxon: mehr Ballbesitz für Verona, aber deutlich mehr Torgefahr bei Rodengo. Vielleicht liegt die Wahrheit eben doch nicht im Ballbesitz, sondern in der Entschlossenheit. Oder, wie Beyer es formulierte: "Manche zählen Pässe, wir zählen Tore."

Als der Schlusspfiff ertönte, fiel ein Stein vom Herzen der Fans - und wahrscheinlich auch von der Vereinsführung. Rodengo Saiano klettert mit diesem Sieg aus der unteren Tabellenhälfte, während Verona sich fragen muss, warum 53 Prozent Ballbesitz nur für ein Tor reichen.

Und irgendwo im Kabinengang hörte man Vegliaturo lachen: "Wenn wir so weiterspielen, machen wir aus jedem Rückstand eine Party."

Ein bisschen übertrieben? Vielleicht. Aber an diesem Abend war Rodengo Saiano tatsächlich die Mannschaft, die selbst aus einem Rückschlag ein Feuerwerk machte - und Verona durfte sich die Funken aus der Nähe ansehen.

11.09.643990 03:44
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag...
Dragoslav Stepanovic auf die Frage, was die kommende Woche bringt
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager